Drohnenabwehr für Panzer: Rafael rüstet Schutzsystem Trophy gegen Drohnen auf
Handelsübliche Drohnen, FPV-Kamikaze-Drohnen und Angriffe direkt von oben: Mit einem Upgrade soll das Trophy APS von Rafael die Drohnenabwehr gepanzerter Fahrzeuge verbessern. Dazu Funktionsweise, Schwachstellen und Verbreitung des Systems.

Mehr Drohnenabwehr für Panzerfahrzeuge: Bei der International Armoured Vehicles Conference 2024 hat der israelische Rüstungskonzern Rafael Advanced Defence System ein Upgrade seines Trophy Active Protection System (APS) angekündigt.
Verbessern soll die neue Version konkret den Schutz gegen handelsübliche Drohnen, Kamikaze-Drohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View) und unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) mit Starrflügeln. Zudem wird der Wirkungsbereich auf Bedrohungen erweitert, die direkt von oben kommen. Laut Rafael sind für das Upgrade „Softwareanpassungen sowie geringfügige Hardwareänderungen” nötig; kompatibel ist es mit bestehenden Systemen.
Gemeinsam mit Elta Systems hat Rafael Advanced Defence Systems das Trophy APS entwickelt, um modernen Bedrohungen durch ATGM, RPG und andere Panzerabwehrwaffen zu begegnen. Begonnen wurde damit in den 1980er-Jahren; gepanzerte Fahrzeuge sollten in urbanen wie offenen Gefechtsfeldern bessere Überlebenschancen erhalten.
So funktioniert die Drohnenabwehr von Trophy
Das System stützt sich auf vier Flachantennen des Typs Elta ELM-2133 WindGuard, die rund um das Fahrzeug 360 Grad abdecken. Werden anfliegende Projektile, Raketen oder Drohnen erkannt, folgt eine Analyse ihrer Flugbahn. Anschließend verschießt ein rotierender Projektilwerfer Explosively Formed Penetrators (EFP) in einem präzisen Muster und neutralisiert die Bedrohung in sicherer Entfernung. Mehrere Bedrohungen lassen sich gleichzeitig bekämpfen, ob das Fahrzeug steht oder fährt. Modernere Trophy-Versionen laden zudem automatisch nach. Teilweise ermittelt das System auch, wo sich der Schütze befindet, sodass die Panzerbesatzung die Bedrohung unmittelbar bekämpfen kann.

Ins Visier genommen hat das System auch die Hamas: 2023 verbreitete sie ein Infoblatt mit Anleitungen, wie sich Trophy überwinden lässt. Empfohlen wurden Angriffe aus weniger als 50 Metern Distanz, eine hohe Projektilgeschwindigkeit durch rückstoßfreie Geschütze, um die Reaktionszeit zu verkürzen, sowie mehrere rasch aufeinanderfolgende Schüsse, die das System überlasten sollen.

In Israel läuft die Produktion von Trophy APS seit 2007, in den USA seit 2012. Für den europäischen Markt fertigt seit 2022 außerdem das Joint Venture EuroTrophy GmbH in Deutschland.
Integriert ist das Trophy-System in 17 Plattformen. Dazu zählen in Israel die Kampfpanzer Merkava Mark 3 und 4 sowie die Schützenpanzer Namer, in den USA M1A2 Abrams, Bradley-Schützenpanzer und Stryker-Radpanzer. Deutschland stattet 17 Leopard 2A7 A1 und alle 123 Leopard 2A8 damit aus, Großbritannien prüft das System für den Challenger 3.
Fotocredits
© Rafael · © KNDSWeiterlesen

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