Seedrohnen aus der Ukraine: Militärgeheimdienst GUR präsentiert Magura V7 als Nachfolger der V5
Nach der Magura V5 folgt die größere Magura V7: Die Seedrohnen des GUR werden schwerer, reichweitenstärker und tragen Raketen. Parallel sucht die Ukraine Exportkunden für die Seawolf, und Russland plant eigene Marineregimenter mit unbemannten Systemen.

Den Krieg um das Schwarze Meer hat faktisch die ukrainische Marinedrohne Magura V5 gewonnen, die von der Gruppe 13 des militärischen Nachrichtendienstes der Streitkräfte der Ukraine (GUR) eingesetzt wird. Was von der russischen Schwarzmeerflotte übrig ist, liegt im Hafen von Noworossijsk, geschützt durch mehrfache Sperren. Jetzt hat der GUR mit der Magura V7 den Nachfolger unter den ukrainischen Seedrohnen vorgestellt.
Seedrohnen der nächsten Generation: mehr Größe, Gewicht und Reichweite
Gegenüber dem Vorgängermodell ist die Magura V7 klar gewachsen: Sie misst 7,2 Meter und verdrängt 3,4 Tonnen. Das neue Modell hält nun Seegangsstärke 3 statt nur Stärke 2 aus und damit Wellen von bis zu zwei Metern Höhe. Ein Dieselmotor mit 270 PS treibt die Drohne an; mit 23 Knoten Höchstgeschwindigkeit ist sie etwas langsamer als der Vorgänger. Dafür fasst der Tank 1.200 Liter, womit sie mindestens 48 Stunden und bis zu sieben Tage auf See bleiben kann. Die Reichweite liegt bei bis zu 1.500 Kilometern.

650 Kilogramm Nutzlast erlauben es unter anderem, zwei Raketen vom Typ AIM-9 Sidewinder oder Wympel R-73 mitzuführen.
Abseits des Kampfeinsatzes denken die Entwickler aber auch an zivile Varianten. So ist etwa die Magura W6P geplant, die Logistikaufgaben wie Frachtlieferungen, aber auch Patrouillenfahrten oder Brandbekämpfung erledigen soll.

Kommuniziert wird über eine Satellitenverbindung mit mehreren Kanälen, die vor den Effekten feindlicher elektromagnetischer Kampfsysteme geschützt ist.
Erste Erfolge gibt es bereits: Vor dem Hafen von Noworossijsk gelang es der Ukraine mit einer Plattform dieses Typs, einen russischen Kampfjet vom Typ Suchoi Su-30SM (NATO: Flanker-H) abzuschießen.
Seawolf soll Abnehmer im Ausland finden
International will die ukrainische Rüstungsindustrie ihr technologisches Know-how nun vermarkten. Die neue Mehrzweck-Seeoberflächendrohne mit dem Namen Seawolf stellte sie deshalb sowohl auf der DEFEA 2025 in Athen als auch bei den Defence24 Days in Polen vor.

Sechs Varianten des Systems hat der Hersteller Nordex/Ekskalibur im Angebot. Allen Versionen liegt dieselbe Plattform zugrunde – Rumpf, Motor, Antrieb, Kommunikationssystem, Optik und Steuerung –, deren Parameter weitgehend jenen der Magura V7 entsprechen.
Die Missionsausrüstungen unterscheiden sich je nach Version:
- Version MG: Turm mit 12,7-Millimeter-M2-Maschinengewehr
- Version MGR: Radarsystem
- Version Seawolf R: vier Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-9
- Version Seawolf EW: Ausrüstung für die elektromagnetische Kampfführung
- Version M: kann Minen legen
- Version D: Träger- und Startplattform für Drohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View)

Russland plant Marineregimenter für unbemannte Systeme
Wie wirksam die ukrainischen Seedrohnen sind, hat Russland selbst zu spüren bekommen. Nun will auch die russische Seite eigene Marineregimenter aufstellen, deren Schwerpunkt der Einsatz unbemannter Systeme sein soll. Das Aufgabenspektrum der Boote soll breit sein und von Aufklärung und Angriff bis zur Suche und Neutralisierung von Minen reichen.

Geplant sind nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums mindestens fünf solche Einheiten, davon drei im europäischen Landesteil und zwei für die Pazifikflotte. Fotos erster Prototypen wurden vor Kurzem veröffentlicht.
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