Loitering Munition Toutatis: Thales und Renault wollen ab 2027 bis zu 1.000 Stück pro Monat fertigen
Loitering Munition in Großserie: Frankreich setzt auf die Fertigungserfahrung von Renault, um die Kamikaze-Drohne Toutatis von Thales in hoher Stückzahl zu bauen. Am Ende soll eine souveräne französische Drohnenindustrie stehen.

Mit ihrer „Kriegswirtschaft” macht die französische Regierung ernst – auch bei Loitering Munition. Thales und der Automobilkonzern Renault Group verkündeten auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 eine strategische Partnerschaft, mit der die Serienfertigung der neuen französischen Kamikaze-Drohne Toutatis aufgebaut werden soll. Angestrebt wird nicht weniger als eine souveräne französische Drohnenindustrie mit Produktionskapazitäten im industriellen Maßstab.
Thales bringt dabei seine Kompetenz in Verteidigung und Technologie ein, Renault seine Erfahrung mit der Großserienfertigung. Schon ab 2027 soll produziert werden, und zwar bis zu 1.000 Loitering Munitions pro Monat. Solche Volumina kennt man bisher vor allem aus dem Krieg in der Ukraine.
Frankreich zieht damit die Konsequenz aus der Einsicht, dass moderne Konflikte zwar technologisch hochwertige Systeme, vor allem aber große Stückzahlen verlangen. Wer Drohnen rasch, günstig und massenhaft herstellen kann, verfügt inzwischen über einen entscheidenden Faktor für die militärische Durchhaltefähigkeit.

Loitering Munition für hochintensive Konflikte
Entwickelt hat Thales die Toutatis eigens für hochintensive Konflikte. Abgesessene Soldaten können die Kurzstrecken-Loitering-Munition einsetzen; gestartet werden kann sie aber auch von Fahrzeugen, Flugzeugen und Schiffen. Elektronische Störmaßnahmen soll das System gut verkraften, die Gefechtsladung lässt sich an die jeweilige Mission anpassen. Ins Visier nehmen kann es etwa gepanzerte Fahrzeuge, Stellungen und andere hochwertige Ziele auf dem Gefechtsfeld.
Bemerkenswert ist die Auslegung für Schwarmeinsätze: Toutatis kann im Verbund mit anderen Drohnen operieren. Dabei ist nach Herstellerangaben der Mensch stets in die Entscheidungsschleife eingebunden.
Ebenfalls in Paris stellten Renault und Thales das neue taktische Fahrzeug 4 Troon vor. In die Plattform sind Drohnen, Sensoren, hybride Kommunikationssysteme und eine KI-gestützte Entscheidungsunterstützung integriert; den Landstreitkräften soll sie künftig deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten eröffnen.
Fotocredits
© ThalesWeiterlesen

Loitering Munition Virtus von Stark: Panzerbrigade 45 „Litauen“ erprobt das System bei „Freedom Shield 2026“

Drohnenstationen für die Seeüberwachung: Rift beginnt Tests vor der französischen Küste

Seedrohnen für die Ostsee: Schweden kauft Überwachung von Saildrone als Dienstleistung

Seedrohnen: Eviden stellt mit SMX einen elektromagnetischen Navigationssensor vor

