Drohnenabwehr mit dem Eurofighter: BAE Systems schießt erstmals APKWS-II-Lenkflugkörper vom Typhoon
Auf einem britischen Übungsgelände hat ein Typhoon der Royal Air Force erstmals APKWS-II-Lenkflugkörper verschossen. Für die Drohnenabwehr zählt vor allem der Preis: Die Laserlenkwaffe kostet nur einen Bruchteil moderner Luft-Luft-Lenkwaffen.

Für die Drohnenabwehr in Europa ist es ein großer Schritt: Von einem Eurofighter Typhoon aus hat BAE Systems die ersten Testschüsse mit APKWS II absolviert, einer kostengünstigen Präzisionswaffe, und dabei die Abwehr unbemannter Flugsysteme erfolgreich erprobt.
Hergestellt wird das APKWS-Laserleitsystem von BAE Systems in den USA. Die kampferprobte Lösung ist vielseitig einsetzbar und wurde dafür konzipiert, einer Vielzahl von Bedrohungen zu begegnen, ohne die Kosten eines Einsatzes in die Höhe zu treiben. Streitkräfte weltweit nutzen sie bereits.

Ausgangspunkt des Tests war das Flugtest-Entwicklungszentrum des Unternehmens in Warton, Lancashire. Zum Einsatz kam ein Typhoon-Test- und Evaluierungsflugzeug der Royal Air Force (RAF), das auf einem britischen Militärübungsgelände ein bodengestütztes Ziel erfolgreich angriff.
Wie BAE Systems mitteilt, soll die von der RAF unterstützte Maßnahme wertvolle Erkenntnisse liefern, wie sich kostengünstige Präzisionswaffen in das Flugzeug integrieren ließen – vor allem Waffen gegen Drohnen, bei denen es auf erschwingliche Abfangmöglichkeiten ankommt. Zugleich gehört der Test zu einer Reihe geplanter Leistungssteigerungen, mit denen die Schlagkraft des Typhoon in heutigen wie künftigen Luftkampfeinsätzen wachsen soll.
BAE Systems video about the APKWS trial from Typhoon. We get a glimpse of the actual firing and an image of the rocket tearing through a floating target. pic.twitter.com/BwKPMzlJ9z— Gabriele Molinelli (@Gabriel64869839) April 9, 2026
Als staatlicher Anbieter von Luftkampfkapazitäten im Vereinigten Königreich spielen wir eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der britischen Streitkräfte – in enger Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium entwickeln wir Technologien, die unsere nationalen Verteidigungsfähigkeiten stärken.— Richard Hamilton, Geschäftsführer Luftoperationen im Luftfahrtbereich von BAE Systems
Dieser Test mit dem APKWS-Laserlenkungssatz am Typhoon demonstriert eine bahnbrechende Fähigkeit und eine kosteneffiziente Lösung, die die ohnehin schon beeindruckende Bandbreite der Waffenfähigkeiten des Typhoon weiter verbessern würde— Richard Hamilton
So funktioniert die Lenkung per Laser
Gelenkt wird der APKWS-II-Lenkflugkörper über eine Laser-Markierung, die ein Zielbeleuchtungsbehälter – etwa der Litening-Pod – setzt. Hat der Pilot das Luft- oder Bodenziel ausgewählt, verfolgt die stabilisierte Optik des Behälters es selbstständig weiter. Markiert wird das Ziel, indem es mit einem codierten Laserstrahl angestrahlt wird. Sobald der Lenkflugkörper gestartet ist, nehmen seine vier Suchköpfe diese Markierung auf und halten bis zum Einschlag darauf zu.
Gegenüber herkömmlichen Luft-Luft-Lenkwaffen ist die Rakete erheblich weniger wendig und hat eine geringere Reichweite. Dem stehen mehrere Vorteile gegenüber: Sie kostet etwa um den Faktor 1/20 weniger als moderne Luft-Luft-Lenkwaffen, lässt sich deutlich schneller in großen Stückzahlen fertigen, und Kampfflugzeuge wie der Eurofighter können in Behältern 14, 28 oder sogar bis zu 42 APKWS-II mitnehmen und verschießen.
Drohnenabwehr gegen Schwarmangriffe
Starr- und Drehflügelplattformen mit dieser Ausrüstung werden dadurch zu Schlüsselsystemen, wenn Schwarmangriffe mit Langstrecken-Angriffswaffen wie der Shahed/Geran-2 und vergleichbaren unbemannten, kostengünstigen Plattformen abzuwehren sind.
An fortschrittlichen Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffen bietet der Eurofighter Typhoon eine breite Palette – ein Grund, warum er zu den am weitesten verbreiteten Kampfflugzeugen der Luftstreitkräfte in ganz Europa und im Nahen Osten zählt. Zu seinem Arsenal gehören unter anderem Meteor-Langstrecken-Luft-Luft-Raketen sowie die Luft-Boden-Waffen Storm Shadow und Brimstone für Tiefschlag- und Präzisionsangriffe.
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© BAE SystemsWeiterlesen

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