Glasfaserdrohne mit 65 Kilometer Kabel: Ushkuynik meldet Rekordreichweite für „Prinz Vandal“
Gegossene Spule, Einheitsplatine, Fernzündung: Nach 18 Monaten an der Front hat Ushkuynik seine Glasfaserdrohne „Prinz Vandal von Nowgorod“ grundlegend überarbeitet. Offen bleibt, wie weit das Kabel künftig reichen soll.

Eine der effektivsten russischen FPV-Drohnen (FPV: Sicht aus der Ich-Perspektive, First-Person View) ist die Glasfaserdrohne „Prinz Vandal von Nowgorod”, eine Glasfaser-FPV-Kamikazedrohne. Ihr Entwickler und Hersteller, das „Wissenschaftliche und Produktionszentrum Ushkuynik”, hat nach 18 Monaten Fronteinsatz eine umfassende Modernisierung präsentiert und dabei auch eine neue Rekordreichweite verkündet.

Von der ursprünglichen Prinz Vandal ist nach Aussage von Generaldirektor Alexei Chadajew nur noch der charakteristische, quadratische GFK-Rahmen geblieben. Am stärksten verändert wurde die Spule, von der das Glasfaserkabel abrollt: Diese wird jetzt gegossen und ist dadurch deutlich stabiler, während die Vorgängerversion aus dem 3D-Drucker kam. Mit der Guss-Spule haben sich laut Chadajew die Ausfall- und Bruchstatistiken signifikant verbessert.
Was die modernisierte Glasfaserdrohne kann
Neu hinzugekommen sind ein elektronischer Zielsensor und eine Fernzündungsfunktion für den Gefechtskopf. Damit lässt sich die Drohne auch als „Hinterhalt”-System nutzen. Geschätzt wird die Effizienz der Glasfaserversion auf 28 Prozent und damit auf nahezu das Doppelte funkferngesteuerter FPV-Drohnen. Anders ausgedrückt: Etwas mehr als eine von vier Drohnen trifft ihr Ziel.
Die gesamte Drohnenelektronik sitzt zudem auf einer einheitlichen Platine, die Ushkuynik entwickelt hat. Chadajew zufolge sinken dadurch unter anderem die Produktionskosten drastisch.
Bis zu 50.000 „Prinz Vandal” kann Ushkuynik nach eigenen Kapazitäten pro Monat herstellen. Dass die Produktion derzeit in mehreren Regionen Russlands weiter ausgebaut wird, deutet ebenfalls darauf hin, dass Russland seine Rüstungsproduktion deutlich zentralisierter hochfährt als vergleichbare Kapazitäten im Westen.

Der Entwickler beziffert in einer Gesamtbewertung den Schaden, den Drohnen dieses Typs den ukrainischen Streitkräften über ihren gesamten Einsatzzeitraum zugefügt haben sollen, auf Hunderte Milliarden Rubel. Das sei ein Vielfaches der Produktionskosten.
Im Verbund arbeitet die Glasfaser-FPV-Drohne „Prinz Vandal von Nowgorod” mit der Aufklärungsdrohne „Fürst Oleg der Prophet”. Diese liefert aus größerer Höhe Bilder, mit deren Hilfe der Pilot der FPV-Drohne in Bodennähe navigiert.

Auf Dauer hält Chadajew eine Reichweite von 50 Kilometern allerdings nicht für sinnvoll. Deshalb verfolge man parallel einen anderen Ansatz: Ein fliegendes Trägersystem mit Funkverbindung soll die Drohne zu einem geeigneten Startpunkt bringen. Von dort hebt „Prinz Vandal” ab und kann in Zonen mit starken Funkstörungen operieren.

Außerdem stellte Chadajew „unerwartete Lösungen” bei Überwasser- und Unterwasser-Drohnen in Aussicht. Ab 2026 sollen sie bei Spezialeinsätzen genutzt werden.
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