Kampfdrohne Bayraktar Kizilelma trifft beim ersten scharfen Waffentest beide Ziele
Baykar meldet den ersten scharfen Waffentest seiner Kampfdrohne Kizilelma als Erfolg: Prototyp PT-3 setzte in Tekirdağ Munition von Aselsan und Roketsan ein. In den aktiven Bestand der türkischen Streitkräfte soll das Flugzeug 2026 kommen.

Mit dem ersten scharfen Waffentest hat die Kampfdrohne Bayraktar Kizilelma einen weiteren Schritt hinter sich: Wie der türkische Drohnenhersteller Baykar mitteilt, wurde der Test seines selbst entwickelten unbemannten Kampfflugzeugs erfolgreich abgeschlossen. Getroffen und zerstört worden seien dabei beide Ziele, und zwar „mit voller Präzision”.
Zwei erfolgreiche Testflüge absolvierte dafür PT-3, der dritte Prototyp des Kizilelma, auf dem Akinci Flight Training and Test Center in Tekirdağ im Westen der Türkei. Abgefeuert wurde beim ersten Einsatz die Präzisionsmunition Tolun, eine Entwicklung von Aselsan; sie traf ihr Ziel punktgenau. Im zweiten Flug griff die Maschine mit dem Teber-82-Flügelkit von Roketsan an, das ebenfalls mit voller Wirkung einschlug.











Nachbrenner, neue Avionik und AESA-Radar
Grundlage für die aktuelle Produktionskonfiguration waren die bisherigen Testdaten, auf deren Basis das Flugzeug deutlich überarbeitet wurde. Zu den strukturellen Verbesserungen kamen eine modernisierte Avionikarchitektur und erstmals ein Triebwerk mit Nachbrenner hinzu, mit dem der Jet nahe an die Schallgeschwindigkeit herankommt. Laut einer Aussendung des Unternehmens soll die Drohne aufgrund aerodynamischer Optimierungen und eines Radars in AESA-Technik der neuesten Generation künftig „selbst komplexeste Missionen mit hoher Eigenständigkeit und Situationswahrnehmung ausführen können”.
Kampfdrohne soll 2026 in Dienst gehen
Finanziert hat Baykar das 2021 gestartete Projekt zur Gänze aus eigenen Mitteln. Weniger als ein Jahr nach Produktionsbeginn, am 14. Dezember 2022, hob die Maschine mit der Kennung TC-ÖZB zum Erstflug ab. Neben den laufenden Erprobungen hat das Unternehmen mittlerweile auch die Serienfertigung begonnen. Für 2026 ist vorgesehen, dass der Kizilelma in den aktiven Bestand der türkischen Streitkräfte eintritt.
International ins Rampenlicht rückte das Flugzeug erstmals 2023 bei der Technologie- und Luftfahrtmesse „Teknofest”: Über Istanbul flog es dort zusammen mit der Bayraktar Akinci spektakuläre Formationen mit bemannten Jets, unter anderem mit der Kunstflugstaffel Türk Yıldızları (Turkish Stars) und dem F-16-Demoteam Solotürk.
Baykar als Exportchampion der türkischen Rüstungsbranche
Seit 2003 entwickelt Baykar unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) und finanziert sich dabei konsequent selbst; rund 90 Prozent des Umsatzes stammen aus Exporten. Mit einem Exportvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro in den Jahren 2023 und 2024 gehört das Unternehmen zu den zehn größten Exporteuren der Türkei und ist zugleich weltweit führender Anbieter unbemannter Luftfahrzeuge. Exportverträge bestehen derzeit mit 36 Ländern – 35 davon sind Abnehmer des Bayraktar TB2, 15 nutzen den Bayraktar Akinci.
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