Bodendrohne „Ameise” erhält gepanzertes Evakuierungsmodul CaseEvak für Verwundete
Ein Unternehmen aus Ternopil rüstet seine ferngesteuerte Bodendrohne „Ameise” mit einer Panzerkapsel aus: CaseEvak soll Verwundete von bedrohten Frontabschnitten bergen und sie während der Fahrt schützen und beobachten.

Mit „CaseEvak” hat das ukrainische Unternehmen „Robotic Complexes” (Роботизовані комплекси) aus Ternopil ein eigens entwickeltes Evakuierungsmodul präsentiert. Gedacht ist es für „Ameise” (Мураха), eine ferngesteuerte Bodendrohne auf Ketten.
Verwundete sollen damit aus Frontabschnitten geborgen werden, deren Evakuierungswege ständig von Drohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View), von Artillerie und von Mörserfeuer bedroht sind. Im Unterschied zu üblichen Frachtplattformen stünden beim System der Schutz und der Komfort des Verwundeten im Mittelpunkt.
Herzstück ist eine geschlossene Panzerkapsel, gefertigt aus 3,5 Millimeter starkem Stahl der Sorte Armox 500T und innen mit HDPE 1000 verkleidet. Die Kapsel hält Splitter und Witterung ab, federt Stöße und Vibrationen ab und ist einfach sauber zu halten. Zur Ausstattung zählen ein Verbandskasten, Beleuchtung, Bodenheizung und Belüftung; beobachten lässt sich der Verwundete über Kameras, die einen Tag- und einen Nachtkanal haben, sowie über eine Gegensprechverbindung. Weil Türen seitlich und hinten angebracht sind, kann von mehreren Richtungen aus beladen werden.

Firmengründer und Geschäftsführer Ihor Tschajkiwskyj erläuterte den Ansatz im Gespräch mit dem Portal dev.ua: „Man muss sich die Frage stellen, was mit einem Verwundeten geschieht, nachdem er auf die Plattform verladen wurde. Hat er Schutz vor Splittern? Bleibt während des Transports der Kontakt zu ihm erhalten? Wir sind der Auffassung, dass eine Evakuierungsdrohne eine spezialisierte Lösung sein muss, die von den Bedürfnissen des Verwundeten her gedacht wird”.
Steuerung, Antrieb und Reichweite der Bodendrohne
Als Steuerverbindung stehen ELRS, LTE, Starlink oder Glasfaser zur Wahl. Auch wenn sich die Kapsel von der Basisplattform löst, bleibt sie über zwei voneinander unabhängige Kanäle verbunden. Für den Vortrieb sorgen zwei Elektromotoren zu je 8 kW, die zusammen ein Drehmoment von 1.600 Newtonmetern liefern; gespeist werden sie aus einem tauchgekühlten LiFePO4-Akku mit 35 Kilowattstunden. Bis zu 80 Kilometer weit reicht eine Fahrt. Auf die Kapsel entfallen 344 Kilogramm, insgesamt bringt das unbemannte Landfahrzeug (UGV) 1.031 Kilogramm auf die Waage.

Nach Angaben des ukrainischen Fachjournals Militarnyi wurde der Panzerstahl schon ballistisch geprüft, und zwar aus 50 Metern Entfernung mit verschiedenen Kalibern. In Arbeit ist zusätzlicher Schutz gegen FPV-Drohnen, etwa durch Gitteraufbauten, Netzwerfer und Systeme der elektronischen Kampfführung. Später sollen die Vitalparameter des Verwundeten überwacht und an Sanitäter weitergegeben werden, solange das Fahrzeug unterwegs ist. Die Basisplattform „Ameise” selbst übernimmt bereits als Bodendrohne Logistikaufgaben; ihre Komponenten stammen zu 80 Prozent aus der Ukraine, die Nutzlast beträgt bis zu eine Tonne.
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