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Counter-UAS / Aerial Drones

Abfangdrohne Blaze: Origin und WITU zeigen auf der MSPO neuen polnischen Splittergefechtskopf

Gerichtete Splitterwirkung, 700 Gramm Gewicht und eine Scharfschaltung, die sich im Flug wieder aufheben lässt: Origin aus Lettland und das polnische WITU präsentieren die Abfangdrohne Blaze in Kielce mit eigens entwickeltem Gefechtskopf.

Blaze
© Origin

Bei der Drohnenabwehr arbeiten der lettische Drohnenhersteller Origin und das polnische Militärinstitut Wojskowy Instytut Techniczny Uzbrojenia (WITU) künftig noch enger zusammen. Erstmals zeigen die Partner auf der Rüstungsmesse MSPO in Kielce die autonome Abfangdrohne Blaze mit der neuesten Version eines eigens entwickelten Splittergefechtskopfs. In mehreren europäischen NATO-Staaten ist das System bereits eingeführt.

Splitterwirkung im gerichteten Kegel

Origin verfolgt mit Blaze ein Konzept, dessen Bedeutung angesichts der wachsenden Bedrohung durch Drohnen und Loitering Munition zunimmt: Bekämpft werden sollen Drohnen mit vergleichsweise kleinen, schnellen Abfangdrohnen, die autonom fliegen.

Gemeinsam mit dem polnischen WITU präsentiert das lettische Unternehmen das System auf der MSPO in Kielce nun mit der neuesten Version eines gerichteten Splittergefechtskopfs, der speziell für BLAZE entstanden ist.

Statt eine schon vorhandene Munition zu integrieren, haben die beiden Partner den Gefechtskopf nach eigenen Angaben von Anfang an auf die Abfangdrohne und ihr Einsatzprofil zugeschnitten. 700 Gramm bringt das kompakte Modul auf die Waage; detoniert es, entsteht ein gerichteter Kegel aus Stahlfragmenten mit hoher Geschwindigkeit. So soll gegen das Luftziel eine konzentrierte Wirkung erreicht werden, ohne dass das Fluggerät dadurch unnötig an Gewicht zulegt.

Mehrfache Sicherung im Modul

Besonderes Augenmerk galt bei der Entwicklung der Sicherheit. Dazu hat WITU auch das sogenannte Electronic Safe and Arm Device (ESAD) entwickelt; es steuert, wann sich der Gefechtskopf scharfschalten und auslösen lässt.

Untergebracht sind Sprengladung, Splitterpaket, elektronisch gesteuerter Zünder und mechanische Sicherungen in einem gemeinsamen Modul. Zunächst bleibt der Gefechtskopf gesichert; scharfgeschaltet wird er erst, sobald zuvor festgelegte Flugbedingungen erfüllt sind.

Bemerkenswert: Im Flug lässt sich dieser Vorgang wieder umkehren. Nach einem abgebrochenen Abfangvorgang wechselt der Gefechtskopf automatisch zurück in einen sicheren Zustand, Blaze kann danach zurückfliegen und landen. Kommt es tatsächlich zum Angriff, wird dagegen zu einem genau festgelegten Zeitpunkt in der finalen Abfangphase ausgelöst.

Das ESAD, das wir für Origins Blaze entwickelt haben, erfüllt dieselben Sicherheits- und Standardisierungsanforderungen, die wir bei unserer Arbeit für die polnischen Streitkräfte anwenden— Oberst Piotr Ruliński, Leiter des Zentrums für Ballistik und unbemannte Systeme bei WITU

Nach Worten von Ruliński zeigt die Zusammenarbeit außerdem, wie polnische und baltische Industrie ihre jeweiligen Stärken für NATO-Streitkräfte bündeln könnten.

Erste NATO-codifizierte Abfangdrohne

Für den neuen Gefechtskopf gibt es eine NATO Stock Number (NSN). Origin zufolge ist Blaze damit die erste NATO-codifizierte autonome Abfangdrohne, die mit einem Stanag-konformen Gefechtskopfmodul angeboten wird.

Ausgelegt ist Blaze selbst darauf, schnelle Luftziele wie Drohnen und Loitering Munition zu bekämpfen. Daten eines Radars übernimmt das System direkt und gibt sie an den Autopiloten an Bord weiter. Daraufhin fliegt Blaze autonom auf das Ziel zu, erfasst und verfolgt es und führt den Abfangvorgang am Ende unter Aufsicht eines Bedieners aus.

Mehr Fertigung in Europa

Gleichzeitig baut Origin seine Produktionskapazitäten in Europa aus. Nach eigenen Angaben arbeitet das Unternehmen dafür mit mehreren Elektronikherstellern zusammen, die in Europa produzieren. Hintergrund ist die steigende Nachfrage aus NATO-Staaten.

Kunden hat Blaze bereits: Als erster europäischer Staat bestellte und übernahm Lettland das System, laut Origin folgten Estland, Belgien und Frankreich. Weitere alliierte Staaten stecken dem Unternehmen zufolge schon im Beschaffungsprozess.

Fotocredits

© Origin
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