Kampfdrohne Kizilelma: Baykar trifft Seeziel mit überschallschneller Jet-230-Rakete auf über 120 Kilometer
Eine Kampfdrohne feuert eine Überschallrakete: Bei einem Flugtest in Merzifon traf die Bayraktar Kizilelma mit einer Jet-230 von Roketsan ein Seeziel. Es ist die jüngste in einer Reihe von Premieren des türkischen Programms.

Mit der Bayraktar Kizilelma hat die türkische Rüstungsschmiede Baykar einen weiteren Meilenstein erreicht: Bei einem Flugtest schoss die Kampfdrohne, ein unbemanntes Kampfflugzeug, zum ersten Mal die überschallschnelle Luft-Boden-Rakete Jet-230 von Roketsan ab. Das Seeziel wurde aus mehr als 120 Kilometern Entfernung präzise getroffen.
Schauplatz war der 5. Jet-Hauptstützpunkt im türkischen Merzifon. Geflogen wurde das Vorserienmodell S2, das zuvor vom Baykar-Testzentrum in Çorlu dorthin verlegt worden war. Auf mehrere Flüge zur Vorbereitung und Erprobung folgte der Start mit zwei JET-230-Lenkwaffen unter den Tragflächen – und der erfolgreiche Scharfschuss.
Den Test leitete Selçuk Bayraktar, Vorstandsvorsitzender und Technikchef von Baykar, persönlich. Sein Kommentar:
Ein weiterer Meilenstein ist erreicht— Selçuk Bayraktar, Vorstandsvorsitzender und Technikchef von Baykar
Türkische Lenkwaffen: Die Integration geht weiter
Baykar führt mit dem gelungenen Jet-230-Test die konsequente Integration heimischer Präzisionsbewaffnung fort. Erprobt hatte die Kizilelma zuvor bereits die Luft-Luft-Lenkwaffe Gökdogan sowie die Präzisionswaffen Tolun, Teber-82 KGK und LGK-82, jeweils mit Erfolg. Die neue Fähigkeit vergrößert das Einsatzspektrum des unbemannten Kampfflugzeugs vor allem bei weitreichenden Präzisionsschlägen auf Bodenziele.
Kampfdrohne mit Premieren in Serie
Schon Ende 2025 hatte die Kizilelma international Aufmerksamkeit erregt. Nach Baykar-Angaben gelang es ihr im November als erstem unbemannten Kampfflugzeug weltweit, ein strahlgetriebenes Luftziel mit einer Beyond-Visual-Range-Luft-Luft-Rakete abzuschießen. Aufgefasst wurde das Ziel vom Murad-AESA-Radar von Aselsan, bekämpft mit einer Gökdogan-Lenkwaffe.
Wenige Wochen danach folgte die nächste Premiere: Erstmals flogen zwei Kizilelma-Prototypen autonom in Formation. KI-gestützte Schwarmalgorithmen hielten beide Systeme ohne menschliche Steuerung in enger Formation – ein weiterer Schritt hin zu künftigen vernetzten Luftkampfsystemen.

Rolle in der künftigen Luftkriegsführung der Türkei
Zu den ambitioniertesten Luftfahrtprogrammen der Türkei wird die Bayraktar Kizilelma gezählt. Ausgelegt ist das unbemannte Kampfflugzeug für Einsätze Luft-Luft und Luft-Boden sowie für den Betrieb im vernetzten Gefechtsfeld. In Zukunft soll die Plattform unter anderem im Verbund mit bemannten Kampfflugzeugen operieren und auch von Flugzeugträgern beziehungsweise amphibischen Angriffsschiffen aus eingesetzt werden.
Neben der Technik treibt Baykar auch den Ausbau seiner internationalen Marktstellung voran. Nach eigener Darstellung ist das Unternehmen der weltweit größte Exporteur unbemannter Luftfahrzeuge; 2025 erzielte es eigenen Angaben zufolge 2,2 Milliarden US-Dollar (rund 1,93 Milliarden Euro) Exportumsatz. Inzwischen entfallen rund 90 Prozent der Umsätze auf den Export.
Über die Kampfdrohnen Bayraktar TB2 und Akinci hat Baykar eigenen Angaben zufolge mit insgesamt 39 Staaten Exportverträge geschlossen. Die Kizilelma steckt dagegen noch in der Erprobungsphase.
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© Baykar · © LeonardoWeiterlesen

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