FPV-Drohne mit 35 Kilometern Reichweite: Russland zeigt KVN-35 „Prinz Vandal von Nowgorod”
Weiter fliegen oder härter zuschlagen: Die neue Langstreckenvariante KVN-35 der russischen FPV-Drohne lässt Betreibern die Wahl zwischen Reichweite und Gefechtskopf – und übertrifft damit die Schussweite der Panzerhaubitze M-109A5Ö des Bundesheeres.

Eine neue Modifikation für große Reichweiten hat der Generaldesigner jenes Drohnentechnikteams vorgestellt, das hinter der Glasfaser-Drohne mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View) „Prinz Vandal von Nowgorod” (KVN) steht. Die als KVN-35 bezeichnete FPV-Drohne der russischen Streitkräfte legt Strecken von bis zu 35 Kilometer zurück und trägt dabei einen Gefechtskopf von drei Kilogramm.
Mit einer auf 23 Kilometer gekürzten Spule lässt sich ein fünf Kilogramm schwerer Gefechtskopf mitführen. Der Designer Alexej Chadajew erklärte dazu gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS:
Nach unserer Idee wird dadurch der Einsatz von Vandal flexibler und den Betreibern die Wahl gelassen: Sie können weiter fliegen oder härter zuschlagen – je nach Aufgabe hier und jetzt— Alexej Chadajew, Designer, gegenüber TASS
Spezifikationen wie diese werden üblicherweise nicht im Voraus publik gemacht. Vermutlich ist die Drohne daher schon im Einsatz, und die Ukraine kennt diese Informationen inzwischen.

Sitz der KVN-Ingenieure ist das Forschungs- und Produktionszentrum „Ushkuynik” in Weliki Nowgorod. Zum ersten Einsatz kam KVN im August 2024. Im September 2025 bezifferte die russische Seite die Produktionskapazität mehrerer Produktionszentren zusammen mit über 50.000 Stück pro Monat. Dieses Jahr will Russland sich von importierten Komponenten unabhängig machen und die Fertigung vollständig ins Inland holen.
Glasfaser-FPV-Drohne: wachsende Gefahr auf Distanz
Gegen elektronische Kriegsführung sind Glasfaser-FPV-Drohnen immun; einsetzen lassen sie sich für unterschiedliche Aufgaben. Weil sie auch vom Boden aus ohne Verbindungsprobleme operieren, sind Hinterhalte üblich geworden: Die Drohnen liegen dabei in Ruhestellung und warten oft sehr lange auf ihre Opfer.
Früher schafften solche Distanzen nur Spezialeinheiten mit modifizierten Drohnen, nun erreichen sie auch Serienmodelle. Das deutet darauf hin, dass die Entfernungen im Drohnenkrieg weiter zunehmen.

Ein Vergleich macht die Reichweiten greifbar: Schon jetzt fliegt die Drohne, die ein Soldat tragen und bis ins Ziel steuern kann, weiter, als die 28 Tonnen schwere Panzerhaubitze M-109A5Ö des Bundesheeres mit ihrer fünfköpfigen Bedienung schießt. Deren ungelenkte Granaten kommen höchstens 30 Kilometer weit.
Zum Vergleich einige Luftlinien: 22 Kilometer liegen zwischen der Maria-Theresien-Kaserne in Wien Hietzing und dem Fliegerhorst Leopold Figl – Flugplatz General Pabisch in Langenlebarn bei Tulln. 26 Kilometer sind es vom Militärkommando Burgenland in Eisenstadt bis zur Benedek-Kaserne in Bruckneudorf. Von der Rohr-Kaserne der Villacher Pioniere zum Jägerbataillon 25 in der Klagenfurter Khevenhüller-Kaserne misst die Strecke 32 Kilometer.
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