Kampfdrohnen für Marokko: Luftwaffe erhält erste Bayraktar Akinci von Baykar
Die größte Drohne aus türkischer Produktion fliegt nun auch für Marokko. Parallel beschafft das Land die chinesische TB-001 Scorpion – und baut damit seine Flotte an Kampfdrohnen weiter aus, die laut Military Africa 233 Geräte zählt.

Marokkos Flotte an Kampfdrohnen wächst: Laut einem marokkanischen Militärforum hat die Luftwaffe des Landes die erste Lieferung der Bayraktar Akinci erhalten, einer Aufklärungs- und Kampfdrohne des türkischen Herstellers Baykar. Unterzeichnet wurde der Vertrag dem Bericht zufolge schon 2023.
Größer ist bislang keine Drohne aus türkischer Produktion. Die Akinci misst 20 Meter Spannweite, 12,2 Meter Länge und 4,1 Meter Höhe, ihr maximales Abfluggewicht liegt bei 6.000 Kilogramm. Angetrieben von zwei Propellerturbinen erreicht sie eine Reisegeschwindigkeit von 280 km/h und kann bis zu 25 Stunden lang in 12.000 bis 13.000 Metern Höhe operieren.

Sechs Aufhängungspunkte erlauben ein breites Waffenspektrum, darunter Luft-Luft-Raketen, Lenkbomben, Lenkflugkörper und Marschflugkörper. Besonders bemerkenswert: Mit der Akinci können Marokkos Streitkräfte den Abstands-Marschflugkörper SOM von Roketsan sowie den türkischen Überschall-Lenkflugkörper IHA-230 einsetzen.
Erfolgreiche Tests auf 300 Kilometer Reichweite hat die SOM bereits absolviert. Nach den Plänen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan soll sie die Basis für eine weiterentwickelte Variante bilden, deren Reichweite potenziell bis zu 3.000 Kilometer betragen könnte.
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Zusätzlich chinesische TB-001 für Marokko
Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass Marokkos Luftwaffe außerdem die Tengden TB-001 Scorpion aus China beschaffen wird. Wie die Bayraktar Akinci zählt sie zur Klasse hochfliegender Drohnen mit langer Ausdauer.

Drei Propellerturbinen treiben die TB-001 an. Ihre Spannweite beträgt etwa 20 Meter, die Länge 10 Meter und die Höhe 3,3 Meter. Bis zu 40 Stunden kann sie in der Luft bleiben und dabei 6.000 bis 8.000 Kilometer in einer Höhe von 8.000 bis 10.000 Metern zurücklegen.
An zwölf Außenlaststationen trägt die Drohne 1.200 bis 1.500 Kilogramm Bewaffnung. Bis 250 Kilometer wird sie per Funk gesteuert, darüber hinaus über Satellitenkommunikation – praktisch unbegrenzte Reichweiten werden so möglich.
Kampfdrohnen und mehr: Marokkos Flotte im Überblick
Military Africa berichtete im April 2024, dass Marokko zwischen 1980 und 2024 eine Drohnenflotte von insgesamt 233 Geräten aufgebaut hat. Dazu gehören unter anderem die aus Israel stammenden Typen IAI Heron und Hermes 900 sowie mindestens 19 Bayraktar TB2 aus der Türkei. 2023 wurden zudem Einsätze der chinesischen Wing Loong 2 vom zivilen Flughafen in El Aaiún beobachtet.

2021 schloss Marokko einen Vertrag über die lokale Produktion von 150 taktischen Drohnen des Typs WanderB, hergestellt vom israelischen Unternehmen BlueBird Aero Systems. Der marokkanischen Öffentlichkeit wurde die Drohne 2022 präsentiert. Immer wieder genannt werden auch die US-Drohnen MQ-1A Predator und MQ-9B SeaGuardian, gesichtet wurden sie bislang jedoch nicht.
Fotocredits
© Forum Far Maroc · © Baykar · © Tengden · © ArchivWeiterlesen

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