KI-gesteuerte Kampfdrohnen: Ukraine empfiehlt nach Großtest sechs von sieben Lösungen zur Beschaffung
Bewegliche Bodenziele ohne Zutun erkennen, erfassen und treffen: Genau das mussten KI-gesteuerte Kampfdrohnen beim Test von Verteidigungsministerium und Brave1 leisten. Die Freigabe zum Angriff soll dennoch beim Menschen bleiben.

Die Ukraine baut den Einsatz künstlicher Intelligenz weiter aus und hat KI-gesteuerte Kampfdrohnen nun in großem Maßstab erprobt. Bei dem Test, den das Verteidigungsministerium gemeinsam mit dem Innovationscluster Brave1 durchführte, hatten Drohnen bewegliche Bodenziele selbstständig zu erkennen, zu erfassen und zu treffen. Für eine Beschaffung empfohlen wurden danach sechs der sieben getesteten Lösungen.
Auf dem ukrainischen Gefechtsfeld ist autonome Zielsteuerung längst Realität. Seit Jahresbeginn hat sich laut Verteidigungsministerium die Zahl erfolgreicher Angriffe mit KI-gestützter Zielsteuerung verzehnfacht. Künftig soll die Technologie deutlich breiter zum Einsatz kommen.
Zu diesem Zweck prüften Verteidigungsministerium und Brave1 erstmals Lösungen mehrerer Hersteller anhand eines einheitlichen Szenarios und klar definierter Kriterien. An der Erprobung beteiligten sich sieben Unternehmen mit ihren Systemen.
Anflug über zwei Kilometer, Zielerfassung ab 500 Metern
Gefordert war Folgendes: Nach einer Flugstrecke von zwei Kilometern hatte jede Drohne ein fahrendes leicht gepanzertes Fahrzeug aus mindestens 500 Metern Entfernung zu erkennen und zu erfassen. Den Treffer musste das System danach vollständig autonom erzielen, ohne dass der Pilot weiter eingriff.
Eingesetzt wurden Multicopter, die größer als zehn Zoll waren und eine Nutzlast von mindestens zwei Kilogramm trugen. Bis zu drei Versuche standen jedem Unternehmen zu; bestanden hatte, wer mindestens zwei davon erfolgreich absolvierte.
Diese Vorgaben erfüllten sechs der sieben getesteten Hersteller. Für eine Beschaffung durch die ukrainischen Streitkräfte wurden ihre Systeme danach empfohlen.
KI-gesteuerte Kampfdrohnen mit menschlicher Freigabe
Auch wenn künstliche Intelligenz immer stärker zum Einsatz kommt, soll weiterhin ein Mensch entscheiden, ob angegriffen wird. Erkennung, Verfolgung und automatische Steuerung auf das Ziel übernehmen demnach KI und Computer Vision – die Freigabe zum Angriff erteilt jedoch ein Mensch.
Nun wollen das ukrainische Verteidigungsministerium und Brave1 solche Technologien in größerem Umfang einsetzen. Offiziellen Angaben zufolge greifen die ukrainischen Streitkräfte bereits heute mit mehr als 70 unterschiedlichen Systemen auf Basis von KI und Computer Vision gegnerische Ziele an.
Die Entwicklung ist damit klar erkennbar: Immer öfter lenkt der Drohnenpilot nicht mehr selbst bis zum Einschlag, sondern wählt das Ziel aus und überlässt der Maschine die letzte Phase des Angriffs.
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