Drohnenschwarm per Glasfaser: Russland entwickelt das System Cerberus
Sechs bis zwölf Copter-Drohnen, verbunden über Glasfaserkabel und von nur einer Person mithilfe künstlicher Intelligenz geführt: Russische Entwickler arbeiten an einem Drohnenschwarm namens Cerberus. Ein Prototyp soll beim „Army-2025”-Forum gezeigt werden.

Ein neuer Drohnenschwarm aus Russland soll über Glasfaserkabel gesteuert werden: Entwickler dort haben dafür ein innovatives Konzept entworfen. Von einer mobilen Plattform aus – vorgeführt an einem Lkw – sollen sechs bis zwölf Copter-Drohnen starten und unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Den kompletten Schwarm soll dabei ein einzelner Bediener mit Unterstützung durch künstliche Intelligenz (KI) führen können. Benannt ist das System Cerberus nach dem mehrköpfigen Höllenhund aus der griechischen Mythologie.
Als Gehirn des Systems dient das Cerberus-Modul am Lkw, die zentrale Steuerungseinheit. Sämtliche Drohnen sind per Glasfaserkabel miteinander vernetzt, was eine sichere Kommunikation ohne Störungen erlaubt. Ein Teil von ihnen soll Aufklärung und Überwachung übernehmen, der andere identifizierte Ziele gezielt angreifen.

Seine Stärke zieht das System aus der stabilen und sicheren Glasfaser-Verbindung, die für hohe Bildqualität sorgt und Echtzeitinformationen ohne Verzögerung überträgt. Während die Drohnen autonom agieren, greift der Bediener vor allem überwachend ein. Rund 170 Kilogramm wiegt das Cerberus-Modul; es versorgt sich selbst mit Energie und lässt sich rasch auf passenden Lkw montieren.
Vorbild „Prinz Vandal von Nowgorod”
Besonders geeignet sind Glasfaser-gesteuerte Drohnen laut Nikolai Ivashov, offizieller Vertreter der Firma Fly Drone, für Angriffe auf elektronisch geschützte Ziele. Gezeigt habe das bereits die russische Kamikazedrohne „Prinz Vandal von Nowgorod”, eine über Glasfaser gelenkte Drohne mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View).

Veröffentlichte Bilder zeigen einen russischen Soldaten, der diese Drohne in Händen hält: links der braune Hohlladungsgefechtskopf, rechts die schwarze Trommel mit der Glasfaser. In dokumentierten Einsätzen wurden Reichweiten von mehr als 20 Kilometer erreicht. Die Bilder des Systems sind hochauflösend und kommen nahezu verzögerungsfrei an; für funkbasierte Drohnendetektionssysteme bleibt es unsichtbar, und Störsender richten nichts aus.
Drohnenschwarm-Prototyp für „Army-2025” angekündigt
Als mögliche Schwachstelle gilt allerdings das Cerberus-Kontrollzentrum selbst, umfangreiche Tests stehen daher noch aus. Präsentiert werden soll ein erster Prototyp im August auf dem „Army-2025”-Forum. Das russische Verteidigungsministerium richtet diese Rüstungsmesse jedes Jahr im „Patriot”-Themenpark in Kubinka aus, rund 50 Kilometer westlich von Moskau.
Als erstes Land hat Russland Glasfaser-gesteuerte FPV-Drohnen erfolgreich eingesetzt. Ukrainische Drohnenentwickler beziffern den russischen Vorsprung bei dieser Technologie auf etwa vier Monate – Ursache seien nicht technologische Defizite, sondern Schwierigkeiten beim Aufbau von Lieferketten und Produktionskapazitäten. In der Ukraine kostet ein 20-Kilometer-Glasfaser-Set für eine FPV-Drohne derzeit rund 500 Euro.
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