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Counter-UAS / Aerial Drones

Abfangdrohne mit Strahlantrieb: Ukraine lässt Alexa Spatium für die Streitkräfte zu

Schnelle russische Kamikaze-Drohnen sind das Hauptziel: Mit Alexa Spatium erhält die Ukraine ihre erste Abfangdrohne mit Turbojet. Verfehlt sie ihr Ziel, kann sie zurückkehren. Zu Geschwindigkeit, Reichweite und Flughöhe schweigt das Ministerium.

Alexa Spatium Interceptor Drone
© Ukraine MoD

Eine neue Geschwindigkeitsklasse kommt in der ukrainischen Drohnenabwehr hinzu: Alexa Spatium ist der erste ukrainische Abfangdrohnen-Typ mit Strahlantrieb, den die Streitkräfte verwenden dürfen. Die kompakte, im Land entwickelte Abfangdrohne ist in erster Linie gegen schnelle russische Kamikaze-Drohnen gedacht. Scheitert ein Abfangversuch, kann sie zurückfliegen und noch einmal eingesetzt werden.

Als mögliche Ziele führt das Verteidigungsministerium ausdrücklich Geran-3, Geran-4, Geran-5 und Shahed-131 an. Aufklärungsdrohnen, Drehflügler und weitere Luftziele soll Alexa Spatium ebenfalls bekämpfen können. Laut Ministerium ist außerdem vorgesehen, sie gegen kleinere Ziele an Land und auf See einzusetzen.

Turbojet als Antrieb

Angetrieben wird die etwa 1,5 mal 1,7 Meter messende Drohne von einem Turbojet, der für hohe Geschwindigkeit und große Einsatzhöhe sorgen soll. Genaue Werte zu Höchstgeschwindigkeit, Reichweite und Flughöhe hat das ukrainische Verteidigungsministerium jedoch nicht genannt.

Für hohe Wendigkeit soll die Struktur aus Verbundwerkstoff sorgen, die relativ leicht und dennoch robust ist. Das Geschwindigkeitsspektrum ist breit: Laut Hersteller fliegt Alexa Spatium nicht nur sehr schnell, sondern auf Wunsch auch relativ langsam – das spart Treibstoff und verlängert die Einsatzdauer.

Ziele sucht und bekämpft die Drohne mithilfe von TV- und Infrarotsensoren; hinzu kommen Systeme für Steuerung und Videoübertragung. Geflogen werden kann sie entweder nach vorprogrammierten Koordinaten oder direkt gesteuert.

Gefechtsköpfe nach Zieltyp

Je nach Ziel lässt sich Alexa Spatium mit unterschiedlichen Gefechtsköpfen bestücken, genannt werden Splitter-Spreng-, Hohlladungs- und thermobarische Varianten. Das Gewicht der Nutzlast ist nicht öffentlich. Dem Verteidigungsministerium zufolge genügt sie aber, um verschiedene Luftziele wirksam zu bekämpfen.

Anders als klassische Abfangdrohnen für den einmaligen Gebrauch ist Alexa Spatium wiederverwendbar. Wird das vorgesehene Ziel nicht bekämpft, fliegt sie ins Startgebiet zurück und steht für einen weiteren Einsatz bereit. Je nach Mission dient das System also entweder als Effektor, oder es wird nach einem abgebrochenen oder gescheiterten Abfangversuch zurückgeholt.

Katapultstart in wenigen Minuten

Bewusst gering gehalten wurde auch die logistische Signatur. Ein Pickup genügt, um das gesamte System zu transportieren. Gestartet wird die Drohne von einem mobilen Katapult, das laut Hersteller binnen weniger Minuten einsatzbereit ist.

Sowohl Vorbereitung als auch Start laufen komplett ferngesteuert ab. Eine Stellung soll so nach der Ankunft schnell eingerichtet, ein Abfangeinsatz geflogen und die Einheit danach wieder verlegt werden können. Das ist wichtig, weil russische Aufklärung und weitreichende Wirkmittel ukrainische Luftverteidigungsstellungen ständig bedrohen.

Als weitere zentrale Vorteile hebt das Verteidigungsministerium – neben der hohen Mobilität – den modularen Aufbau, die weitgehend automatisierten Abläufe und den geringen Aufwand für die Vorbereitung einer Startstellung hervor.

Die Abfangdrohne als eigene Schicht der Luftverteidigung

Alexa Spatium ist ein weiterer Schritt beim massiven Ausbau der unbemannten Luftverteidigung der ukrainischen Streitkräfte. Abfangdrohnen sollen vor allem Ziele übernehmen, die mit klassischen Boden-Luft-Raketen zu bekämpfen wirtschaftlich problematisch ist. Zugleich brauchen die neuen Systeme genug Tempo, um auch leistungsstärkere und immer schnellere russische Drohnen abzufangen.

Folgerichtig ist daher der Schritt vom Propeller zum Jet: Mit mehr Geschwindigkeit und Einsatzhöhe wird das Zielspektrum größer, während die Reaktionszeit sinkt.

Wie hoch der Bedarf inzwischen ist, belegen Zahlen des ukrainischen Verteidigungsministeriums: Seit Anfang 2026 sind demnach schon 413 unbemannte Luftfahrtsysteme kodifiziert und zur Verwendung durch die Streitkräfte freigegeben worden, fast alle aus heimischer Produktion.

In dieses Arsenal bringt Alexa Spatium nun eine neue Kategorie ein – einen schnellen, mobilen und potenziell wiederverwendbaren Abfangjäger mit Jetantrieb, eigens für das Duell Drohne gegen Drohne konzipiert.

Fotocredits

© Ukraine MoD
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