VTOL-Drohnen im Container: Sikorsky packt vier Nomad 100 in das Fast Pack
Mit dem Nomad 100 Fast Pack will die Lockheed-Martin-Tochter Sikorsky VTOL-Drohnen samt Infrastruktur rasch an jeden Ort bringen. Zwei Luftfahrzeuge sollen in weniger als 15 Minuten startklar sein; zu Kunden und Preisen schweigt das Unternehmen.

Ein einziger 20-Fuß-Container soll genügen, um vier einsatzbereite Drohnen mitsamt Steuerung, Kommunikation und Versorgung ins Feld zu bringen. Vorgestellt hat das mobile System namens Nomad 100 Fast Pack Sikorsky, das zu Lockheed Martin gehört. Die VTOL-Drohnen – ausgelegt für Senkrechtstart und -landung (VTOL) – sollen auch ohne ausgebaute Infrastruktur rasch einsetzbar sein.
Zielgruppe sind vor allem Streitkräfte, die unbemannte Systeme auf kurze Frist in abgelegenen oder umkämpften Einsatzgebieten brauchen und sie bei Bedarf schnell verlegen müssen. In dem Container stecken neben vier Nomad-100-Drohnen alle wesentlichen Komponenten für Missionsplanung, Kommunikation, Energieversorgung und Wartung.
Zwei der vier Drohnen sollen laut Sikorsky in weniger als 15 Minuten bereitstehen, für die übrigen beiden Luftfahrzeuge veranschlagt das Unternehmen vier bis sechs Stunden Vorbereitung. Ist der Einsatz beendet, wird das System wieder verpackt und kann auf einem geeigneten Transportfahrzeug zum nächsten Standort gebracht werden.
VTOL-Drohnen ohne Start- und Landebahn
Wie ein Hubschrauber startet die Nomad 100 senkrecht und kann in der Luft schweben; zugleich bietet sie die Vorteile eines Starrflügelflugzeugs bei Geschwindigkeit, Reichweite und Ausdauer. Auf Start- und Landebahnen ist sie deshalb nicht angewiesen und kann etwa von Schiffen, behelfsmäßigen Landeplätzen oder vorgeschobenen militärischen Stützpunkten aus operieren.
Welche Aufgaben die Drohne übernimmt, hängt laut Sikorsky von der Konfiguration ab. Das Spektrum reicht von Aufklärung, Überwachung und Zielerfassung (ISR-T) über leichte Angriffseinsätze bis zur logistischen Versorgung in umkämpften Gebieten.
Matrix steuert die Mission
Im Kern beruht das System auf Matrix, der Autonomielösung von Sikorsky, die beim Planen, Durchführen und Anpassen komplexer Missionen helfen soll. Während die Bediener festlegen, was die Mission erreichen soll, erledigt das System wesentliche Flug- und Missionsaufgaben automatisiert.
Entwickelt wurde die Nomad 100 im Programm Early VTOL Aircraft Demonstration (EVADE), das die US-Forschungsagentur DARPA finanziell förderte.
Beim Fast Pack zählt damit neben der Leistung der Drohne auch, wie schnell sie im Einsatzgebiet verfügbar ist. Indem vier Luftfahrzeuge und die nötige Infrastruktur in einem standardisierten Transportcontainer zusammengefasst werden, soll der logistische Aufwand sinken und der flexible Einsatz autonomer Systeme leichter werden.
Angaben zu möglichen Kunden, zu Preisen oder zu konkreten Beschaffungsaufträgen machte Sikorsky bei der Präsentation nicht.
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