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Counter-UAS / Aerial Drones

Netzwerferdrohnen für die Bundeswehr: Vertrag mit Volumen von bis zu 1,1 Milliarden Euro

Der Haushaltsausschuss gab grünes Licht, einen Tag später unterschrieb das BAAINBw: Die Bundeswehr holt sich Netzwerferdrohnen, die Ziele einfangen statt abschießen. Offen bleiben Stückzahlen und Auftragssumme – Medien nennen die A1-Falke von Argus Interception.

Netzabfangdrohne
© Argus Interception

Unbemannte Fluggeräte sollen künftig nicht mehr nur abgeschossen, sondern eingefangen werden: Dafür beschafft die Bundeswehr spezielle Netzwerferdrohnen, deren erste Exemplare schon 2027 geliefert werden sollen. Zum Zug kommt laut Berichten deutscher Medien die A1-Falke, ein Produkt des deutschen Herstellers Argus Interception; der Auftrag soll ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro haben.

Unterzeichnet wurde der Beschaffungsvertrag am 15. Oktober vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Einen Tag zuvor hatte bereits der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages seine Zustimmung erteilt.

Anlass ist die zunehmende Gefahr, die von Klein- und Kleinstdrohnen ausgeht, denn diese lassen sich immer öfter nutzen, um militärische Einrichtungen auszuspähen oder Sabotage zu versuchen.

Fangnetz statt Abschuss

Ihren besonderen Vorteil ziehen die neuen Systeme aus der Art, wie sie wirken. Eindringende Drohnen werden weder abgeschossen noch elektronisch gestört, sondern mit einem verschossenen Netz gefangen und danach kontrolliert an einem vorab bestimmten Punkt abgesetzt.

Vor allem in dicht besiedelten Gebieten soll das die Gefahr verringern, die von unkontrolliert abstürzenden Drohnen und ihren Trümmerteilen ausgeht. Hinzu kommt, dass die gefangenen Fluggeräte für spätere Untersuchungen erhalten bleiben.

Zielverfolgung weitgehend automatisiert

Um mögliche Bedrohungen zu erkennen und zu verfolgen, nutzen die Netzwerferdrohnen sowohl Aufklärungsmittel am Boden als auch eigene Sensoren an Bord. Abgefangen wird ein Ziel jedoch erst, wenn ein Bediener dies freigegeben hat.

Abhängig vom Szenario verfolgen die Systeme eindringende Drohnen entweder aktiv, oder sie werden an einer festgelegten Verteidigungslinie eingesetzt – so lassen sich auch schnell anfliegende Ziele abfangen.

Als Einzellösung sind die Fluggeräte dabei nicht gedacht, vielmehr sollen sie vorhandene Fähigkeiten der Drohnenabwehr ergänzen, unter anderem im Zusammenspiel mit Detektionsradaren und elektronischen Störsystemen.

Netzwerferdrohnen von Argus Interception als Milliardenauftrag?

Deutschen Presseberichten zufolge fällt die Wahl der Bundeswehr auf die A1-Falke, eine Netzabfangdrohne von Argus Interception. Beziffert wird das Auftragsvolumen dort mit rund 1,1 Milliarden Euro.

Netzabfangdrohne
Das Auftragsvolumen liegt Medienberichten zufolge bei rund 1,1 Milliarden Euro. · © Argus Interception

Die Bundeswehr selbst äußert sich offiziell allerdings zurückhaltend. Auf Nachfrage nannte eine Sprecherin keine Zahl der tatsächlich zu beschaffenden Netzwerferdrohnen. Aus Gründen der militärischen und operativen Sicherheit könne man weder einzelne Auftragssummen noch Stückzahlen kommentieren.

Einsatz im Inland wie im Ausland

Geschützt werden sollen vor allem Liegenschaften der Bundeswehr im In- und Ausland sowie Standorte verbündeter Streitkräfte in Deutschland. Infrage kommt außerdem der Schutz kritischer Infrastruktur und sensibler Veranstaltungen.

Durch die Beschaffung erhält die Drohnenabwehr der Bundeswehr eine zusätzliche Methode zum Abfangen. Eine wichtige Rolle könnten die Netzwerferdrohnen künftig vor allem dort spielen, wo ein Abschuss unbeteiligte Personen erheblich gefährden würde.

Fotocredits

© Argus Interception
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