Aufklärungsdrohne Twister: Bundeswehr beschafft System von Quantum Systems als Aladin-Nachfolger
Der Haushaltsausschuss hat zugestimmt: 147 Twister ersetzen bei der Bundeswehr die Aufklärungsdrohne Aladin, ein Rahmenvertrag lässt bis zu 600 weitere Systeme zu. Das Fluggerät von Quantum Systems wird bereits in der Ukraine gefertigt.

Die deutsche Bundeswehr wird mit der Twister eine neue Aufklärungsdrohne erhalten. Hersteller des unbemannten Luftfahrzeugs (UAV) ist das bayerische Unternehmen Quantum Systems GmbH, über die Beschaffung berichtet das deutsche Fachmagazin Europäische Sicherheit & Technik (ESUT).
Ablösen soll die Twister das System Aladin (Abbildende luftgestützte Aufklärungsdrohne im Nächstbereich), das seit 2005 im Dienst der Bundeswehr steht. Grünes Licht kam am 3. Dezember vom Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages. Bestellt werden zunächst 147 Systeme, die rund 16 Millionen Euro kosten und bis 2028 ausgeliefert werden sollen. Wie ESUT weiter berichtet, erlaubt ein Rahmenvertrag den Abruf von bis zu 600 zusätzlichen Systemen, finanziell beläuft sich das Gesamtvolumen auf 85 Millionen Euro.
Die Twister ist ein senkrecht startendes Flächen-UAV für den Nächstbereich. Bei 3,8 Kilogramm Gewicht misst es 60 Zentimeter in der Länge und 125 Zentimeter in der Spannweite. Zwei Elektromotoren halten das System bis zu 90 Minuten in der Luft, bei einem Radius von 15 Kilometern, maximal 3.700 Metern Höhe und Datenübertragung in Echtzeit. Zur selben Typenfamilie wie der Videosensor-Gimbal (elektrooptisch/infrarot, EO/IR) der Twister gehört auch jener der neuen Kurzstrecken-Luftaufklärungsdrohne Magni-X des Österreichischen Bundesheeres.

Sensorik der Aufklärungsdrohne
Als Sensor dient an der Twister der Nighthawk2-UZ von Next Vision. Entwickelt wurde der duale, EO/IR-stabilisierte Kameraturm für Anwendungen der Fernbeobachtung, die ein sehr geringes Gewicht verlangen. Er erfasst die Umgebung mit 360 Grad rundum, vergrößert insgesamt bis zu 40-fach, verfolgt Ziele automatisch und kann optional Ziele per Laser beleuchten. Alternativ trägt die Twister einen akustischen Sensor, um etwa Schussgeräusche von Artillerie oder Granatwerfern auf ±5 Grad genau zu orten.

Präzisionslandungen und Kollisionsvermeidung bei Tag und Nacht beherrscht die Twister ebenso wie unterbrechungsfreien Flugbetrieb ohne globales Satellitennavigationssystem (GNSS). Für die integrierte KI-Verarbeitung sorgt ein Prozessor vom Typ NVIDIA Jetson Orin NX, der Szenen unmittelbar analysiert und die Lage einschätzt. Kommuniziert wird über einen Dualband-Datenlink mit AES-256-Verschlüsselung. Zudem soll sie mit Drone Port kompatibel sein, dem autonomen Startsystem von Quantum Systems.
Erstmals öffentlich gezeigt hat Quantum Systems die Twister im Februar 2025 beim Defence Tech Innovations Forum in Kiew. Dem ukrainischen Militärmagazin Militarnyi zufolge läuft seit Juli zudem in ukrainischen Werken die Produktion der Twister-Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte.
Fotocredits
© Quantum Systems3 e1776241731694 · © Quantum SystemsWeiterlesen

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