Militärdrohnen aus China: „Jiutian SS-UAV” soll als Drohnen-Mutterschiff über 100 Kleindrohnen starten
Das chinesische Staatsfernsehen hat mit der „SS-UAV” ein 15 Tonnen schweres Drohnen-Mutterschiff vorgestellt. Unter den Militärdrohnen sticht es durch Raketen-Nutzlast und mehr als 100 Kleindrohnen hervor – und könnte als Erstschlagswaffe gedacht sein.

Unter den Militärdrohnen ist es ein fliegendes Drohnen-Mutterschiff der Superlative: China stellt die „SS-UAV” vor. Raketen tragen soll das 15 Tonnen schwere System ebenso wie mehr als 100 Kleindrohnen, die es im Flug starten kann. Damit wäre es ein potenzielles Erstschlagsinstrument, das vermutlich für einen Einsatz weit vor Beginn eines Konflikts ausgelegt ist.
Bekannt wurden die Informationen über den Kanal CCTV-14 des chinesischen Staatsfernsehens.

Den Angaben zufolge ist der Erstflug des neuen Drohnen-Mutterschiffs schon für Juni geplant. Rund 15 Tonnen soll die „Jiutian SS-UAV” wiegen, 25 Meter Flügelspannweite haben und in 15.000 Metern Reiseflughöhe bis zu 7.000 Kilometer weit fliegen. Damit gehört die Großdrohne zur Klasse der Drohnen mit großer Flughöhe und langer Flugdauer (HALE, High Altitude Long Endurance). Als Nutzlast sind Raketen an Außenlaststationen vorgesehen, insgesamt bis zu 1.000 Kilogramm. Aus dem Rumpf der „SS-UAV” sollen außerdem mehr als 100 Kleindrohnen im Flug gestartet werden können.

Auf den bisher veröffentlichten Bildern ist ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV) zu sehen, das ein großes Jet-Triebwerk auf dem Rücken und ein Doppel-Leitwerk trägt. Gondeln unter den Tragflächen nehmen das Hauptfahrwerk auf. Unter dem Bug lässt sich eine stabilisierte elektrooptische/Infrarot-Optik (EO/IR) erkennen; die Radome lassen auf ein Radar sowie auf Satellitenkommunikation schließen.

Wofür China solche Militärdrohnen einsetzen könnte
Aus taktischer Sicht würde eine Drohne mit mittlerer Flughöhe und langer Flugdauer (MALE) oder eine HALE-Drohne wie die „SS-UAV” in einem laufenden Konflikt in jedem Fall Luftüberlegenheit im Einsatzraum benötigen. Näher liegt daher, dass die „SS-UAV” vor einem Konflikt als konventionelle Erstschlagswaffe dienen soll.

Denkbar wäre etwa eine Einwegmission im internationalen Luftraum, bei der sie überraschend und in sehr kurzer Zeit Abstandslenkwaffen sowie zahlreiche, vermutlich KI-gesteuerte Kleindrohnen startet.
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