Drohnenabwehr in Rumänien: US-System Merops ist einsatzbereit und in die Armee integriert
Von den USA bereitgestellt, nun in das Verteidigungssystem der rumänischen Armee eingebunden: Merops soll die Drohnenabwehr des Landes stärken. Ein Abfangflugkörper kostet etwa 12.700 Euro, in der Ukraine gilt das System als erprobt.

Einsatzbereit gemacht und in das Verteidigungssystem der rumänischen Armee integriert: Das meldet das Pressebüro des rumänischen Verteidigungsministeriums zum System Merops für die Drohnenabwehr. Zur Verfügung gestellt hatten es die Vereinigten Staaten im Rahmen der bilateralen strategischen Partnerschaft mit Rumänien.
Den Anstoß gaben Planungen, die General Gheorghiță Vlad, Chef des rumänischen Generalstabs, bereits im Jänner dieses Jahres eingeleitet hatte. Er koordinierte auch die Ausbildung jener militärischen Besatzungen, die das neue Abfangsystem betreiben sollen.
Bei Merops handelt es sich um eine moderne technologische Lösung, die auf Algorithmen der künstlichen Intelligenz aufbaut. Entwickelt wurde sie, um kleine Luftziele in niedrigen Flughöhen zu erkennen, zu verfolgen und zu neutralisieren. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums soll die Integration die Fähigkeiten der rumänischen Streitkräfte stärken, Bedrohungen durch unbemannte Luftfahrtsysteme zu erkennen und zu bekämpfen; zugleich ergänzt sie jene Maßnahmen, die den nationalen Luftraum schon bisher schützen.
Nach Rumänien gebracht worden sein dürfte das Merops-System schon im vergangenen Herbst. Seit mehreren Monaten hieß es in Berichten, es sei zwar einsatzbereit, aber noch nicht in das Luftverteidigungssystem integriert.
Drohnenabwehr mit Radar von Leonardo und günstigen Abfangflugkörpern
Ausgestattet wurden die Startgeräte mit dem Mehrzweckradar RPS-42 des Herstellers Leonardo – als Teil jener Architektur, die die US-Armee an der Ostflanke getestet und validiert hat. Mit AESA-Technologie überwacht das Radar den Luftraum und liefert in einem Radius von 30 Kilometern präzise Koordinaten. Ihren großen taktischen Vorteil hat die Merops-Plattform darin, dass ihre Einsätze finanziell nachhaltig sind: Etwa 12.700 Euro kostet ein einzelner Abfangflugkörper. Die Kostenasymmetrie, die entsteht, wenn konventionelle Flugabwehrraketen gegen Kamikaze-Drohnen eingesetzt werden, fällt damit zu einem großen Teil weg.
Erprobt an der Front in der Ukraine
Was das System leisten kann, beruht nicht auf Simulationen, sondern auf echtem Kampfeinsatz. Berichten zufolge hat Merops an der Front in der Ukraine hohe operative Wirksamkeit gezeigt, wenn es darum ging, Shahed-Drohnen der russischen Invasionskräfte zu zerstören. Nach Einschätzung von US-Militärvertretern gehen 40 Prozent aller Drohnen dieses Typs, die von der ukrainischen Luftverteidigung zerstört wurden, auf das Konto dieses Systems.
Eine rumänische Militärpublikation zieht dieses Fazit: Mit Merops in der nationalen Verteidigungsarchitektur verschaffe sich die rumänische Armee eine im Gefecht erprobte Fähigkeit. Diese sei notwendig, um unbefugte Eindringlinge abzuwehren und den nationalen Luftraum vor neuen Bedrohungen durch unbemannte Luftfahrtsysteme zu schützen.
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