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Unmanned Systems / Maritime Drones

Unterwasserdrohne Sub Sea Baby: Ukraine meldet versenktes russisches U-Boot in Noworossijsk

Ein U-Boot der Warschawjanka-Klasse soll im Hafen von Noworossijsk von einer ukrainischen Unterwasserdrohne getroffen worden sein. Der SBU spricht von einer Versenkung, Moskau von einer gescheiterten Sabotage – was über Sub Sea Baby bekannt ist.

Attack on Russian submarine of the "Varshavyanka" type
© Archiv

Im Hafen von Noworossijsk ist nach Angaben des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) bei einer einzigartigen Spezialoperation ein russisches U-Boot versenkt worden – mithilfe einer Unterwasserdrohne. Getroffen wurde demnach ein Boot vom Typ Warschawjanka (Projekt 636.3, NATO: Improved Kilo II). Kommandiert wird der SBU von Generalleutnant Wassyl Maljuk.

Ausgeführt haben die Operation das 13. Hauptdirektorat für militärische Spionageabwehr des SBU und die ukrainische Marine gemeinsam.

Drei Varianten der Unterwasserdrohne

Eingesetzt wurde eine ukrainische Unterwasserdrohne des Typs Sub Sea Baby, über die bisher wenig bekannt ist. Das ukrainische Militärjournal Militarnyi nennt drei entwickelte Versionen: TLK 150, TLK 400 und TLK 1000.

Rund 2,5 Meter lang soll die TLK 150 sein; bei einer Reichweite von etwa 100 Kilometern kann sie demnach einen Gefechtskopf von 20 bis 50 Kilogramm tragen. Für die TLK 400 ist eine Bauweise mit vier bis sechs Metern Länge möglich, ihr Gefechtskopf darf bis zu 500 Kilogramm wiegen und über bis zu 1.200 Kilometer gebracht werden. Die TLK 1000 wiederum soll vier bis zwölf Meter lang sein und einen Gefechtskopf von bis zu 5.000 Kilogramm tragen können. Schon im Juni hatte die Ukraine eine Unterwasserdrohne für einen Angriff auf einen Pfeiler der Krim-Brücke eingesetzt.

Beim 13. Hauptdirektorat für militärische Spionageabwehr des Sicherheitsdienstes der Ukraine handelt es sich um eine Spezialeinheit, die sich als eine der wirksamsten militärischen Formationen des Landes erwiesen hat. Ihre Spezialeinsätze führt sie weit hinter der Frontlinie durch – darunter Angriffe mit Seedrohnen sowie Angriffe mit unbemannten Luftfahrzeugen (UAV) auf feindliche Infrastruktur.

Angriff auf russisches U-Boot vom Typ „Warschawjanka“
U-Boote des Typs „Warschawjanka“ während der Endausrüstung in einer russischen Werft. · © Archiv
Angriff auf russisches U-Boot vom Typ „Warschawjanka“
In der NATO-Klassifizierung werden die U-Boote des Projekts 636.3 als „Improved Kilo II“ geführt. · © Archiv
Angriff auf russisches U-Boot vom Typ „Warschawjanka“
„Warschawjanka“-U-Boote nutzen über Wasser Dieselantrieb; getaucht erfolgt der Betrieb entweder elektrisch oder über Dieselbetrieb mit Schnorchel. · © Archiv
Angriff auf russisches U-Boot vom Typ „Warschawjanka“
Die „Warschawjanka“ ist nicht für weltweite Hochseeoperationen ausgelegt, sondern primär für Einsätze in Binnen- und Randmeeren wie dem Schwarzen Meer oder dem Mittelmeer konzipiert. · © Archiv

Warschawjanka-U-Boote sind diesel-elektrisch angetriebene Träger von Marschflugkörpern. Die Boote messen rund 74 Meter und verdrängen getaucht etwa 3.950 Tonnen. Ihre Tauchtiefe reicht bis 300 Meter, die Besatzung umfasst 52 Mann, auf See bleiben können sie bis zu 45 Tage. Bewaffnet sind sie mit Torpedos und/oder Minen sowie mit bis zu vier Marschflugkörpern vom Typ Kalibr.

Auf über 400 Millionen Euro beziffert der Sicherheitsdienst der Ukraine den aktuellen Wiederbeschaffungswert eines solchen Bootes. Das jetzt getroffene U-Boot ist schon das zweite dieser Klasse, das im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mindestens schwer beschädigt wurde. Am 13. September 2023 hatten die ukrainischen Streitkräfte Trockendocks in Sewastopol mit Storm-Shadow-Raketen angegriffen und dabei die B-237 „Rostow am Don” massiv beschädigt.

Russland dementiert

Die russische Seite spricht dagegen nicht von einem versenkten U-Boot, sondern von einem gescheiterten Einsatz. Kapitän zur See Alexei Ruljew, Leiter der Pressestelle der russischen Schwarzmeerflotte, erklärte: „Die von den ukrainischen Geheimdiensten verbreiteten Informationen über die angebliche ,Zerstörung’ eines russischen U-Bootes in der Bucht des Marinestützpunkts Noworossijsk des Schwarzmeerflotten sind nicht zutreffend”.

Außerdem sagte Ruljew: „Der Versuch des Gegners, eine Sabotage mit einem unbemannten Unterwasserfahrzeug durchzuführen, hat seine Ziele nicht erreicht. Kein Schiff oder U-Boot der Schwarzmeerflotte, die in der Bucht des Marinestützpunkts Noworossijsk stationiert sind, sowie ihre Besatzungen haben durch die Sabotage Schäden erlitten und führen ihren Dienst daher im normalen Modus fort.”

Fotocredits

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