Satellitenkommunikation für taktische UAV: Gilat zeigt Viper Ka auf der Eurosatory 2026
Flach, volldigital und ohne bewegliche Teile: Mit dem Viper Ka bringt die Gilat-Tochter Raysat Satellitenkommunikation im Ka-Band auf taktische Drohnen. Im Fokus stehen Multi-Orbit-Betrieb gegen Latenz, sparsames Power-Management und Skalierbarkeit.

Satellitenkommunikation für Drohnen war ein Thema der Eurosatory 2026 in Paris: Dort war der Viper Ka zu sehen, eine Electronically Steered Antenna (ESA) der Gilat-Tochter Raysat. Für das System sprechen unter anderem seine Skalierbarkeit und mehrere technische Detaillösungen.
Was den von Raysat in Bulgarien entwickelten Viper Ka auszeichnet, erläuterte Gilad Landsberg, Präsident von Gilat Defense, im Gespräch. Es handelt sich um eine flache, volldigitale Satellitenantenne, die eigens für taktische unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) konzipiert wurde. Bei Abmessungen von 40 × 20 × 7 Zentimetern bringt das Gerät ohne integriertes Modem weniger als vier Kilogramm auf die Waage. Dank der niedrigen Bauhöhe von sieben Zentimetern lässt es sich direkt in aerodynamische Drohnenrümpfe einbauen.
Abgedeckt wird das komplette Ka-Band: 27,5 bis 31,0 Gigahertz im Uplink und 17,7 bis 21,2 Gigahertz im Downlink. Militärische Frequenzbänder können per Software zu- oder abgeschaltet werden.
Bewegliche Teile besitzt der Viper Ka nicht. Anstatt die Antenne mechanisch auf den Satelliten zu richten, wird der Sendestrahl ausschließlich elektronisch geschwenkt. Dazu steuert das System zahlreiche kleine Antennenelemente in der flachen Trägerstruktur mit gezielten Phasenverschiebungen an, sodass sich der Strahl in nahezu jede Richtung lenken lässt. Das soll die Zuverlässigkeit bei Vibrationen und im Dauerbetrieb verbessern.
Mehrere Orbits gegen hohe Latenz
Ein Kernthema, das Landsberg auf der Messe hervorhob, ist die Latenz klassischer geostationärer Satelliten (GEO), also die Verzögerung des Signals auf dem Weg vom Sender zum Empfänger.

Für viele taktische Einsatzzwecke wie Drohnensteuerung, Video in Echtzeit oder Time-Critical Targeting ist das zu viel. Konstellationen im niedrigen Orbit (LEO) kommen mit minimalen Latenzen aus und eignen sich daher deutlich besser für Anwendungen, bei denen es auf Echtzeit ankommt. Der Viper Ka kann GEO-, MEO- und LEO-Netze gleichzeitig nutzen und wählt automatisch die Konstellation, die zum jeweiligen Missionsprofil am besten passt.
Satellitenkommunikation mit knapper Bordenergie
Auch der Energiebedarf kam im Gespräch mit Landsberg zur Sprache. Für Satellitenkommunikation im Ka-Band braucht es leistungsstarke Verstärker, die das Signal über Tausende Kilometer ins All schicken. Auf einer kleinen Drohne oder einem Manpack-System mit begrenzter Bordenergie ist das keine triviale Anforderung. Der Viper Ka begegnet dem mit einem intelligenten Power-Management: Es schaltet zwischen Full-Duplex-, Receive-Only- und Standby-Betrieb um und optimiert so den Energieverbrauch über die gesamte Missionsdauer.
Vom Manpack bis zum Marineschiff
Zu den wesentlichen Stärken des Systems gehört die Skalierbarkeit. Als Referenzvariante gilt die Airborne-Konfiguration für taktische UAV; das Grundprinzip lässt sich aber, mit entsprechenden Leistungseinschränkungen, auf andere Plattformen übertragen. Vorgesehen ist der Viper Ka daher auch als Manpack-Terminal für den einzelnen Soldaten im Feld sowie für Marinefahrzeuge. Ebenso zählen gepanzerte Landfahrzeuge zum anvisierten Einsatzspektrum.
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