FPV-Brillen als Sprengfalle: In Russland explodieren sabotierte Skyzone Cobra V4
Sprengstoff im Gehäuse, Auslöser im Kühlventilator: Russland findet manipulierte FPV-Brillen in Einheiten der eigenen Armee und beschuldigt die ukrainischen Geheimdienste. Der Absender der Pakete soll nach Istanbul ausgereist sein.

In Russland sind manipulierte Brillen für Drohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View) aufgetaucht, wie kürzlich bekannt wurde. In den FPV-Brillen vom Typ Skyzone Cobra V4 stecken 10 bis 15 Gramm C-4-Sprengstoff, ein Zünder und eine Batterie. Berichten zufolge geht der Sprengsatz los, sobald der Kühlventilator der Brille anläuft.

Verschickt hatten etwa 80 Sets dieser Brillen mehrere öffentliche Organisationen, die für die russischen Streitkräfte Spenden sammeln – und zwar an verschiedene Einheiten der russischen Armee. Gegenwärtig werden die „verminten” Brillen gesucht und beschlagnahmt. Als Absender der Pakete haben russische Behörden eine Person ermittelt, die am 3. Februar per Flug von Moskau nach Istanbul aus der Russischen Föderation ausreiste.
Verantwortlich für die Sabotage macht Russland die ukrainischen Geheimdienste. Von dieser Seite gab es bislang keine Stellungnahme zu den Berichten über Sprengstoff in den Brillen russischer Drohnenpiloten.
Wie die sabotierten FPV-Brillen aufflogen
Ans Licht gekommen sein dürfte die Sabotage am 4. Februar: In der Region Belgorod detonierte einer der Sprengsätze am Kopf eines russischen Soldaten, der dabei Verletzungen an Gesicht und Augen davontrug. Zwischen dem 4. und 7. Februar wurden in den Regionen Kursk, Luhansk und Donezk dann sieben weitere Explosionen von Sprengsätzen in FPV-Brillen registriert.
Inzwischen röntgt man die Brillen auch. Auf einem russischen Telegram-Kanal ist von einer sabotierten Brille die Rede, die im Handel gekauft worden war.
Ein Rückblick: Im September 2024 explodierten in den Händen der Hisbollah Tausende in Taiwan hergestellte Pager. Lange vorbereitet hatte die Aktion mit den manipulierten Pagern aus Taiwan der israelische Geheimdienst Mossad. Die gleichzeitige Fernzündung tötete neun Menschen, rund 3.000 wurden verletzt, darunter viele Führungskräfte der Hisbollah und der iranische Botschafter in Beirut.
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