Tekever AR5: Portugals Luftwaffe erhält autonome Drohnensysteme samt Bodenstation und Ausbildung
Schon im September sollen die Tekever AR5 an die portugiesische Luftwaffe gehen. Der Vertrag deckt neben den Plattformen auch Bodenkontrollstation, ATLAS-Missionssystem und die Schulung der Bediener ab – für Seeüberwachung, Waldbrandbekämpfung und Küstensicherheit.

Einen Vertrag über die Lieferung des Systems Tekever AR5 hat die portugiesische Luftwaffe mit Tekever abgeschlossen, einem europäischen Technologieunternehmen für KI-gestützte autonome Systeme. Schon im September sollen die autonomen Plattformen übergeben werden; betreiben wird sie die Luftwaffe direkt selbst.
Mit den Drohnen kommen laut Vertrag auch die Bodenkontrollstation und das ATLAS-Missionssystem; dazu übernimmt Tekever die Ausbildung der Bediener. Für die portugiesische Luftwaffe gilt die Vereinbarung als entscheidender Schritt: Ihre operativen Fähigkeiten sollen damit sofort wachsen, die laufende Modernisierung ihrer Luftfahrzeuge soll vorankommen. Geplant ist, dass die Systeme im September geliefert werden und dann auch die anfängliche Einsatzbereitschaft erreicht ist.
Aufgaben über See und an Land
Bei Langstreckenmissionen soll das AR5-System der Luftwaffe mehr operative Autonomie verschaffen. Vorgesehen sind die Plattformen für maritime Überwachungs-, Sicherheits- und Verteidigungsmissionen und für die Überwachung der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ).
Unterstützt werden sollen außerdem öffentliche Aufgaben – genannt sind die Spezialeinheit zur Bekämpfung ländlicher Waldbrände (DECIR), die Küstensicherheit und der Umweltschutz.
Damit die neue Fähigkeit autonom und wirksam genutzt werden kann, setzt Tekever ein umfassendes Programm zum Wissenstransfer um. Bis September, also parallel zur Auslieferung, soll das Personal der Luftwaffe die erste Ausbildung absolviert haben. Im Oktober schließt eine zweite Phase an, die die volle Einsatzbereitschaft festigen und in den operativen Teams neue Fähigkeiten aufbauen soll.
„Die Integration des AR5-Systems stellt eine bedeutende Verbesserung der operativen Fähigkeiten der portugiesischen Luftwaffe dar. Diese Plattform erfüllt aktuelle Anforderungen an Überwachung, Sicherheit und Verteidigung und bietet größere Reichweite, Ausdauer und operative Flexibilität. Ihre Integration wird die Fähigkeit der Nation stärken, die Ausschließliche Wirtschaftszone zu überwachen und eine breite Palette von Missionen im öffentlichen Interesse zu unterstützen.”— Tenente-Coronel Luís Henriques, Operational Coordinator der AR5-Arbeitsgruppe der portugiesischen Luftwaffe
„Dieser Vertrag bringt eine in Portugal entwickelte und produzierte autonome Fähigkeit zum Einsatz, um unseren Luftraum und unser Hoheitsgebiet zu schützen. Neben der Lieferung der Flugzeuge werden wir mit der portugiesischen Luftwaffe zusammenarbeiten, um ihre eigene operative Fähigkeit zu konsolidieren und weiterzuentwickeln, was die nationale Autonomie, Einsatzbereitschaft und Reaktionsfähigkeit stärken wird.”— Pedro Petiz, Director for Portugal bei Tekever
Tekever AR5 mit bis zu 20 Stunden Flugdauer
Auf Tausende Flugstunden kommen Tekever-Systeme bereits: bei Küstenpatrouillen und dauerhafter Überwachung, im Grenzschutz, beim Erkennen verdächtiger Aktivitäten, im Umweltschutz sowie bei Such- und Rettungsmissionen. Gesammelt wurde diese Erfahrung im Auftrag nationaler und internationaler Stellen, unter ihnen das britische Innenministerium und die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA). Auch in der Ukraine sind Tekever-Systeme derzeit im Einsatz und fliegen dort in einem operativen Umfeld Überwachungs- und Aufklärungsmissionen.
Konzipiert ist die AR5 für die Aufklärung großer Gebiete. Es handelt sich um ein unbemanntes Starrflügelsystem für mittlere Flughöhe, lange Flugdauer (MALE), das bis zu 20 Stunden in der Luft bleiben und dabei bis zu 50 Kilogramm Nutzlast mitführen kann. Über Satellitenkommunikation (SATCOM) sind zudem Einsätze außerhalb der Funkverbindung (BRLOS) möglich.
Weil das System auch von kurzen oder unbefestigten Startbahnen aus operieren kann, bleibt es selbst unter anspruchsvollsten Bedingungen flexibel und operativ resilient.
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