Unterwasserdrohnen im Test: Belgische und slowenische VSW-Teams trainieren an den Seen von l’Eau d’Heure
Eine Woche, zwei Marinen, ein Ziel: voneinander lernen. Beim gemeinsamen Training in der Provinz Hennegau erprobten Spezialkräfte aus Belgien und Slowenien autonome Unterwasserdrohnen – und das belgische Team steuerte erstmals eine slowenische Minenräumdrohne.

Belgische Spezialkräfte für sehr flache Gewässer (very shallow water; VSW) und ihre slowenischen Kollegen haben kürzlich gemeinsam an den Seen von l’Eau d’Heure in der Provinz Hennegau trainiert. Eine Woche lang erprobten sie dort Unterwasserdrohnen und andere fortschrittliche Unterwassertechnologien, tauschten sich über Arbeitsmethoden aus und stärkten so zugleich die europäische Zusammenarbeit.
Die belgischen Streitkräfte bilden an den Seen der Region schon seit vielen Jahren Operatoren für Unterwasserdrohnen aus. Der Grund: Fernab vom Betrieb auf dem Meer herrschen hier realistische Bedingungen für Einsätze in seichtem Wasser, mit vergleichbaren technischen Einschränkungen.

Unter diesen Voraussetzungen setzten die beiden VSW-Teams ihre autonomen Unterwasserdrohnen ein. Einmal programmiert, suchen die Geräte den Meeresboden ab, erkennen verdächtige Objekte und analysieren das Relief unter Wasser. Dieses Know-how baut die belgische Marine seit einigen Jahren auf und gibt es an ihre Partner weiter.
Austausch über Methoden und Ausrüstung
Wertvoller noch als Umgebung und Technik ist bei diesem Training der persönliche und fachliche Austausch. Gasper, ein Angehöriger der slowenischen Streitkräfte, wird in einer aktuellen Aussendung so zitiert:
Die Zusammenarbeit mit einer anderen Marine ist sehr bereichernd— Gasper, slowenische Streitkräfte
weil wir unsere Arbeitsmethoden und Ausrüstungen vergleichen und enorm viel voneinander lernen können.— Gasper, slowenische Streitkräfte
Tristan aus dem belgischen VSW-Team sieht das ebenso:
Die Zusammenarbeit mit einer anderen Marine, wie heute mit den Slowenen, ist ein großer Mehrwert. Sie zeigen uns ihre Ausrüstung, wir zeigen ihnen unsere, und wir vergleichen die Art und Weise, wie wir unsere jeweiligen Verfahren anwenden.— Tristan, belgisches VSW-Team
Im Lauf des Trainings durfte das belgische Team außerdem eine neue Minenräumdrohne aus Slowenien testen. Die Viper-Drohne ist in der Lage, eine Unterwassermine zu neutralisieren und danach zum Abholpunkt zurückzukehren – ein Konzept, für das sich die belgischen Bediener interessierten. Gesteuert wird sie über eine intuitive Schnittstelle, die an den Controller einer Spielkonsole erinnert. Nach nur wenigen Minuten hatte Tristan die Drohne vollständig im Griff.
Unterwasserdrohnen und gemeinsame Sicherheit

Angesichts gestiegener geopolitischer Spannungen und komplexerer Herausforderungen für die maritime Sicherheit wird es notwendig, zusammenzuarbeiten und einander zu kennen und zu verstehen. Gasper sagte dazu:
Da wir ähnliche Ausrüstung verwenden, ist die Zusammenarbeit einfach— Gasper, slowenische Streitkräfte
Die Arbeit vor Ort wurde dadurch erleichtert, und es blieb zugleich Raum, Praktiken auszutauschen und zu vergleichen.
Aus Sicht von Tristan fügen sich solche gemeinsamen Übungen nahtlos in den größeren Rahmen der NATO ein:
Gemeinsames Training ist wichtig, weil wir Teil derselben Allianz sind. Nur so können wir wirklich zusammenarbeiten, wenn es notwendig wird.— Tristan, belgisches VSW-Team
Fotocredits
© Jorn UrbainWeiterlesen

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