Einweg-Angriffsdrohnen im Nahen Osten: US-CENTCOM bildet erstes Drohnen-Geschwader mit Lucas
Für Einweg-Angriffsdrohnen hat das US-Militär sein erstes Geschwader aufgestellt – im Nahen Osten, unter dem Dach der Task Force Scorpion Strike. Eingesetzt wird die Lucas von Spektre Works, ein Klon der iranischen Shahed-136. Der Standort bleibt offen.

Im Nahen Osten hat das US-Militär sein erstes Geschwader für Einweg-Drohnen eingerichtet und damit eine Einheit für Einweg-Angriffsdrohnen geschaffen. Bekannt gegeben hat dies das US Central Command (CENTCOM) über X. Als Regionalkommando ist CENTCOM für den Nahen Osten, Ostafrika und Zentralasien zuständig, an seiner Spitze steht derzeit Admiral Brad Cooper von der US Navy.
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Vier Monate zuvor hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Beschaffung und Einsatz kostengünstiger Drohnentechnologie beschleunigt; nun startete CENTCOM die Task Force Scorpion Strike (TFSS). Ihr Auftrag: den eingesetzten Truppen rasch Drohnenkapazitäten zur Verfügung zu stellen, die kostengünstig und effektiv sind.
Zum Einsatz kommen bei CENTCOM Drohnen vom Typ Lucas, die auf autonomen Betrieb ausgelegt sind und große Reichweiten erzielen. Gestartet werden können sie per Katapult, mit Raketenunterstützung oder von mobilen Boden- und Fahrzeugsystemen aus.

Admiral Brad Cooper kommentierte: „Diese neue Task Force schafft die Voraussetzungen dafür, Innovation als Abschreckungsmittel einzusetzen”. Und weiter: „Die schnellere Ausstattung unserer Soldaten mit modernsten Drohnenfähigkeiten demonstriert die Innovationskraft und Stärke des US-Militärs – und schreckt potenzielle Angreifer ab.”
Schon im September hatte CENTCOM die Rapid Employment Joint Task Force (REJTF) ins Leben gerufen, die vom Chief Technology Officer geleitet wird und die Ausstattung der Streitkräfte mit neuen Fähigkeiten beschleunigen soll. Nach Angaben von CENTCOM bündelt diese gemeinsame Task Force die Innovationsbemühungen sämtlicher Teilstreitkräfte zu Fähigkeiten, Software und Technologiediplomatie. Die Führung der TFSS-Arbeiten zum Aufbau einer Drohnenstaffel für Einwegangriffe liegt beim Special Operations Command Central; sie fallen unter den REJTF-Schwerpunkt „Fähigkeiten”.

Über die Stationierung des Einweg-Drohnen-Geschwaders wurde nichts bekannt. Infrage käme etwa die Al Udeid Air Base in Katar, von wo aus sich der gesamte Persische Golf bis zur Straße von Hormus abdecken lässt.
Lucas: Einweg-Angriffsdrohnen nach Shahed-Vorbild
Hinter dem Low-Cost Uncrewed Combat Attack System (Lucas) steht das US-Unternehmen Spektre Works, präsentiert wurde es im Juli. Die Drohne ist der iranischen Shahed-136 sehr ähnlich, praktisch handelt es sich um einen Klon. Offizielle Grundlage ist die Zieldrohne FLM 136, die Spektre Works auf seiner Website als „reverse-engineered” bezeichnet, um eine realistische Bedrohungslage simulieren zu können.

Mit 3 Metern Länge und 2,5 Metern Spannweite wird die Zieldrohne von einem 215-ccm-Motor angetrieben. Angegeben werden eine Marschgeschwindigkeit von rund 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 160 km/h. Bei einem Abfluggewicht von 81,5 Kilogramm trägt sie 18 Kilogramm Nutzlast und fliegt rund sechs Stunden. Für die Lucas-Kamikazedrohne selbst gibt es keine öffentlichen Daten. Als Stückpreis wurden bei der Präsentation vor Minister Hegseth umgerechnet knapp 35.000 Euro genannt.
Einen weiteren Shahed-Klon präsentierte im August das US-Unternehmen Griffon Aerospace: die MQM-172 Arrowhead. Beschrieben wird sie als Hochleistungs-Zieldrohne und zugleich als konfigurierbare Angriffsdrohne, die Nutzlasten bis rund 50 kg aufnehmen kann.
Fotocredits
© CENTCOM · © US DoD · © ArchivWeiterlesen

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