Drohnenabwehr in Hamburg: Polizei beschafft Counter-UAS-Drohnen A1 Falke von Argus Interception
Nach dem Anschlagsversuch von Leipzig rüstet Hamburg bei der Drohnenabwehr nach: Die Polizei erhält Counter-UAS-Systeme von Argus Interception, deren Technik auf ein Hamburger Forschungsprojekt zurückgeht. In Dienst gehen sollen sie noch heuer.

Unbekannte Drohnen über Flughäfen und anderer sicherheitssensibler Infrastruktur sind in Deutschland in den vergangenen Jahren zu einer deutlich ernster genommenen Bedrohung geworden. In Hamburg reagierte man früh darauf: Schon vor der Fußball-EM 2024 baute die Polizei Hamburg moderne Fähigkeiten für den Einsatz von Drohnen und für die Drohnenabwehr auf. Diese sollen nun weiter wachsen. Um die polizeiliche Drohnenabwehr (Counter-UAS) zu stärken, investiert die Stadt in zusätzliche moderne Systeme von Argus Interception.
Andy Grote, Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg, unterstrich: „Hamburg entwickelt seine Fähigkeiten im Bereich der Drohnenabwehr immer weiter. Nicht zuletzt der Anschlagsversuch von Leipzig hat deutlich gemacht, dass konsequentes Handeln und nächste technologische Schritte erforderlich sind”. Weiter sagte er: „Mit der Anschaffung von modernen Drohnendetektions- und Abfangsystemen verstärken wir unseren Schutz gegen hybride Angriffe kurzfristig und wirksam und greifen dafür auf ein hocheffizientes Sytem zurück, das als Ergebnis einer Hamburger Forschungskooperation entwickelt wurde.”
Neue Option für die Drohnenabwehr der Polizei
Noch in diesem Jahr sollen die beschafften A1-Falke-Systeme in Dienst gestellt werden. Sie ergänzen die vorhandenen Systeme der Polizei Hamburg und erweitern deren Möglichkeiten vor allem in komplexen und sensiblen Einsatzumgebungen. Die A1-Drohnen sind für verschiedene Szenarien ausgelegt, die vom Schutz kritischer Infrastrukturen über öffentliche Veranstaltungen bis zu weiteren sicherheitsrelevanten Lagen reichen.
Den Ausschlag gibt bei Argus Interception ein integrierter Systemansatz, nicht eine einzelne Technologie: Erkennung, Lagebild, Bewertung und Entscheidung greifen koordiniert ineinander, bis hin zur kontrollierten Intervention. Die Polizei Hamburg erhält damit eine zusätzliche operative Handlungsoption für ihre bestehende Abwehr unbemannter Fluggeräte.
Für das Unternehmen schließt die Beschaffung zugleich symbolisch einen Kreis, denn zentrale technologische Grundlagen stammen aus dem Hamburger Forschungsumfeld. Die Helmut-Schmidt-Universität und die Universität der Bundeswehr Hamburg leiteten das Konsortium des Forschungsprojekts Falke, in dem gemeinsam mit weiteren Partnern erforscht wurde, wie sich unkooperative Drohnen unter realen Einsatzbedingungen durchgängig detektieren und abwehren lassen.
„Nicht zuletzt der Anschlagsversuch von Leipzig hat deutlich gemacht, dass konsequentes Handeln und nächste technologische Schritte erforderlich sind.”
Andy Grote, Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg
Argus hat die daraus entstandenen technologischen Ansätze in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, industrialisiert und zu einer Counter-UAS-Lösung gemacht, die für den operativen Einsatz bereitsteht. Unter anderem nutzt bereits die Bundeswehr Systeme des Unternehmens.
Sven Steingräber, Mitgründer und Chief Sales Officer von Argus Interception, sagt: „Für uns schließt sich mit Hamburg ein besonderer Kreis: Hier liegen wichtige Ursprünge unserer Technologie. Und heute wird daraus eine konkrete operative Fähigkeit für die öffentliche Sicherheit. Das zeigt, wie aus deutscher Forschung, industrieller Entwicklung und enger Zusammenarbeit mit Anwendern einsatzfähige Lösungen entstehen können”.
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