Bomberdrohnen: Ukraine erprobt neue Generation auf Brave1-Testgelände
Mehr Reichweite, mehr Nutzlast, robustere Verbindung: 18 Teams haben in der Ukraine neue Bomberdrohnen unter elektronischer Kampfführung getestet. Als Nächstes sollen die geeigneten Systeme unter realen Gefechtsbedingungen zeigen, was sie können.

Eine neue Generation ukrainischer Bomberdrohnen wird derzeit erprobt, teilt das Verteidigungsministerium der Ukraine mit. Geprüft werden die Drohnen auf dem Testgelände des Innovationsclusters Brave1 – sie sollen größere Reichweite, höhere Nutzlastkapazität und eine stabilere, sicherere Kommunikation bieten.
„Baba Jaga” (häufig auch Baba Yaga geschrieben) nennen russische Soldaten die ukrainischen Bomberdrohnen. Der Spitzname geht auf die slawische Mythologie zurück, in der eine unberechenbare und sehr gefährliche Waldfrau als Märchengestalt diesen Namen trägt.
Bereits Mitte der 2010er-Jahre tauchten im Donbas-Konflikt erste Modelle auf. Bekämpft wurden damit vor allem Fahrzeuge und Soldaten in gedeckten oder Hinterhangstellungen, gegen die sonst nur Steilfeuer half. Weil Steilfeuer aber schnell aufgeklärt wurde und russische Artillerie mit Gegenfeuer antwortete, entstand „Baba Jaga”.
Am bekanntesten ist in dieser Kategorie derzeit der Hexacopter Vampire von Skyfall. Er bombardiert vertikal aus dem Schwebeflug in rund 100 Metern Höhe, wird aber auch zum Ausbringen von Minen genutzt. Immer mehr Gewicht bekommt zudem die Versorgung vorgeschobener Stellungen: Am Boden sind diese oft nur noch bei Wetterlagen erreichbar, die für Drohnen ungünstig sind.
18 Teams beteiligten sich an den aktuellen Tests. Sie stellten Lösungen für konkrete Anforderungen an der Front vor.
Bomber sind eine ukrainische Innovation, die sich zu einer unverzichtbaren Waffe auf dem Schlachtfeld entwickelt hat. Sie zerstören Infanterie, Ausrüstung und Befestigungen und helfen bei der Logistik an der Front— Mychajlo Fjodorow, Verteidigungsminister der Ukraine

Zwei Klassen von Bomberdrohnen im Test
Getestet wurde in zwei Hauptkategorien. Die eine umfasst kleine, schnelle und wendige Bomber, die einige Kilogramm Nutzlast tragen und sich vor allem gegen Infanterie und leichte Fahrzeuge eignen. Die andere bilden schwere Bomber mit mehreren zehn Kilogramm Nutzlast, ausgelegt für den Kampf gegen schwere Ausrüstung und Befestigungen sowie für logistische Missionen.

Über Entfernungen von bis zu 20 Kilometern liefen die umfassenden Tests unter dem Einfluss elektronischer Kampfführung (EloKa). Im Mittelpunkt stand eine stabile und sichere Verbindung, damit Einsätze auch über größere Distanzen möglich sind.
Laut ukrainischem Verteidigungsministerium stehen anhand der Ergebnisse bereits Systeme fest, die sich für schwierige Bedingungen eignen. Diese sollen nun unter realen Gefechtsbedingungen erprobt werden; die wirksamsten Lösungen will man anschließend weiterentwickeln.
Im Drohnenkrieg bleibt Funk die Leittechnologie

Zwar haben Glasfaserdrohnen in den vergangenen Monaten mehr Aufmerksamkeit bekommen. Für Steuerung und Kommunikation im Drohnenbereich ist Funk aber mit Abstand die wichtigste Technologie geblieben.
Unverzichtbar sind daher nach wie vor sogenannte Repeater, die Funksignale verstärken und gezielt ausrichten. Ihr neuestes Modell hat das ukrainische Unternehmen Bluebird Tech kürzlich präsentiert: Das System Vishchun-P nutzt Helix- und Maple-Wireless-Antennen, ein Emax-ES3054-Servo richtet das Signal aus. Kompatibel ist es mit allen ukrainischen Drohnen, die derzeit auf dem Schlachtfeld im Einsatz sind; Video und Telemetrie werden über bis zu 25 Kilometer stabil übertragen.
Für Drohnen vom Typ DJI Mavic ist die Variante Vishchun-M eigens optimiert.
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