Militärdrohnen in Belgien: Landstreitkräfte erweitern UAS-Ökosystem rund um Drohneneinheit in Peutie
Seit September 2025 wartet eine eigene Einheit in Peutie die Mikrodrohnen der belgischen Streitkräfte, ab Juni 2026 auch Mini- und Small-Drohnen. Dazu kommen ein Ausbildungsprogramm mit der Wirtschaft, Simulatoren und neue Fähigkeiten gegen gegnerische Militärdrohnen.

Auf die rasante Entwicklung und den immer häufigeren Einsatz unbemannter Luftfahrzeugsysteme (UAS) haben die belgischen Streitkräfte mit einer eigenen Drohneneinheit für Militärdrohnen reagiert. Aufgestellt wurde sie im September 2025 in Peutie. Seitdem dient sie als Zentrum für Wartung und Instandsetzung von Mikrodrohnen. Ab Juni 2026 kommen Mini- und Small-Drohnen hinzu, eine weitere Ausweitung ist geplant.
Prozesse werden zentralisiert, Ausbildung, Technik und operativer Einsatz enger miteinander verzahnt. Das soll die Effizienz erhöhen und zugleich die Truppenteile im Einsatz besser unterstützen. Angestrebt wird eine flexible Struktur, die sämtliche UAS-Aspekte abdeckt und direkt zur Einsatzbereitschaft der Drohnen beiträgt. Profitieren sollen davon auch jene Logistikbataillone, die Einheiten mit UAS-Fähigkeiten unterstützen.

Schon heute decken die belgischen Landstreitkräfte mit einem breiten Systemspektrum unterschiedliche Anforderungen ab. Für ein besseres Lagebild sorgen moderne Aufklärungsplattformen wie RQ-11 Raven, RQ-20 Puma und RQ-21 Integrator. Neue Möglichkeiten zur präzisen Bekämpfung von Zielen auf kurze Distanz bieten zugleich Entwicklungen wie Drohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View) und bewaffnete Drohnen. Nano- und Indoor-Drohnen ergänzen das Portfolio und erlauben Einsätze in komplexen, schwer zugänglichen Umgebungen.
Gemeinsam mit der zivilen Wirtschaft entstand ein umfassendes Ausbildungsprogramm, für dessen breite, multidisziplinäre Basis externe Fachleute aus verschiedenen Bereichen sorgen. Theoretisch geht es vor allem um Grundlagen der Aerodynamik, Steuerungssysteme und den rechtlichen Rahmen. Praktisch werden Flugtraining, Missionssimulationen sowie Module zu Wartung und Reparatur vermittelt. Außerdem investieren die Landstreitkräfte in moderne Drohnensimulatoren, mit denen sich realitätsnah ausbilden lässt.
Abwehr gegnerischer Militärdrohnen
Je wichtiger UAS werden, desto mehr Gewicht erhalten auch Gegenmaßnahmen, also die Drohnenabwehr (Counter-UAS). Anti-Drohnen-Systeme entwickeln sich technologisch sehr schnell weiter. Weil die Bedrohungen wachsen, bauen die Landstreitkräfte neue Fähigkeiten auf, um gegnerische Systeme zu detektieren, zu stören und zu bekämpfen.
Genutzt werden dafür unter anderem spezialisierte Radarsysteme, optische und akustische Sensoren sowie Funkfrequenz.
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