Unbemannte maritime Systeme: Quantum Systems bringt Seavex und Subvex aufs Wasser
Unbemannte maritime Systeme ergänzen erstmals das Portfolio von Quantum Systems. Seavex und Subvex werden in Sesimbra vorgestellt, bei der NATO-Übung „Repmus” erprobt und sollen über Mosaic UXS mit Luft- und Landsystemen zusammenarbeiten.

Erstmals nimmt Quantum Systems unbemannte maritime Systeme in sein Angebot auf. Damit spannt der Hersteller den Bogen vom Luftraum über Landoperationen bis hinab in 6.000 Meter Wassertiefe. Seavex, ein Fahrzeug für die Oberfläche, und Subvex, eines für den Einsatz unter Wasser, sollen vorrangig die dauerhafte Überwachung ausgedehnter Seegebiete sowie den Schutz kritischer Infrastruktur um neue Fähigkeiten bereichern. Vernetzt werden alle Systeme über eine gemeinsame Softwarearchitektur.
Ihre erste öffentliche Präsentation erleben die beiden Neuentwicklungen derzeit im portugiesischen Sesimbra; parallel laufen Erprobungen auf See, eingebettet in die maritime NATO-Übung „Repmus”. Bislang hatte sich das Portfolio des Unternehmens vor allem auf unbemannte Systeme in der Luft und an Land konzentriert – nun kommen Fähigkeiten über und unter Wasser hinzu.
Den Ausschlag gibt dabei weniger jede Plattform für sich als ihre Vernetzung. Seavex und Subvex sind vollständig in die Softwareplattform Mosaic UXS integriert (-> Mehr zu Mosaic: Präsentation von Thomas Haber, Director Program & Product, auf der „DroneVation” in Wien) und lassen sich so im Verbund mit den vorhandenen Luft- und Landsystemen des Herstellers betreiben. Fremde Sensoren und Plattformen soll die offene Architektur ebenfalls aufnehmen können.
„Zuerst haben wir uns auf die Luft konzentriert, dann kam die Landdomäne – nun erweitern wir unser Portfolio auf See. Der entscheidende Fortschritt liegt aber nicht darin, eine weitere Domäne hinzuzufügen, sondern darin, sie miteinander zu verbinden”— Florian Seibel, Co-CEO und Gründer von Quantum Systems
„Mit Seavex und Subvex integrieren wir erstmals maritime Systeme in Mosaic UXS und verbinden damit unbemannte Systeme in der Luft, an Land sowie auf und unter Wasser in einer gemeinsamen Architektur.”— Florian Seibel, Co-CEO und Gründer von Quantum Systems
Seavex bleibt bis zu zwei Monate auf See
Seavex ist ein unbemanntes Überwasserfahrzeug (USV), dessen Entwicklung sich in erster Linie an langdauernden Missionen zur Aufklärung und Überwachung orientiert hat. Bis zu zwei Monate Einsatzdauer auf See sind vorgesehen. Zur Ausstattung gehören ein Radar für Überwachung und Drohnenabwehr sowie Sensorik im elektrooptischen Bereich; Künstliche Intelligenz verarbeitet die erfassten Daten unmittelbar an Bord.

Informationen sammelt Seavex nicht nur selbst – das Fahrzeug ist zugleich als schwimmende Basis, gewissermaßen als Mutterschiff, für zusätzliche unbemannte Plattformen gedacht. Unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) starten von dort und landen wieder darauf, Unterwasserfahrzeuge docken an, laden ihre Akkus und überspielen Missionsdaten.
Einsetzbar ist Seavex damit etwa für die Überwachung weitläufiger Meeresgebiete, zur Sicherung von Häfen und kritischer Infrastruktur sowie in der Drohnenabwehr (Counter-UAS).
Subvex taucht bis auf 6.000 Meter
Mit Subvex, dem zweiten Neuzugang, wandert die Aufklärung in die Tiefe. Das unbemannte Unterwasserfahrzeug (UUV) arbeitet KI-gestützt und ist für autonome Missionen zur Aufklärung und Überwachung (ISR) bis in 6.000 Metern Tiefe konzipiert.
Eigene Rechenleistung, Sonar und akustische Sensoren ermöglichen Subvex in Fahrt einen autonomen Betrieb von bis zu vier Tagen. Mehrere Exemplare lassen sich auch verteilt einsetzen. Sind längere Überwachungsaufträge gefragt, kann das UUV am Grund des Meeres abgelegt werden und dort nach Angaben von Quantum Systems über mehrere Wochen passiv überwachen.

Denkbare Aufgaben sieht das Unternehmen in der Sicherung von Seekabeln am Meeresgrund und weiterer kritischer Infrastruktur im maritimen Raum, in der Grenzüberwachung sowie im Beobachten großer Meeresflächen und von U-Boot-Aktivitäten.
Unbemannte maritime Systeme im gemeinsamen Lagebild
Der Ansatz hinter Seavex und Subvex geht damit über das hinaus, wofür USV und UUV klassisch eingesetzt werden. Was Drohnen, Bodenfahrzeuge, Überwasser- und Unterwassersysteme erfassen, soll Mosaic UXS bündeln und zu einem gemeinsamen Lagebild verdichten.
„Maritime Operationen stehen vor einer grundlegenden Herausforderung: Die zu überwachenden Gebiete sind riesig, während Personal und verfügbare Systeme begrenzt sind”— Dirk Zademack, Managing Director Maritime bei Quantum Systems
„In der Luft und zu Land haben wir bereits ein Ökosystem aufgebaut, in dem unbemannte Systeme gemeinsam statt isoliert operieren. Dieses Prinzip übertragen wir nun mit Seavex und Subvex auf den maritimen Raum. So schaffen wir eine dauerhafte Präsenz auf und unter Wasser und führen die gewonnenen Informationen in einem gemeinsamen Lagebild zusammen.”— Dirk Zademack, Managing Director Maritime bei Quantum Systems
Zugleich beschleunigt der Schritt aufs Meer die Entwicklung von Quantum Systems weg vom reinen Drohnenhersteller, hin zu einem Anbieter autonomer Systeme für alle Domänen. Software, KI und Systemintegration sollen die unterschiedlichen Plattformen dabei immer stärker miteinander verbinden.
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