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Counter-UAS

Guardaero: Drohnenabwehr made in and for Austria

Das 2025 gegründete, steirische Defence-Tech-Startup Guardaero entwickelt eine Lösung, um Fahrzeuge und Soldaten im Nahbereich gegen Drohnenangriffe zu schützen. Unternehmensgründer Lukas Kerschdorfer erzählt im Interview unter anderem auch über die enge Kooperation mit dem Österreichischen Bundesheer.

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© Daniel V. Mueller/GuardAero FlexCo

Herr Kerschdorfer, wie kam es zur Gründung von Guardaero?
Die Idee entstand 2022 mit Beginn des Krieges in der Ukraine. Wir haben gesehen, wie massiv Drohnen für Aufklärung und Angriffe auf militärische Ziele genutzt werden. Da ich selbst bei den Gebirgsjägern des Österreichischen Bundesheeres gedient habe und mich militärische Themen immer interessiert haben, wollte ich einen Beitrag leisten.

Gemeinsam mit einem Studienkollegen in Graz habe ich im Rahmen meiner Masterarbeit im Maschinenbau begonnen, das Problem wissenschaftlich zu untersuchen: Wie schützt man Fahrzeuge gegen extrem günstige Kleindrohnen? Daraus ist sukzessive das Projekt und schließlich Guardaero entstanden.

Wie funktioniert das System?
Es gibt im Nahbereich derzeit extrem wenig Schutz für Fahrzeuge und Soldaten. Unser Ziel ist es, ein Schutzsystem zu entwickeln, das Drohnenangriffe direkt vor dem Einschlag abwehrt. Wir bilden dabei die gesamte „Killchain” ab, also von der Detektion bis zur Abwehr. Das ist essenziell, da im Nahbereich alles in Bruchteilen von Sekunden passieren muss, besonders bei plötzlich auftauchenden Bedrohungen.

Wir setzen bewusst auf eine Hard-Kill-Methode. Viele moderne Drohnen fliegen autonom und lassen sich durch Jamming nicht mehr stören. Deshalb ist eine kinetische Abwehr notwendig. Für die Detektion nutzen wir derzeit passive Methoden wie Audio- und optische Sensoren. Das hat den Vorteil, dass das System keine Signale emittiert, die die Position verraten könnten, und zudem kosteneffizient bleibt.

Lukas Kerschdorfer hat das Unternehmen Guardaero im Jahr 2025 gegründet.
Lukas Kerschdorfer hat das Unternehmen Guardaero im Jahr 2025 gegründet. · © Daniel V. Mueller/GuardAero FlexCo

Wie erfolgt die Bekämpfung der Drohnen?
Wir verwenden derzeit ein schrotbasiertes System als Effektor. In unseren Tests mit dem Österreichischen Bundesheer haben wir damit im Nahbereich die besten Ergebnisse erzielt. Unser System fungiert als „Last Line of Defence”. Wir detektieren derzeit bis zu einer Entfernung von 80 Metern und wehren die Drohnen ab einer Distanz von etwa 50 Metern ab.

Für welche Fahrzeugtypen ist das System konzipiert?
Das System ist modular aufgebaut und so ausgelegt, dass es auf jedes militärische Fahrzeug nachgerüstet werden kann: vom Panzer bis zum Pickup. Die Montage ist einfach und schnell. Im Einsatz funktioniert es auf Knopfdruck automatisch.

Guardaero arbeitet eng mit dem Österreichischen Bundesheer zusammen. Wie sieht diese Kooperation aus?
Die Zusammenarbeit ist hervorragend. Wir konnten unser Konzept erstmals bei der Austrian Defence Innovation Konferenz vorstellen. Mittlerweile testen wir das System aktiv auf den Übungsplätzen des Bundesheeres. Das Feedback der Truppe ist für uns sehr wertvoll, um die Anforderungen aus der Praxis direkt in die Entwicklung einfließen zu lassen. Erst kürzlich konnten wir bei Tests mehrere angreifende Drohnen erfolgreich bekämpfen.

Gibt es neben dem Österreichischen Bundesheer auch schon andere Interessenten?
Natürlich ist an unserem System nicht nur Österreich interessiert. Wir sind noch ein sehr junges Unternehmen und entwickeln gerade für das Bundesheer. Je mehr wir wachsen, desto stärker werden wir auch europaweit unsere Präsenz erweitern.

Sie haben kürzlich eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Wie sieht der weitere Zeitplan aus?
Die Entwicklung komplexer Militärtechnologie ist sehr kapitalintensiv. Mit dem frischen Kapital wollen wir die volle Killchain final abbilden. Unser Ziel ist es, bis 2027 die Marktreife für eine breite Integration zu erreichen. Natürlich folgen danach noch die entsprechenden militärischen Abnahmeverfahren, aber wir geben weiterhin Vollgas.

Fotocredits

© Daniel V. Mueller/GuardAero FlexCo
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