Militärdrohnen aus der Ukraine: F-Drones liefert erstmals 2.000 F10 für das Pentagon in die USA
Erstmals hat die Ukraine unter Kriegsrecht den Export kompletter, im Inland gebauter Militärdrohnen genehmigt: F-Drones schickt 2.000 F10-Angriffsdrohnen in die USA. Grundlage ist ein Vertrag aus dem „Drone Dominance”-Programm.

Militärdrohnen aus ukrainischer Produktion gehen erstmals in die USA: Der Drohnenhersteller F-Drones hat 2.000 Angriffsdrohnen vom Typ F10 dorthin geliefert, gestützt auf einen zuvor mit dem Pentagon geschlossenen Vertrag. Voraussetzung dafür war, dass die staatliche Exportkontrollbehörde der Ukraine zum ersten Mal den Export einer Charge einsatzbereiter Kampfdrohnen in die USA genehmigte.
Einer ukrainischen Militärpublikation zufolge ist es zudem eine Premiere, dass die Regierung unter dem in der Ukraine geltenden Kriegsrecht offiziell grünes Licht für die Ausfuhr vollständig montierter, im Inland gefertigter Militärdrohnen gibt. Bisherige vergleichbare Genehmigungen und Beschlüsse galten nur für die Weitergabe bestimmter Technologien, Komponenten oder Teile – komplette Waffensysteme waren nicht darunter.

Wie F-Drones mitteilt, hat eine Drohnenlieferung die ukrainische Grenze bereits passiert; noch in diesem Monat soll sie für Ausbildung und Tests an das US-Militär gehen. Grundlage ist ein Vertrag, den F-Drones als Gewinner der ersten Phase des „Drone Dominance”-Programms der US-Regierung abgeschlossen hat. Die Genehmigung lag dem Unternehmen zufolge schon vor, bevor die Beschlüsse des neuen Ministerkabinetts in Kraft traten, die den Export von Gütern für militärische Zwecke unter Kriegsrecht generell vereinfachen.
Es steht noch eine komplexe logistische Phase bevor, aber wir gehen davon aus, dass die Drohnen noch in diesem Monat zu Trainings- und Testzwecken an das US-Militär übergeben werden— Stas Khutor, CEO von F-Drones
Militärdrohnen im Praxistest in Fort Benning
Auf den US-Markt kam der ukrainische Hersteller über die UDD Tech Corp, die seine Produkte in den Vereinigten Staaten vertritt. Dieses Unternehmen nahm im Februar in Fort Benning, Georgia, an den „Gauntlet I”-Tests teil, die die erste Phase von „Drone Dominance” bildeten.
Erprobt wurden die Drohnen von US-Militärangehörigen in praktischen Einsätzen. Bewertet wurde dabei nicht allein die Flugleistung; ebenso zählten Fertigungskapazitäten, eine verlässliche Lieferkette und die Fähigkeit, große Aufträge rasch abzuwickeln. Nach den Tests landete das F10-System unter 25 Teilnehmern auf Rang sechs. Als einer der elf Gewinner der ersten Phase erhielt UDD Tech Corp einen Auftrag über 2.000 Drohnen und qualifizierte sich damit zugleich für die nächste Programmphase.
„Drone Dominance” hat ein Volumen von 1 Milliarde Dollar (rund 870 Millionen Euro); binnen der nächsten zwei Jahre sollen damit kleine, tödliche Drohnen beschafft werden. Mehr als 200.000 Exemplare sind bis 2027 vorgesehen, die selbst unter härtesten Gefechtsbedingungen tödliche Angriffe ausführen können sollen. Gesteuert werden alle aktuell erprobten Drohnen von militärischen Bedienern; die Bewertung richtet sich nach ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Einsatzszenarien zu absolvieren.
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