Unbemannte Systeme für die Schweizer Armee: VBS plant Zentrum „Eiger“, Drohnenbataillon und Rekrutenschule
Mehr Drohnenflüge über militärischen und kritischen Anlagen, eine veränderte Bedrohungslage: Das VBS setzt auf unbemannte Systeme, Drohnenabwehr und Robotik. Standort, Budget und Eröffnungsdatum des neuen Zentrums sind allerdings noch offen.

Drohnen, Drohnenabwehr und Robotik bilden angesichts der Bedrohungslage einen strategischen Schwerpunkt des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Über ein Zentrum für unbemannte Systeme sollen neue Technologien zusammen mit Wissenschaft und Wirtschaft rascher entwickelt, getestet und in die Truppe gebracht werden.
Tech Hub und Kommando unter einem Dach
Geplant ist ein zivil-militärisches Zentrum für Drohnen und Robotik, das sich aus zwei Teilen zusammensetzt: einem Tech Hub und einem militärischen Kommando. Der Tech Hub führt zusammen, was die Truppe braucht, was die armasuisse technologisch kann und was Hochschulen, Start-ups und Industrie wissen.
Gemeinsam sollen dort neue Lösungen entstehen, getestet und schnell für militärische Einsätze verfügbar gemacht werden. Zum militärischen Kommando gehören eine Versuchs- und eine Ausbildungsorganisation. Es testet neue Systeme unter Bedingungen, die der Realität möglichst nahekommen, und ist für die Ausbildung des Drohnenbataillons zuständig.
Offenstehen soll das Kompetenzzentrum auch anderen Departementen, den Kantonen und Blaulichtorganisationen. „Eiger“ lautet der Projektname. Festgelegt sind bislang weder Standort noch Budgetrahmen oder Eröffnungsdatum; gegründet werden soll es nach dem Willen von Verteidigungsminister Martin Pfister in den kommenden Monaten.
Eigene Drohnentruppe ab 2028
Für Aufklärung, Wirkung und Abwehr wird die Armee ab 2028 ein eigenes Drohnenbataillon einsetzen. Den Grundstein legt eine erste Drohnen-Rekrutenschule, die schon im Frühjahr 2027 starten, die nötigen Kompetenzen systematisch aufbauen und das Bataillon mit Personal alimentieren soll.
Über das Bataillon hinaus sollen Drohnenkompetenzen in der ganzen Armee verankert werden. Zugute kommen dabei Wissen und Erfahrung der Milizangehörigen, die aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie stammen.
Unbemannte Systeme und Drohnenabwehr: Geld für beides
Investiert wird in den Einsatz von Drohnen ebenso wie in ihre Abwehr; erste Systeme zur Drohnenabwehr sind schon eingeführt. Den nächsten Fähigkeitsschritt hat der Bundesrat mit der Armeebotschaft 2026 angestoßen. Das Rüstungsprogramm 2027 sieht weitere Mittel vor – zum Schutz zusätzlicher Infrastrukturen und Verbände sowie für die Ausrüstung des neuen Drohnenbataillons.

Weil sich die Technologien ständig und schnell weiterentwickeln, will die Armee gezielter beschaffen: in kleineren Stückzahlen und in kürzeren Zyklen. Systeme, die sich bewähren, sollen rasch zur Truppe kommen und dort anhand der Erfahrungen im Einsatz weiterentwickelt werden.
Zuständigkeiten auf dem Prüfstand
Heute liegt die Drohnenabwehr in den Händen unterschiedlicher Behörden und Stellen sowie privater Infrastrukturbetreiber. Unter Leitung des VBS nimmt eine interdepartementale Arbeitsgruppe die geltenden Zuständigkeiten und Rechtsgrundlagen unter die Lupe und klärt, was sich angesichts der veränderten Bedrohungslage ändern muss. Hintergrund dieser Arbeiten ist auch ein Auftrag des Parlaments.
Ausgelöst wurde die Entwicklung unter anderem dadurch, dass über militärischen und kritischen Infrastrukturen in der Schweiz mehr Drohnen fliegen. Einen raschen Aufbau von Fähigkeiten bei Drohnen und Robotik und deren umfassende Integration in die Armee hat der Bundesrat mit den Leitlinien für die Verteidigung vom 19. Juni 2026 und mit der Rüstungsplanung vorgegeben.
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