Bodendrohnen: Tencore aus der Ukraine stellt eigenes UGV-Ökosystem mit vier Plattformen vor
Von Logistik über Verwundetenevakuierung bis zur Brandbekämpfung: Das ukrainische Unternehmen Tencore bündelt vier Plattformen für Bodendrohnen – unbemannte Landfahrzeuge – in einem System und will damit Einsatz, Wartung und die Einbindung zusätzlicher Ausrüstung vereinfachen.

Mit dem „Tencore Ecosystem” hat das ukrainische Unternehmen Tencore ein Ökosystem für unbemannte Landfahrzeuge (UGV) angekündigt: Vier Klassen terrestrischer Robotersysteme für militärische und zivile Einsätze werden darin zusammengeführt. Als Erster berichtete der ukrainische Militärblog Militarnyi darüber, dem eine Pressemitteilung des Unternehmens vorlag.
Nach Darstellung von Tencore ist das Tencore Ecosystem das erste umfassende Ökosystem dieser Art in der Ukraine. Abdecken soll es ein breites Aufgabenspektrum: Logistik, Verwundetenevakuierung und Feuerunterstützung ebenso wie das Überwinden von Wasserhindernissen sowie Einsätze zur Brandbekämpfung und Rettung.
Der Entwickler verfolgt das Konzept, durch die Integration verschiedener Plattformen in ein einziges System deren Einsatz und Wartung zu vereinfachen und zusätzliche Ausrüstung leichter einbinden zu können. Wie Militarnyi berichtet, hob Tencore hervor, dass viele unterschiedliche bodengestützte Robotersysteme im Einsatz zusätzliche Herausforderungen schaffen – bei Logistik, Personalausbildung, Reparaturen und der Interoperabilität der Kommunikationssysteme.
Tencore wird mit den Worten zitiert: „Bislang mussten Militäreinheiten eine ‚technologische Menagerie’ aus verschiedenen Arten unbemannter Robotersysteme von Dutzenden unterschiedlicher Entwickler zusammenstellen. Dies führte zu Chaos aufgrund der zusätzlichen Belastung in Bezug auf Logistik, Wartung, Ausbildung des Personals und der Inkompatibilität von Kommunikationssystemen”. Und weiter: „Das Tencore-Ökosystem löst dieses Problem durch eine ‚All-in-One’-Lösung.”
Vier Plattformen im Ökosystem für unbemannte Landfahrzeuge
Das Fundament bilden vier bodengestützte Roboterplattformen mit jeweils eigenem Einsatzzweck. Am Anfang steht TerMIT, ein modular aufgebautes Kettenfahrzeug. Abhängig von der Ausrüstung übernimmt es logistische und ingenieurtechnische Aufgaben, evakuiert Verwundete oder dient als Träger für Kampfmodule.

Bei der ukrainischen Armee ist TerMIT bereits im Einsatz: Weitere 29 Einheiten für Logistik-, Evakuierungs- und Angriffseinsätze übergab Tencore den Streitkräften erst im Juli kostenlos. Im August folgte der Test eines Kampfmoduls, ausgestattet mit Raketenflammenwerfern RPV-16, die für die Plattform TerMIT 2.0 entwickelt wurden. Ein eigens für dieses Fahrzeug entwickeltes Spezialmodul soll außerdem die Bergung beschädigter oder manövrierunfähiger UGVs erleichtern.
Radfahrzeuge, Amphibie und Löschplattform
Als zweite Komponente gehört das Radfahrzeug TOR 4×4 zum Ökosystem. Ausgestattet mit gepanzerten „Run-Flat”-Reifen, ist es vorrangig für Logistik und Frachttransport unter schwierigen Bedingungen ausgelegt. Plattform Nummer drei ist das amphibische Radfahrzeug MAT1LDA 8×8, eine Entwicklung von NODRICS, das mit jedem Gelände zurechtkommt. Konzipiert ist es dafür, schwieriges Terrain und Wasserhindernisse zu bewältigen.
Als viertes System komplettiert das Kettenfahrzeug TRAX UTILITY das Angebot – eine Mehrzweckplattform für Brandbekämpfung und Rettung, ausgelegt für den zivilen Bereich ebenso wie für Spezialeinheiten. Zu diesem Zweck verfügt TRAX über einen ferngesteuerten Wasserwerfer, dessen Durchfluss sich zwischen 300 und 2.000 Litern pro Minute regeln lässt. Bis zu drei Kilometer weit reicht die Fernsteuerung. Laut Unternehmen kam der Prototyp bereits bei der Abwehr russischer Angriffe in der Region Kiew zum Einsatz.
Fotocredits
© Tencore · © MilitarnyiWeiterlesen

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