Unbemannte Systeme: Niederlande rufen Industrie zur Drohnen-Offensive APOS auf
Mit dem Aktionsplan APOS will Den Haag mehr unbemannte Systeme im eigenen Land entwickeln und bauen lassen. Start-ups und andere nationale Unternehmen können sich noch bis 29. Oktober an der Ausschreibung beteiligen.

Unbemannte Systeme deutlich stärker einsetzen: Mit diesem Ziel hat das niederländische Verteidigungsministerium die Industrie offiziell zur Zusammenarbeit aufgerufen. Rahmen ist der „Actieplan Productiezekerheid Onbemenste Systemen” (APOS): Nationale Unternehmen, vor allem Start-ups, sollen darin neue Drohnenkonzepte entwickeln und vorhandene Systeme verbessern.
Angestrebt wird, Produktion und Anpassungsfähigkeit von Drohnen in den Niederlanden abzusichern und dabei weniger von ausländischen Lieferanten abhängig zu sein.
Wie wichtig das Vorhaben ist, zeigt der Ukraine-Krieg: Für Aufklärung, Zielaufklärung und Gefechtsunterstützung sind unbemannte Systeme dort unverzichtbar geworden. Den Haag will Entwicklung und Fertigung solcher Systeme deshalb stärker im eigenen Land ansiedeln.
Ausschreibung für unbemannte Systeme bis 29. Oktober
Bis 29. Oktober läuft die Ausschreibung; Unternehmen können sich allein oder gemeinsam mit Partnern beteiligen. Im Rahmen von APOS suchen alle Teilstreitkräfte zusammen nach den besten unbemannten Systemen für ihre jeweiligen Einsatzanforderungen und entwickeln sie weiter. Gleichzeitig soll der heimische Markt so gestärkt werden, dass mehr Komponenten und Subsysteme im Inland entstehen.
Zum Kern des Programms gehört außerdem, dass in der Provinz Zuid-Holland ein nationales Drohnen-Testgebiet aufgebaut wird. Möglich sein sollen dort künftig auch Flüge außerhalb der Sichtlinie des Piloten – für realistische Erprobungen militärischer Drohnentechnologien ein entscheidender Schritt.
Zuletzt unterstrich Ministerpräsident Dick Schoof, dass die Niederlande bei unbemannten Systemen innerhalb der EU eine führende Rolle anstreben. Eine solide Basis dafür bilden das APOS-Programm, die enge Zusammenarbeit mit der Ukraine und Erfahrungen aus jüngsten Initiativen der NATO.
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