Loitering Munition Skystriker: Diehl Defence und Elbit Systems zeigen Hand-Over auf 80 Kilometer
Loitering Munition für Deutschland: Nach der Vereinbarung auf der ILA Berlin im Juni 2026 haben Diehl Defence und Elbit Systems Skystriker live vorgeführt. Im Blick sind Starts vom Raketenartilleriesystem Europuls und eine Fertigung in Deutschland.

Ihre strategische Partnerschaft haben Diehl Defence und Elbit Systems um einen weiteren entscheidenden Meilenstein vorangebracht. Zielsicher bewies die Loitering Munition Skystriker Anfang September 2026 bei einer breit angelegten Vorführung unter Live-Bedingungen ihre operative Leistungsfähigkeit. Vorausgegangen war die Kooperationsvereinbarung, die beide Unternehmen im Juni 2026 bei der ILA Berlin unterzeichnet hatten.
Hand-Over auf 80 Kilometer Entfernung
Schwerpunkte der Vorführung waren die Reichweite von Skystriker und die „Hand-Over”-Funktion, die auf eine Distanz von 80 Kilometer gelang. Gezeigt wurde dabei, dass das System Ziele autonom erkennt, verfolgt und höchst präzise bekämpft.
Aus einem Kanister gestartet, klärte Skystriker während der Live-Demonstration ein Ziel auf, verfolgte es und traf es anschließend erfolgreich. Reibungslos klappte auch das Zusammenspiel mit der eVTOL-Aufklärungsdrohne SkyLark 1. Daran zeigt sich, wie nahtlos sich das System in komplexe Netzwerke aus unbemannten Luftfahrzeugen (UAV) für Aufklärung und Überwachung (ISR) einfügt – und welche Möglichkeiten sich daraus für hochspezialisierte „Seek & Strike”-Missionen ergeben.
Loitering Munition mit Elektroantrieb
Bei Skystriker handelt es sich um eine elektrisch angetriebene Loitering Munition jüngster Generation, entwickelt eigens für taktische Präzisionswirkung auf große Entfernungen. Mit über 200 Kilometer Reichweite und einer Loiter-Zeit jenseits von zwei Stunden lässt sich ein weites Spektrum an Missionsanforderungen abdecken.
Dem Elektroantrieb verdankt das System außerdem eine extrem geringe Signatur im akustischen wie im thermischen Bereich, was die Entdeckung erschwert.
In mehreren Staaten hat sich Skystriker bereits als einsatzerprobtes und zuverlässiges System etabliert. Hochauflösende Videoaufklärung und autonome Zielverfolgung ermöglichen eine präzise, effektive Bekämpfung, wodurch sich Kollateralschäden minimieren lassen.
Vom Fahrzeug bis zum Raketenwerfer Europuls
Seine hohe operative Flexibilität erlaubt es, Skystriker von zahlreichen Plattformen aus zu starten: von Fahrzeugen am Boden, aus Containern, von Luftfahrzeugen sowie vom Raketenartilleriesystem Europuls, das für die Bundeswehr und weitere europäische Nationen von Bedeutung ist. Streitkräfte können die ISR- und Strike-Fähigkeiten so nutzen.
Hinter Europuls steht ein Joint Venture, das KNDS und Elbit Systems Land gemeinsam in Kassel betreiben. Mit Predator-Hawk-Munition kommt das Raketenartilleriesystem schon heute auf rund 300 Kilometer Reichweite. Diskutiert werden für Deutschland bis zu 500 Systeme, wovon 250 auf den ersten Rahmenvertrag entfallen.

Fertigung in Deutschland im Visier
„Die erfolgreiche Demonstration bestätigt die technologische Reife und die enorme Vielseitigkeit des Skystriker-Systems. Für Diehl Defence ist es ein entscheidender Schritt, die Synergien zwischen unseren Systemen und den Anforderungen moderner Streitkräfte direkt vor Ort zu demonstrieren. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit Elbit Systems die Weichen für eine hochmoderne, lokale Produktion in Deutschland zu stellen, um die europäische Verteidigungsfähigkeit nachhaltig zu stärken”— Gunnar Pappert, Leiter Produktbereich Heeressysteme bei Diehl Defence
„Wir freuen uns sehr über die Gelegenheit, hier die Fähigkeiten unseres Skystriker zu zeigen und ihn den unterschiedlichen Nationen zur Deckung ihrer individuellen Bedarfe anzubieten. Unser System setzt schon heute die Maßstäbe der zukünftigen Loitering Munition für große Reichweiten. Diese Demonstration ist ein weiterer Meilenstein des Skystriker in Europa und auf dem Weg zu einer deutschen Produktion.”— Marian Rachow, CEO Elbit Systems Deutschland
Mit der Zusammenarbeit wollen die beiden Partner die steigende Nachfrage nach hochmodernen, autonomen Systemen in Deutschland bedienen und, sobald Bedarf angemeldet wird, eine deutsche Fertigung aufbauen. Die Aufgaben sind dabei verteilt: Elbit Systems treibt die strategische Erschließung des Marktes voran, Diehl Defence übernimmt vor Ort in Deutschland Fertigung, Montage, Integration sowie Qualifizierung.
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