Militärdrohne für elektronische Kampfführung: Thales und Autonomous Devices zeigen EW-UAS1 auf der DSEI
Stören, täuschen, passiv überwachen: Die Militärdrohne EW-UAS1 soll See- und Landstreitkräften eine fliegende Plattform für elektronische Kampfführung liefern – zuerst gedacht zum Schutz von Kriegsschiffen vor Seezielflugkörpern.

Eine gemeinsam entwickelte Militärdrohne für die elektronische Kampfführung (EloKa, englisch Electronic Warfare, EW) haben Thales und die britische Firma Autonomous Devices auf der Rüstungsmesse DSEI präsentiert. Die drohnengestützte Plattform trägt die Bezeichnung EW-UAS1 und richtet sich an See- und Landstreitkräfte.
Im System fließen das Know-how von Autonomous Devices bei Drohnen und die Kompetenz von Thales in Führung und Integration auf dem Feld der elektronischen Kampfführung zusammen. Zugleich „erfüllt es die Zertifizierungsanforderungen für Einsätze sowohl im zivilen als auch im militärischen Luftraum”, heißt es in einer aktuellen Aussendung.
Den Hintergrund bildet die zunehmende Rolle, die elektronische Kampfführung in heutigen Konflikten spielt, defensiv wie offensiv. Um ihre EW-Systeme wirkungsvoll nutzen zu können, brauchen Streitkräfte Plattformen, die agil und ausdauernd sind und sich leicht wiederverwenden lassen. An diesem Punkt setzt das neue Turnkey-System an.
Marie Gayrel, bei Thales Vice President Intelligence, Surveillance and Reconnaissance, sagt dazu: „Die von Thales und Autonomous Devices entwickelte drohnengestützte Lösung ist ein technologischer Game-Changer. Sie ermöglicht den Streitkräften eine verlässliche, passive Fähigkeit zur Abwehr moderner Bedrohungen bei gleichzeitiger Langstreckenabschirmung sensibler Assets”.
Von Ken Wahren, CEO von Autonomous Devices, kommt die Ergänzung: „Die Integration dieser Technologien erschließt EW-Fähigkeiten weit über den bisherigen Stand hinaus – ein entscheidender Schritt, um hochwirksame Gegenmaßnahmen gegen sich rasch entwickelnde Bedrohungen bereitzustellen”.
Was die Militärdrohne gegen Seezielflugkörper leisten soll
Vor allem zum Schutz von Kriegsschiffen vor modernen Seezielflugkörpern ist der EW-UAS ausgelegt. Geschwindigkeit, Agilität und Ausdauer erlauben einen raschen Einsatz der Drohne: Anfliegende Raketen soll sie früh erkennen und mit elektronischen Gegenmaßnahmen – Soft Kill (elektronische Abwehr) – abwehren.
Zusätzlich deckt das System sensible Einheiten an Land und auf See mit Störmissionen, welche die Radaraufklärung und Zielerfassung des Gegners erschweren. Neben dem aktiven Stören ist auch passives Überwachen möglich, wodurch die Bedrohungserkennung deutlich weiter reicht. Gegnerische Radaremissionen, etwa für Waffenführung, Zielverfolgung oder Aufklärung, kann EW-UAS orten und im Anschluss stören oder manipulieren.
Mit solchen Täuschungsmanövern entsteht ein alternatives Radarbild: Gegnerische Operatoren werden verwirrt, Raketen vom Kurs abgebracht, und eigene hochwertige Assets bleiben von vornherein unentdeckt.
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