Drohnenabwehr für Lkw: Volvo Defense und Nordic Air Defence entwickeln VIPRO-Pod
Ein kompakter Pod soll Militär-Lkw gegen Angriffe aus der Luft schützen: Volvo Defense und das Start-up Nordic Air Defence bringen mit VIPRO Drohnenabwehr auf Fahrzeuge. Marktstart ist 2026 geplant.

Volvo Defense und Nordic Air Defence, ein schwedisches Start-up für Verteidigungstechnologie, arbeiten künftig zusammen. Beide Partner wollen gemeinsam VIPRO weiterentwickeln, einen kompakten Pod zur Drohnenabwehr – ein Counter-Unmanned Aircraft System (CUAS) – für den integrierten Schutz von Fahrzeugen. Ausgelegt ist das System darauf, Abfanggeschosse gegen Drohnen direkt vom Fahrzeug aus zu verschießen.
Erstmals öffentlich gezeigt wurden die Pläne Mitte September auf der DSEI in London; auf den Markt kommen soll VIPRO 2026.
Im Zentrum steht der Einbau des Kreuger 100XR auf Lkw-Plattformen, eines leichten und softwaregestützten Abfangsystems von Nordic Air Defence. Konzipiert ist der Pod für einen raschen Start direkt aus Startsystemen, die in das Fahrzeug integriert sind. Militärfahrzeuge sollen sich so künftig gegen Bedrohungen aus der Luft schützen lassen.
Warum Fahrzeuge Drohnenabwehr brauchen
Dass solche Systeme gebraucht werden, liegt auf der Hand. Im Ukraine-Krieg sind Kampfdrohnen für gepanzerte Fahrzeuge zur größten Gefahr geworden, vor allem günstige Modelle mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View) um weniger als 1.000 Euro. Etwa zwei Drittel der russischen Verluste an Panzern, Schützenpanzern, Artillerie und sogar hochmodernen Luftverteidigungssystemen gehen allein auf Drohnen zurück.
Zwar verbreiten sich unbemannte Landfahrzeuge (UGVs) und Drohnen immer weiter, doch Lkw und Truppentransporter bleiben im militärischen Alltag unverzichtbar – und damit auch verwundbar. Im Februar erst hat die schwedische Beschaffungsbehörde FMV bei Scania und Volvo insgesamt 775 Fahrzeuge geordert, um die schwedischen Streitkräfte zu vergrößern.
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