Unbemannte Systeme: Schweden bereitet sich mit „Demo UCAV” auf den Drohnenkrieg vor
FMV, FOI und Streitkräfte bündeln in Schweden ihre Kräfte: Das Demonstrationsprojekt „Demo UCAV” soll kein einsatzbereites System liefern, sondern Wissen über unbemannte Systeme aufbauen – mit Blick auf Erfahrungen aus der Ukraine.

Fähigkeiten für einen Kampf aufbauen, in dem unbemannte Systeme eingesetzt werden: Daran arbeiten in Schweden die Rüstungsbehörde (FMV), die Streitkräfte und das Forschungsinstitut der Verteidigung (FOI) gemeinsam. Das Hightech-Demonstrationsprojekt „Demo UCAV” soll Know-how für künftige Drohnenkriege schaffen, neue Technologien erproben und den Weg zur nächsten Generation von Systemen und zu neuen Fähigkeiten der Streitkräfte bereiten.
Für die Rüstungsbehörde ist die gemeinsame Regierungsinitiative „Demo UCAV” ein wichtiger Schritt „zur Sicherung der schwedischen Einsatzfähigkeiten für die Zukunft”. Mit an Bord sind außer FMV, FOI und Streitkräften auch Hochschulen, internationale Partner und die Industrie.
Erforscht und verifiziert werden sollen gemeinsam jene Schlüsseltechnologien und -fähigkeiten, die unbemannte Systeme benötigen. Damit soll der Fähigkeitsaufbau beschleunigt und Interoperabilität gesichert werden – sowohl im unbemannten Bereich als auch zwischen den einzelnen Disziplinen: unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS), Drohnenabwehr (C-UAS) und Patrouillenroboter. Organisation, Methode und Technologie zählen ebenso dazu. Inhaltlich befasst sich das Projekt mit autonomen Systemen, Sensorintegration, Signaturanpassung, Kommunikationslösungen und dem Zusammenspiel mit Plattformen, die bemannt sind.
FMV-Projektleiter Johan Pakarinen stellte klar: „Bei ‚Demo UCAV’ geht es nicht um die Entwicklung eines einsatzbereiten Systems, sondern um den Aufbau von Wissen und die frühzeitige Erprobung von Zukunftstechnologien, was bessere Voraussetzungen schafft und Zeit spart, wenn es um die Beschaffung und Einführung von Systemen in den Einheiten der Streitkräfte geht”. Und weiter: „Wir wollen sicherstellen, dass wir in einer immer komplexeren sicherheitspolitischen Situation technisch und operativ die Nase vorn haben.”
Dem Vernehmen nach knüpft das Projekt klar an nationale Verteidigungserfordernisse an, ebenso an internationale Entwicklungen der vergangenen Jahre. Zentral ist eine Testplattform, auf der sich unterschiedliche technische Lösungen rasch erproben und bewerten lassen, angefangen bei Kontrollsystemen auf KI-Basis bis zu Sensorik der nächsten Generation.
„Bei ‚Demo UCAV‛ geht es nicht um die Entwicklung eines einsatzbereiten Systems, sondern um den Aufbau von Wissen und die frühzeitige Erprobung von Zukunftstechnologien.“
Johan Pakarinen, Projektleiter beim FMV
Ergänzend sagte Pakarinen: „Ein Großteil der Technologieentwicklung findet in der Ukraine statt, was unsere Arbeit stark beeinflusst. Wir stehen in ständigem Dialog mit unseren ukrainischen Partnern und haben ein gutes Verständnis dafür, wie die Systeme auf dem Schlachtfeld eingesetzt und entwickelt werden. Von dort können wir eine Menge lernen.”

Unbemannte Systeme: Hunderte Beteiligte seit 2023
Seit 2023 wird an dem Vorhaben gearbeitet, das seither deutlich gewachsen ist. Hunderte Mitarbeiter aus FMV, FOI und Streitkräften – den drei beteiligten Behörden – wirken heute an „Demo UCAV” mit. Laut Rüstungsbehörde lautet der Auftrag, „die Entwicklung der technischen Fähigkeiten im Einklang mit den Bedürfnissen der schwedischen Streitkräfte zu koordinieren, voranzutreiben und sicherzustellen”. Darüber hinaus soll das Projekt die schwedische Verteidigungsindustrie als Innovationsmotor antreiben.
Zum Schluss meinte Pakarinen: „Es ist ein spannendes und herausforderndes Projekt, bei dem unsere Zusammenarbeit im Mittelpunkt steht und wir gemeinsam einen Schwerpunkt setzen. Mit ‚Demo UCAV’ stärken wir auch die Fähigkeit Schwedens, sich an künftigen multinationalen Kooperationen zur Entwicklung im unbemannten Bereich zu beteiligen”.
Ende März wurden Teile des Projekts bei der Übung „Arctic Strike 25” in Älvdalen vorgeführt. Erprobt wird derzeit an mehreren Orten im Land.
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