MALE-Drohne Enbata: Thales liefert Radar und elektronische Kampfführung für Aura Aero
Für die MALE-Drohne Enbata von Aura Aero sind das Radar AirMaster C und Lösungen für die elektronische Kampfführung von Thales ausgewählt. Das Projekt unterstützen das französische Verteidigungsministerium und die DGA; der Erstflug soll noch 2026 stattfinden.

Thales und Aura Aero, zwei französische Unternehmen, haben angekündigt, bei der MALE-Drohne Enbata von Aura Aero zusammenzuarbeiten – einer Drohne für mittlere Flughöhe und lange Flugdauer (MALE, Medium Altitude Long Endurance). Rückendeckung erhält das Projekt von Frankreichs Verteidigungsministerium und dessen Beschaffungsbehörde (DGA). Entstehen soll eine Drohne, mit der die französischen Streitkräfte Missionen zur Aufklärung, Überwachung und Erkundung (ISR) durchführen können.
Erste Resultate hat die Kooperation schon vorzuweisen, obwohl die Markteinführung der Enbata erst kürzlich offiziell verkündet wurde: Thales steuert das luftgestützte Überwachungsradar Air Master C sowie Lösungen zur elektronischen Kampfführung bei – beides wurde für die Drohne ausgewählt. Konzipiert ist die Enbata als kosteneffiziente Mehrzweckplattform, bei der eine Fly-by-Wire-Flugsteuerung auf eine offene Architektur trifft. In diese lassen sich Nutzlasten unterschiedlichster Art integrieren.
KI-Radar für die MALE-Drohne
Gewählt wurde das AirMaster C wegen seiner Leistung und seiner kompakten Bauweise, die es für die Enbata ideal machen. Das Bordradar stammt aus französischer Entwicklung, gehört zur nächsten Generation und verbindet kompakte AESA-Architektur (Active Electronically Scanned Array) mit eingebauter künstlicher Intelligenz. Ziele lassen sich damit präzise und autonom klassifizieren, relevante Objekte leichter erkennen – und an die Bodenstationen muss weniger Datenvolumen gesendet werden.
Mit dieser Partnerschaft beweist Thales erneut seine Fähigkeit, Drohnen mit kampferprobten, vollständig in Frankreich entwickelten Lösungen der nächsten Generation für elektronische Kampfführung und Radar auszustatten und dabei künstliche Intelligenz zur weiteren Verbesserung der operativen Fähigkeiten einzusetzen— Marie Gayrel, Vizepräsidentin für Aufklärung, Überwachung und Spionageabwehr bei Thales
Im Zusammenspiel mit der Ausrüstung zur elektronischen Kampfführung soll das Radar die Drohne flexibel für komplexe Einsatzumgebungen und Gefechtsszenarien machen. Vorgesehen ist ein breites Spektrum militärischer Operationen: bewaffnete Aufklärung, Fernaufklärung, Überwachung auf See, elektronische Kampfführung und Drohnenabwehr.
Ihr Erstflug, geplant noch für 2026, gilt als wichtiger Meilenstein. Bis 2027 soll dann die erste Integration der Thales-Ausrüstung erfolgen.
Überzeugt von der Kombination zeigte sich Stéphane Mille, der bei Aura Aero den Verteidigungsbereich leitet:
Durch die Kombination der Enbata MALE-Drohne von Aura Aero mit den Radar- und Elektronikkampffähigkeiten von Thales bieten wir den Streitkräften eine eigenständige, leistungsstarke und skalierbare ISR-Lösung. Diese Kombination aus einer Flugplattform der nächsten Generation und fortschrittlichen Sensoren wirkt als echter Kraftmultiplikator, steigert die operative Effektivität und erfüllt die Anforderungen aktueller und zukünftiger Missionen.— Stéphane Mille, Direktor des Verteidigungsbereichs bei Aura Aero
Fotocredits
© Aura AeroWeiterlesen

Loitering Munition Virtus von Stark: Panzerbrigade 45 „Litauen“ erprobt das System bei „Freedom Shield 2026“

Drohnenstationen für die Seeüberwachung: Rift beginnt Tests vor der französischen Küste

Seedrohnen für die Ostsee: Schweden kauft Überwachung von Saildrone als Dienstleistung

Seedrohnen: Eviden stellt mit SMX einen elektromagnetischen Navigationssensor vor

