Unbemannte Bodenfahrzeuge: Quantum Systems und Daimler Truck vernetzen Lkw mit Mosaic
Lkw von Daimler Truck sollen über die Software Mosaic mit Drohnen und anderen Systemen zusammenspielen. Das MoU mit Quantum Systems zielt auf Konvois, teleoperiertes Fahren und unbemannte Bodenfahrzeuge in der militärischen Logistik.

Mit einem Memorandum of Understanding (MoU) haben Quantum Systems und Daimler Truck eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Im Mittelpunkt stehen unbemannte Luft- und Landsysteme für militärische Einsätze – darunter unbemannte Bodenfahrzeuge.
Zusammenlaufen sollen die Informationen der Luft- und Landsysteme in der Software Mosaic von Quantum Systems. Indem Daimler Truck seine Fahrzeuge dort einbindet, wird das Lagebild besser – und damit steigt auch der Schutz der beteiligten Personen. Auf der militärischen Fachkonferenz Log.Net 2026 in Koblenz ist derzeit ein Mercedes-Benz Arocs zu sehen, der bereits in Mosaic integriert ist.
Für autonome Logistiksysteme hat Quantum Systems mit dem Mosaic Ground Autonomy Kit eine klare und zugleich ehrgeizige Entwicklungsroadmap. Am Anfang stehen sogenannte Leader-Follower-Operationen: Ein bemanntes Fahrzeug fährt einem Konvoi aus mehreren unbemannten Lastwagen voran.
Teleoperiertes Fahren beherrscht das Kit schon heute. So lassen sich Fahrzeuge auch in Zonen mit hohem Risiko nutzen, ohne dass das Bedienpersonal die sichere Distanz verlassen muss.
Die Entwickler haben das System absichtlich offen für verschiedene Plattformen gestaltet: Es passt in unterschiedliche Fahrzeugflotten und ist an keinen bestimmten Hersteller gebunden. Weil sich das Mosaic Ground Autonomy Kit nachrüsten lässt, kommen auch vorhandene Fahrzeuge in Frage. Streitkräfte können ihre Logistikflotten auf diese Weise Schritt für Schritt mit autonomen Funktionen ausstatten und die Technologie skalierbar einführen.
Indem wir unsere Fahrzeuge in Mosaic einbinden, können wir sie künftig nahtlos mit anderen bodengebundenen Systemen und unbemannten Luftsystemen vernetzen. Unsere Lkw entwickeln wir dabei zu teilautonomen und unbemannten Fahrzeugplattformen weiter.— Daniel Zittel, Head of Defence Sales, Daimler Truck AG
Unbemannte Bodenfahrzeuge in Serie: Partner für die Defence-Strategie
Daimler Truck zählt zu den größten Nutzfahrzeugherstellern der Welt und ist in der Lage, militärische Fahrzeuglösungen in hohen Stückzahlen zu fertigen. Künftig sollen auch unbemannte Fahrzeuge in industriell skalierbarem Maß bereitstehen. Dazu kombiniert der Konzern das eigene Know-how in Entwicklung und Produktion mit der technologischen Kompetenz spezialisierter Partner und Start-ups. Solche Kooperationen mit Technologiepartnern sind ein Kernstück der Defence-Strategie von Daimler Truck: Neue Fähigkeiten sollen so zuverlässig und rasch in die Fahrzeuge gelangen.
Europas technologische Souveränität stärken
Autonomie in der militärischen Logistik bedeutet, die operative Leistungsfähigkeit moderner Streitkräfte zu vervielfachen— Hendrik Kramer, Vice President Ground Domain bei Quantum Systems
Durch die Kombination bewährter Fahrzeugplattformen mit unserem operationell erprobten Autonomy Kit ermöglichen wir es Streitkräften, Nachschub auch in umkämpften Einsatzräumen mit weniger Personal, höherer Resilienz und vollständiger Integration in bestehende Führungsstrukturen zu bewegen.— Hendrik Kramer
Strategisch reicht die Partnerschaft über die eigentliche Zusammenarbeit hinaus und betrifft Deutschland wie Europa. Gestärkt werden Kompetenzen in Automobilbau, Autonomie und KI, die im Verteidigungsbereich als Schlüsseltechnologien gelten. Außerdem wollen die Partner technologische Abhängigkeiten verringern und widerstandsfähige Lieferketten für sicherheitsrelevante Fähigkeiten und Fertigungen ausbauen.
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