Militärdrohnen als Begleiter: Frankreichs Kampfhubschrauber erproben die „Drohnisierung des Luftkampfs”
Bemannte Hubschrauber bleiben auf dem Gefechtsfeld zentral, sagt Frankreichs Heereschef Pierre Schill. Das 3. RHC verknüpft sie deshalb mit Militärdrohnen – vom FPV-Flug aus der Gazelle bis zum Drohnen-Wingman, der bis 2040 Realität sein soll.

Dass Drohnen im Krieg in der Ukraine laufend an Gewicht gewinnen, ändert nach Überzeugung von General Pierre Schill nichts daran: Auf dem Gefechtsfeld bleiben bemannte Hubschrauber auch künftig zentral. Schill führt als Stabschef die Armee Frankreichs (chef d’état-major de l’Armée de terre/CEMAT). Auf dieser Grundlage entwickelt das 3. Kampfhubschrauberregiment (3. RHC) gerade ein Konzept, überschrieben mit „Drohnisierung des Luftkampfs”. Es soll vorantreiben, dass Militärdrohnen gezielt in die Kriegsführung der leichten Luftstreitkräfte der Armee (L’aviation légère de l’armée de Terre/ALAT) eingebunden werden.
Inspection du commandement de l’Aviation Légère de l’@armeedeterre.
L’ALAT tire les leçons des conflits modernes. Elle s’entraîne pour demeurer le fer de lance du combat aéroterrestre.
Les drones, désormais incontournables, sont progressivement intégrés aux côtés des… pic.twitter.com/GHFbyU7rwM— Chef d’état-major de l’armée de Terre (@CEMAT_FR) December 13, 2024
Worin die Aufgabe dabei liegt, beschreibt Schill als „Sicherstellung der Synergien zwischen Hubschrauber und Drohne, um die operative Überlegenheit der ALAT in der 3. Dimension zu gewährleisten”.
Das 3. RHC verfolgt mit seiner Entwicklungsarbeit demnach ein weiter gestecktes Ziel. Angestrebt werden die „Stärkung und Beschleunigung der Zusammenarbeit zwischen Nanodrohnen und ALAT-Flugzeugen, um die Wirksamkeit des Aufklärungskreislaufs zu erhöhen” – letztlich gehe es darum, „hochintensive taktische Effekte zu erzielen”.

FPV-Flug aus der Gazelle
Bei einem der Entwicklungsexperimente saß ein Drohnenpilot in einem Kampfhubschrauber vom Typ Gazelle und steuerte von dort aus eine FPV-Drohne – FPV steht für First-Person View, die Sicht aus der Ich-Perspektive. Derzeit befasst sich die ALAT mit dem Konzept der Aircraft Launched Vehicles. Oberstleutnant Bertrand de Kerangat erläutert es in Combats Futures – im jüngsten Heft dieses vom Future Combat Command (CCF) herausgegebenen Magazins:
„Dabei handelt es sich um Geräte, die kinetische oder nichtkinetische Effekte mit kurzer oder mittlerer Reichweite erzeugen”— Oberstleutnant Bertrand de Kerangat
Aus den Experimenten des 3. RHC soll die Einsatzdoktrin für die luftgestarteten Drohnen der Zukunft hervorgehen. Einmal gestartet, sollen sie ein Ziel in bis zu 20 Kilometer Entfernung zerstören oder rund um ihren „tragenden” Hubschrauber in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometer aufklären können.
Militärdrohnen als Wingman bis 2040
Den nächsten Schritt skizziert de Kerangat so:
„Die nächste Phase der Drohnisierung des Luftkampfs könnte auf einer taktischen Luftkampfdrohne basieren, die in ihrer optimierten Version als Wingman für einen bemannten Hubschrauber fungieren könnte”— Oberstleutnant Bertrand de Kerangat
Das französische Militär geht davon aus, dass der Luftkampf bis 2040 „drohnengestützt” sein wird. Für Oberstleutnant de Kerangat bedeutet das: Es „wird sich das Einsatzkonzept deutlich verändern, und Hubschrauber werden von taktischen Drohnen begleitet, die bei allen Arten von Operationen und in jedem Gelände eingesetzt werden”.
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