Loitering Munition FV-014: Rheinmetall zeigt Mehrfachwerfer CML erstmals auf der Eurosatory
Loitering Munition aus dem Container: Bis zu 18 FV-014 fasst der neue Containerized Missile Launcher (CML) von Rheinmetall, der sich besatzungslos betreiben, fernbedient auslösen und über offene Schnittstellen in bestehende Führungssysteme einbinden lässt.

In einer einzigen Plattform führen Loitering Munition Systeme (LMS) Aufklärung und Wirkung zusammen und steigern so die Schlagkraft auf künftigen Gefechtsfeldern enorm. Einen Mehrfachwerfer für das eigene LMS FV-014 hat Rheinmetall nun auf der Eurosatory 2026 zum ersten Mal präsentiert: den Containerized Missile Launcher (CML).
Eingebettet ist der CML in den Aufklärungs- und Wirkverbund von Rheinmetall. Vom ersten Signal im All bis zur Wirkung am Boden sollen die Reaktionszeiten so gering wie möglich gehalten werden, was beim Schutz der eigenen Kräfte einen entscheidenden Vorteil bringen soll. Digital stützt sich dieser Wirkverbund auf die Rheinmetall Battlesuite.
An ihr orientiert sich die Digitalisierung von Plattformen, Sensoren und Wirkmitteln. Nach Angaben von Rheinmetall „ermöglicht durch offene und standardisierte Schnittstellen die nahtlose Vernetzung bestehender und zukünftiger Systeme”. Informationen ließen sich auf diese Weise schneller bereitstellen, der Aufwand für die Integration sinke, und vorhandene Fähigkeiten verschiedener Hersteller könnten in einer gemeinsamen Führungs- und Informationsumgebung zum Einsatz kommen.
Loitering Munition im 20’-Container
Konzipiert wurde der CML als vollständig eigenständiges, modulares und vernetztes Waffensystem, das sich flexibel auf unterschiedlichen Plattformen nutzen lässt und rasch einsatzbereit ist. Grundlage ist ein logistisch hochflexibler 20’-Container mit Platz für bis zu 18 Fluggeräte FV-014. Für den besatzungslosen Einsatz sorgen eine integrierte Energieversorgung und mehrere Kommunikationsmodule.
Weil die FV-014 kompakt verpackt sind und über fortschrittliche Schwarmtechnologie verfügen, können mehrere Fluggeräte in einer Salve gestartet und gleichzeitig von einem einzigen Bediener kontrolliert werden. Bis zu 100 Kilometer weit reichen die Fluggeräte, bis zu 70 Minuten können sie im Einsatz bleiben.
Darüber hinaus ist die offene Architektur des Werfers darauf ausgelegt, andere Munition schnell und einfach zu integrieren. Anpassen lässt er sich außerdem an zahlreiche verschiedene Fahrzeuge und an Führungs- und Leitsysteme einzelner Länder.
Startvorgänge können dank eines integrierten Feuerleit- und Kommunikationssystems ferngesteuert ausgelöst werden, wofür mehrere sichere Kommunikationsoptionen bereitstehen. Das senkt den Personalbedarf auf ein Minimum und verbessert die Automatisierung. In vorhandene Führungs-, Aufklärungs- und Wirksysteme fügt sich der CML zudem einfach über die Battlesuite Interface Collection ein.
Diese Sammlung offener Schnittstellen greift auf eigene Entwicklungen, aber auch auf etablierte militärische STANAGs und internationale Standards wie ROS2 und MAVLink zurück. Auf GitHub ist sie samt digitaler Testumgebung schon heute verfügbar.
Über die Battlesuite-Architektur lässt sich der CML direkt mit einer Vielzahl digitaler Anwendungen von Rheinmetall und Partnern koppeln – etwa für die taktische Einsatzplanung, die autonome UxV-Steuerung, die KI-gestützte Klassifikation von Zielen und Objekten, Multi-Mode-Tracking und Line-of-Sight-Tracking sowie für die Drohnenabwehr (Counter-UAS).
Mit Batteriesystem und Ruhemodus kann der CML auch über längere Zeit autonom als eigenständige Lösung betrieben werden; ein optionaler Generator verlängert die Betriebszeit zusätzlich. Erfolgt ein Befehl, schaltet das System selbsttätig vom Standby- in den aktiven Modus.
Durch das standardisierte Containerformat passt der CML zu zivilen wie militärischen Transportsystemen, darunter Schiffe, Züge und Lkw. Mobilität, verdeckte Operationen und ein rascher Einsatz werden dadurch erleichtert. Genutzt werden kann der CML eigenständig (Stand-alone) oder von Fahrzeugen, Eisenbahnwaggons und Schiffen aus. Kleinere Systeme mit geringerer Packgröße sind bei Bedarf ebenfalls umsetzbar.
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