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Counter-UAS / Aerial Drones

Abfangdrohnen: Wie Drohnen gegen Drohnen zur neuen Klasse der Flugabwehr werden

Teure Lenkflugkörper gegen billige Angriffsdrohnen rechnen sich nicht. Deshalb entwickeln Verteidigungsunternehmen und Start-ups weltweit Abfangdrohnen – von den ukrainischen Hackathons bis zur Sting von Wild Hornets.

Sting Interceptor Drone
© Wild Hornets

Die wirksamste Antwort auf Drohnen sind Abfangdrohnen – an dieser Idee arbeiten derzeit weltweit Verteidigungsunternehmen ebenso wie Start-ups. Ihre Systeme sollen anfliegende unbemannte Luftfahrzeuge effizient, flexibel und vor allem kostengünstig neutralisieren. Ein Überblick über die neue Klasse der sogenannten „Interceptor-Drohnen”.

Dass anfliegende Drohnen wie Geran und Shahed eine Bedrohung weit über die Frontlinie hinaus darstellen, zeigte sich in Kiew schon kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Ins Visier der Angreifer gerieten zunehmend nicht nur Soldaten und militärisches Gerät, sondern auch zivile Ziele und kritische Infrastrukturen tief im Hinterland.

Rasch wurde zudem der Kern des Problems sichtbar: Russland konnte Angriffsdrohnen in einer schieren Masse produzieren und einsetzen, die selbst moderne Flugabwehrsysteme überforderte. Billige Kamikaze-Drohnen mit teuren Lenkflugkörpern zu bekämpfen, war militärisch wie wirtschaftlich ineffizient. Für die Ukraine ergab sich daraus eine neue Aufgabe – kostengünstige, skalierbare Abwehrlösungen gegen eine Luftbedrohung zu entwickeln, die es so noch nie gegeben hatte.

Am Anfang stand ein Hackathon

Wie für die Ukraine typisch, ließ der Lösungsansatz nicht lange auf sich warten: Im Juni 2023 veranstaltete das ukrainische Ministerium für digitale Transformation einen nationalen Hackathon. Ingenieure, Start-ups und Militärexperten erarbeiteten dort gemeinsam erste Konzepte und Prototypen. Auf ihnen beruht heute ein völlig neues Segment der Luftverteidigung – mobile, autonome Abfangdrohnen, die gegnerische Systeme orten, verfolgen und gezielt ausschalten, und zwar ohne teure Lenkflugkörper und deutlich flexibler.

Hackathon in der Ukraine
Und wenn nichts mehr hilft – wird ein Hackathon veranstaltet: Im Juni 2023 diente er als Ideenplattform für neue Ansätze im Kampf gegen Drohnen. · © Archiv

Eingereicht wurden Vorschläge von 50 bis 60 Teams. Drei davon gingen als Sieger hervor; jedes erhielt einen Vertrag über eine Million Dollar (rund 860.000 Euro), um sein Projekt weiterzuentwickeln und die Produktion zu skalieren.

Einen weiteren Anstoß lieferte im April 2024 der Drone XL Defence Tech Hackathon in London. Präsentiert wurde dort die Paraceptor-Drohne: ein Hochgeschwindigkeits-Quadrocopter mit aerodynamisch kegelförmigem Rumpf, der auf Technologien für die Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View) beruht und dessen Abfangkurs anhand von Positionsdaten präzise berechnet wird.

Neben Quadrocoptern werden derzeit auch Flächen- und Jet-Drohnen geplant, entwickelt und gefertigt. Ihr Einsatzbereich liegt zwischen der klassischen Flugabwehrkanone und den verschiedenen Klassen von Flugabwehrraketen kurzer und mittlerer Reichweite.

Sting von Wild Hornets

Seit dem Frühjahr 2023 gibt es das ukrainische MilTech-Unternehmen Wild Hornets, das Kampfdrohnen entwickelt und produziert. Bekannt ist es vor allem durch Bilder und Videos auf seinen Social-Media-Kanälen. Diese sind allerdings mehr als Selbstdarstellung: Dahinter steht eine Spendeninitiative, die Einzelpersonen, Organisationen und Unternehmen auffordert, Entwicklung und Produktion aktiv zu unterstützen.

Ukrainische Sting-Abfangdrohne und russische Geran-2-Drohne
Viele hundert Geran-2-Drohnen kann Russland innerhalb einer einzigen Nacht starten. Billige, in hoher Stückzahl produzierte Kamikaze-Drohnen wie Sting mit größerer Reichweite als konventionelle Flugabwehrkanonen stellen damit eine neue, ökonomisch schwierige Herausforderung dar — sie sind in Menge und Kostenstruktur häufiger als herkömmliche Fliegerabwehrraketen. · © Archiv

Einblicke in die jüngste Entwicklung von Wild Hornets gab im Oktober 2024 ein Artikel der britischen Zeitung The Telegraph, der auch ein Foto des Abfangdrohnen-Prototyps Sting zeigte. Nachdem das Projekt damit bekannt war, tauchten gegen Ende 2024 Videos von Testflügen auf; Anfang 2025 lief die Serienproduktion an. Mit Stand Mitte Oktober 2025 hat Wild Hornets nach eigenen Angaben 900 Ziele mit der Abfangdrohne zerstört, wobei 70 Prozent der Sting-Einsätze in einem erfolgreichen Abfang endeten.

Viele Projekte, gemeinsame Probleme

Ein Einzelprojekt ist Sting heute nicht mehr. In der Ukraine laufen mehrere vergleichbare Vorhaben, Russland verfügt ebenfalls über entsprechende Entwicklungen, und im Westen kommen bekannte Start-up-Projekte hinzu.

Allen gemeinsam ist, dass sie eine Reihe technischer und operativer Herausforderungen lösen müssen:

  • Hohe Höchstgeschwindigkeit, damit fliegende Ziele eingeholt werden können – elektrisch gelten über 300 km/h inzwischen als normal.
  • Gute Steigleistung: Neuere Entwicklungen setzen kleine Starthilfsraketen ein, die Abfangdrohnen schnell auf 4 bis 5 Kilometer Höhe bringen.
  • Teilweiser oder vollständiger Ersatz des Piloten durch automatische Steuerung. Die Ukraine und später auch Russland haben zwar massiv in FPV-Piloten investiert, auf lange Sicht sollen Abfangdrohnen aber ohne menschliche Steuerung auskommen.
Russische Archangel-Abfangdrohne im Einsatz
Eine russische Archangel (Erzengel)-Abfangdrohne neutralisiert eine ukrainische Langstrecken-Drohne auf Kleinflugzeugbasis, vermutlich eine E-300 Cobra. · © Archiv
  • Skalierbarkeit und Modifizierbarkeit: Gegenüber herkömmlichen Flugabwehrraketen müssen die Stückzahlen um mehrere Größenordnungen steigen – nötig wären ein paar Tausend Systeme pro Tag statt ein paar Tausend pro Jahr. Zugleich muss die Anpassung an neue Bedrohungen sichergestellt sein, damit technische und taktische Änderungen des Gegners rasch mit Modifikationen der Abfangdrohnen beantwortet werden können.
  • Integration in und Zusammenspiel mit bestehenden Flugabwehrsystemen: Auf Dauer lässt sich die Vielzahl unterschiedlichster Luftbedrohungen nur mit koordinierter Abwehr bewältigen – also dann, wenn jeweils das günstigste verfügbare und dennoch ausreichend wirksame Mittel in genügender Zahl parallel zum Einsatz kommen kann.
Ukrainische Abfangdrohne
Ein noch unbenanntes ukrainisches Flächen-Abfangsystem umfasst einen Steuercomputer, eine Datenlink-Antenne sowie zehn Abfangdrohnen. · © Archiv
  • Hit-to-Kill oder Gefechtskopf mit Annäherungszünder: Wenn potenziell zehntausende Drohnen täglich auch über dem Hinterland fliegen, bedeutet jede Drohne, die allein durch Aufprallenergie statt durch eine Sprengladung mit Splitterwirkung zerstört wird, ein künftiges Problem weniger. Was explodiert, fällt nämlich irgendwann wieder herunter – und auch die Entminungsdienste haben nur begrenzte Kapazitäten.
  • Der Preis als zentraler Treiber: Er ist der eigentliche Grund für den Bedarf. Pro Stück kosten Flugabwehrraketen oft sechs- bis siebenstellige Summen, Abfangdrohnen sollen im Idealfall zwischen 1.000 und 5.000 Euro kosten. Bei den günstigsten Modellen liegt die aktuelle „Schallmauer” bei rund 10.000 Euro pro Einheit. Wer – teils deutlich – darüber liegt, muss dafür entsprechend mehr leisten.

Westliche Abfangdrohnen im Überblick

Sting-Abfangdrohne
Name: Sting – Hersteller: Дикі шершні (Wild Hornets) – Ursprungsland: Ukraine – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: unbekannt – Höchstgeschwindigkeit: ≥ 325 km/h – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: Video-Tages- und Nachtkamera (Infrarot) – Lenkung: FPV-Pilotage + KI-gestützte autonome Steuerung – Wirkungsprinzip: kinetisch (Hit-to-Kill) und optional Gefechtskopf – Erfolgsmeldungen: Laut Herstellerangaben über 900 erfolgreiche Abfänge. · © Wild Hornets
Gobi-Abfangdrohne
Name: Gobi – Hersteller: Harmattan AI – Ursprungsland: Frankreich – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: · © Harmattan AI
Presentation of the Jäger Interceptor Drone
Name: Jäger – Hersteller: Quantum-Systems – Ursprungsland: Deutschland – Typ: Quadcopter, elektrisch — mit zuschaltbarem „Jumper“-Raketenbooster – Gewicht: 2,5 Kilogramm – Höchstgeschwindigkeit: 365 bis 405 km/h – Reichweite: 25 Kilometer – Dienstgipfelhöhe: 5.000 Meter – Flugzeit: nicht veröffentlicht – Sensorik: unbekannt – Lenkung: redundanter, störungsresistenter Datenlink; automatische Zielverfolgung – Wirkungsprinzip: kinetisch (Hit-to-Kill); optionaler Gefechtskopf mit rund 800 Gramm. · © Quantum Systems
Baby Raptor Abfangdrohne
Name: Baby Raptor – Hersteller: London Defence R&D – Ursprungsland: Großbritannien – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: unbekannt – Höchstgeschwindigkeit: ≥ 250 km/h – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: zwei Tageslichtkameras, eine Wärmebildkamera (IR), Inertial- und Zusatzsensoren – Lenkung: KI-gestützte Autonomie (vollautonom) – Wirkungsprinzip: kinetisch (Hit-to-Kill). · © London Defence R&D
ARCZ RAM-1-Abfangdrohne
Name: ARCZ RAM-1 – Hersteller: Aero Rozvedka – Ursprungsland: Tschechische Republik – Typ: Quadcopter, elektrisch — mit zuschaltbarem „Jumper“-Raketenbooster – Gewicht: unbekannt – Höchstgeschwindigkeit: unbekannt – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: > 4.000 Meter – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: drehbare Wärmebildkamera (mit Tageslicht-/Visieroption) – Lenkung: teilautonom; man-in-the-loop; KI-gestützte Endanflugsteuerung – Wirkung: elektrisch gezündeter Gefechtskopf, rund 100 bis 150 G · © Aero Rozvedka
Odin Antishaheed
Name: Odin Antishaheed – Hersteller: Odin Drones – Ursprungsland: Ukraine – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: unbekannt – Höchstgeschwindigkeit: 280 bis 300 km/h – Reichweite: nicht veröffentlicht – Dienstgipfelhöhe: nicht veröffentlicht – Flugzeit: rund 7 bis 10 Minuten – Sensorik: modular konfigurierbar; Tageslicht- und Nachtsensorik (Infrarot) möglich – Lenkung: unbekannt – Wirkungsprinzip: unbekannt (vermutlich kamikaze-/kinetische Wirkung). · © Odin Drones
Strila-Abfangdrohne
Name: Strila – Hersteller: WIY Drones – Ursprungsland: Ukraine – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: nicht veröffentlicht – Höchstgeschwindigkeit: ≥ 300 km/h – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: 15 bis 20 Minuten – Sensorik: Tages- und Nachtkamera (IR) – Lenkung: manuelle Steuerung (FPV) – Wirkungsprinzip: unbekannt. · © WIY Drones
Burewiy-Abfangdrohne
Name: Burewiy – Hersteller: WIY Drones – Ursprungsland: Ukraine – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: unbekannt – Höchstgeschwindigkeit: rund 250 km/h – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: rund 2.000 Meter – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: Tages- und Nachtkamera (IR) – Lenkung: manuelle FPV-Steuerung – Wirkungsprinzip: unbekannt. · © WIY Drones
Hunter Eagle-Abfangdrohne
Name: Hunter Eagle – Hersteller: Rafael – Ursprungsland: Israel – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: 5 bis 10 Kilogramm – Höchstgeschwindigkeit: unbekannt – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: elektro-optisches Sensormodul – Lenkung: KI-gestützte Autonomie; Integration in Iron-Dome-Befehlsnetzwerke vorgesehen – Wirkungsprinzip: kinetisch (Hit-to-Kill) – Anmerkung: Erste Demonstration geplant für Ende 2025; Verfügbarkeit auf dem Markt ab 2026 · © Rafael
Riki-Abfangdrohne
Name: Riki – Hersteller: Piranha Tech – Ursprungsland: Ukraine – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: unbekannt – Höchstgeschwindigkeit: rund 300 km/h – Reichweite: 21 Kilometer – Dienstgipfelhöhe: 5.000 Meter – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: unbekannt – Lenkung: unbekannt – Wirkungsprinzip: Gefechtskopf mit rund 0,5 Kilogramm. · © Piranha Tech
Symbolbild
Name: HS-2 Interceptor – Hersteller: Hyllus Systems & Alta Ares – Ursprungsländer: Niederlande & Frankreich – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: nicht veröffentlicht – Höchstgeschwindigkeit: unbekannt – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: unbekannt – Lenkung: KI-gestützte Autonomie – Wirkungsprinzip: unbekannt – Status: In Entwicklung. · © Archiv
Project Octopus
Name: Project Octopus – Hersteller: Ukrspecsystems UK – Ursprungsland: Großbritannien – Typ: Quadcopter, elektrisch – Gewicht: unbekannt – Höchstgeschwindigkeit: unbekannt – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: unbekannt – Lenkung: KI-gestützt, autonom – Wirkungsprinzip: unbekannt – Status: In Entwicklung – Anmerkung: Die Entwicklung von Project Octopus wurde im Rahmen der DSEI-Messe am 11. September in London angekündigt. Ziel ist eine großskalig · © Ukrspecsystems
Interceptor
Name: Interceptor – Hersteller: Tytan Technologies – Ursprungsland: Deutschland – Typ: Flugzeugtyp, elektrisch – Gewicht: 5 Kilogramm – Geschwindigkeit: 250 km/h – Reichweite: 20 Kilometer – Flughöhe: unbekannt – Flugzeit: unbekannt – Sensoren: unbekannt – Lenkung: Autonome Zielerfassung, KI – Wirkung: kinetisch, hit-to-kill, optional 1 Kilogramm Gefechstkopf – Anmerkung: Ein Einsatz in der Ukraine, Entwicklungs-Vereinbarung mit der Bundeswehr. · © Tytan Technologies
Hunter-Abfangdrohne
Name: Hunter – Hersteller: Piranha Tech – Ursprungsland: Ukraine – Typ: Flugzeugtyp (Fixed-wing), elektrisch – Gewicht: 4 Kilogramm – Höchstgeschwindigkeit: 340 km/h – Reichweite: 50 bis 150 Kilometer – Dienstgipfelhöhe: 6.400 Meter – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: unbekannt – Lenkung: unbekannt – Wirkungsprinzip: Gefechtskopf mit rund 1 Kilogramm. · © Piranha Tech
Techno-Taras-Abfangdrohne
Name: Techno-Taras – Hersteller: Serhiy Prytula Foundation – Ursprungsland: Ukraine – Typ: Flugzeugtyp (Fixed-wing), elektrisch – Gewicht: unbekannt – Höchstgeschwindigkeit: rund 160 km/h – Reichweite: rund 35 Kilometer – Dienstgipfelhöhe: 6.000 Meter – Flugzeit: ≥ 60 Minuten – Sensorik: elektro-optisches Kameramodul oder Wärmebildkamera (IR) – Lenkung: FPV/digitale Langstreckenkommunikation – Wirkungsprinzip: Gefechtskopf mit rund 600 Gramm – Kosten: rund 1.500 Euro pro Einheit – Anmerkung: Das · © Serhiy Prytula Foundation
Kreuger 100-Abfangdrohne
Name: Kreuger 100 – Hersteller: Nordic Air Defence – Ursprungsland: Schweden – Typ: Elektrische Rakete mit Stummelflügeln – Gewicht: nicht veröffentlicht – Höchstgeschwindigkeit: rund 270 km/h – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: Infrarot – Lenkung: KI-gestützt – Wirkungsprinzip: missionsspezifische Nutzlasten (modular) – Status: In Entwicklung. · © Nordic Air Defence

Preislich liegen die beiden folgenden Systeme zwischen den günstigen Abfangdrohnen und den teuren Flugabwehrraketen.

Beide fliegen im Unterschallbereich und sind damit langsamer als Raketen, bleiben aber deutlich länger im Einsatz – geschätzt wird eine Flugzeit von rund 30 bis 60 Minuten. Auch ihr Einsatzradius liegt klar über dem von Kurzstrecken-Flugabwehrraketen. Wird ein Einsatz abgebrochen, können sie landen und erneut verwendet werden; das verbessert Wirtschaftlichkeit und taktische Flexibilität.

Roadrunner-M
Name: Roadrunner-M – Hersteller: Anduril – Ursprungsland: USA – Typ: Wiederverwendbare Abfangplattform mit zwei Mikro-Jet-Triebwerken – Gewicht: rund 85 Kilogramm – Höchstgeschwindigkeit: ≥ 480 km/h – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: nicht veröffentlicht – Sensorik: ISR-Sensorik (Aufklärungssensoren) – Lenkung: autonom, KI-gestützt – Wirkungsprinzip: HE-Gefechtskopf (Sprengwirkung) – Status: In Beschaffung beim US Marine Corps. · © Anduril
Ghost Hunter-Abfangdrohne
Name: Ghost Hunter – Hersteller: Rafael – Ursprungsland: Israel – Typ: Wiederverwendbare Abfangplattform mit zwei Mikro-Jet-Triebwerken – Gewicht: 50 bis 60 Kilogramm – Höchstgeschwindigkeit: unbekannt – Reichweite: unbekannt – Dienstgipfelhöhe: unbekannt – Flugzeit: unbekannt – Sensorik: Radar – Lenkung: Integration in Iron-Dome-C2; vermutlich KI-gestützte Zielverfolgung – Wirkungsprinzip: HE-Gefechtskopf (Sprengwirkung) – Status & Zeitplan: Erste Demonstration für Ende 2026 geplant; Markteinfü · © Rafael

Bekannte russische Drohnen-Abfangjäger im Überblick

Skvorets-PVO
Skvorets-PVO – KI-basiertes Zielerfassungssystem; Einsatzgeschwindigkeit bis zu 270 km/h. · © Archiv
Bolt-Abfangdrohne
Bolt — radargeführtes Abfangsystem; ukrainische Angaben deuten auf chinesische X-Band-Radare (FSTH-LD03 / FSTH-LD02). · © Archiv
Kinzhal-Abfangdrohne
Kinzhal — Infrarot-Zielsuchkopf, bis zu 300 km/h, Wirkprinzip: Hit-to-Kill. · © Archiv
Molot-Abfangdrohne
Molot — tragbares Abfangsystem mit Wärmebild-Zielkopf; Fire-and-Forget für niedrige Höhen. Hinweis: Sichtbar im Umfeld des Personenschutzes von Vladimir Putin. · © Archiv
Archangel-Abfangdrohne
Archangel — Wärmebild-Zielsuchkopf; Geschwindigkeit bis zu 345 km/h, Reichweite bis zu 50 Kilometer, Gefechtskopf 0,7 bis 7 Kilogramm. Seit Oktober gibt es Videos erfolgreicher Abfänge ukrainischer Kleinflugzeug-Drohnen; kann auch als Nutzlast von Trägerdrohnen eingesetzt werden. · © Archiv
Marta-Abfangdrohne
Marta — jüngste Erprobungsberichte wurden jüngst im russischen Staatsfernsehen gezeigt. · © Archiv

Fotocredits

© Wild Hornets · © Quantum Systems · © Archiv · © Harmattan AI · © London Defence R&D · © Aero Rozvedka · © Odin Drones · © WIY Drones · © Rafael · © Piranha Tech · © Ukrspecsystems · © Tytan Technologies · © Serhiy Prytula Foundation · © Nordic Air Defence · © Anduril
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