MQ-9B Sea Guardian für Deutschland: BAAINBw und NSPA beschaffen acht Systeme bei General Atomics
Acht Luftfahrzeuge, vier Bodenkontrollstationen, erste Auslieferung 2028: Deutschland setzt bei der Seeüberwachung auf den MQ-9B Sea Guardian. Verhandelt hat die NATO-Agentur NSPA über die MQ-9 Support Partnership.

Acht MQ-9B Sea Guardian Remotely Piloted Aircraft (RPA) von General Atomics Aeronautical Systems sollen die unbemannten Fähigkeiten Deutschlands erweitern. Die Beschaffung haben das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) gemeinsam bekannt gegeben. Teil des Pakets sind außerdem vier Bodenkontrollstationen, die sich zertifizieren lassen; ausgeliefert werden soll erstmals 2028.
Deutschland schließt sich damit einer wachsenden Gruppe von NATO-Staaten an, die den MQ-9B nutzen. Den Ausschlag gaben nach Einschätzung von General Atomics „die Multi-Domain-Fähigkeiten, die außergewöhnliche Reichweite und Ausdauer sowie die Eignung für Einsätze in kalten Klimazonen”.
Was der MQ-9B Sea Guardian mitbringt
Zur Ausstattung des Sea Guardian zählen eine Satellitensteuerung von Pol zu Pol, Enteisungsfähigkeit sowie zwei Seeüberwachungsradare im Multimode-Betrieb, die eine großräumige Seeaufklärung erlauben. Als Option lassen sich Fähigkeiten zur U-Jagd (ASW) ergänzen. Hinzu kommt eine Eigenentwicklung von General Atomics: Das Detect-and-Avoid-System erlaubt Flüge im nicht segregierten Luftraum. Laut einer aktuellen Aussendung ist das „ein entscheidender Faktor für Einsätze von deutschem Hoheitsgebiet aus”.

2025 war der MQ-9B das erste große RPA, dem die Militärluftfahrtbehörde Großbritanniens (MAA) ein Military Type Certificate erteilte. Damit ist zertifiziert, dass das System sicher und ohne geografische Beschränkungen betrieben werden kann – dicht besiedelte Gebiete eingeschlossen.
Wir freuen uns sehr, dass Deutschland sich für den MQ-9B Sea Guardian entschieden hat. Die zunehmende Verbreitung des Systems in Europa stärkt die Gemeinsamkeit innerhalb der NATO. Für Deutschland ergeben sich zudem erhebliche Interoperabilitätsvorteile, etwa im Zusammenspiel mit der P-8A-Flotte (-> Erste P-8A der deutschen Marine eingeflogen).— Linden Blue, CEO von General Atomics Aeronautical Systems
Beschaffung über die NSPA
Im Auftrag Deutschlands hat die NSPA die Vertragsverhandlungen geführt. Basis dafür ist die MQ-9 Support Partnership (MIC SP): Sie erlaubt es, im Bündnis kooperativ zu beschaffen und zu betreiben, und soll die Interoperabilität stärken sowie gemeinsames Ausbilden und vernetztes Operieren fördern. Folgerichtig nahm die NSPA den MQ-9B in ihr Portfolio auf.
Diese Support Partnership zeigt, wie die NSPA effiziente, wirksame und reaktionsschnelle multinationale Beschaffungen für moderne, interoperable Fähigkeiten ermöglicht. Wir sind stolz, Deutschland bei dieser strategischen Investition in maritime Überwachung und Sicherheit zu unterstützen.— Stacy A. Cummings, General Manager der NSPA
Die MQ-9B-Familie umfasst Sky Guardian, Sea Guardian und den Protector RG Mk1, den die Royal Air Force gerade erhält. Beschaffungsverträge gibt es darüber hinaus etwa mit Belgien, Kanada, Dänemark, Indien, Japan, Polen, Taiwan sowie der US Air Force – Letztere nutzt das System unter anderem für Special Operations. An zahlreichen Großübungen der US Navy hat der MQ-9B ebenfalls teilgenommen, etwa „Northern Edge”, „Integrated Battle Problem”, „RIMPAC” und „Group Sail”.
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