Drohnenbekämpfung mit dem Eurofighter: Wie die RAF die APKWS-Rakete in Rekordzeit an die Front brachte
Von der Erprobung bis zum Einsatz vergingen weniger als zwei Monate: Für die Drohnenbekämpfung hat die Royal Air Force ihre Typhoons gemeinsam mit BAE Systems und Qinetiq um die lasergelenkte APKWS ergänzt. Geflogen wird damit bereits von Akrotiri auf Zypern aus und über dem Nahen Osten.

Bei der Drohnenbekämpfung ist der britischen Royal Air Force (RAF) ein Projekt in hohem Tempo gelungen. Innerhalb von knapp zwei Monaten wurde der Eurofighter Typhoon mit einer lasergelenkten Rakete ausgerüstet, anschließend qualifiziert und schließlich in den Einsatz gebracht. Es handelt sich um das Advanced Precision Kill Weapon System, kurz APKWS. Zusammengearbeitet hat die RAF dabei mit BAE Systems und Qinetiq.
Gareth Jennings, ein angesehener Journalist aus Großbritannien mit Schwerpunkt Luftfahrt, nennt das Vorhaben ein „rekordverdächtiges Unterfangen”.
First MoD (Crown Copyright) images and video of the @Eurofighter Typhoon and #APKWS combo now in operational counter-#drone use with the @RoyalAirForce’s 9 Squadron at RAF #Akrotiri in Cyprus, and across the wider the Middle East… pic.twitter.com/TcyshWplQm— Gareth Jennings (@GarethJennings3) May 16, 2026
Nach seinen Angaben fliegt die 9. Staffel der RAF die APKWS mittlerweile im operativen Einsatz gegen Drohnen. Genutzt wird sie sowohl vom RAF-Stützpunkt Akrotiri auf Zypern aus als auch überall im Nahen Osten.
Vom Test zur Drohnenbekämpfung im Einsatz
Seitens des britischen Verteidigungsministeriums (UK MoD) hieß es, dass „dank der zügigen Beschaffung und Erprobung durch das Verteidigungsministerium und die Industriepartner BAE Systems und Qinetiq das System in weniger als zwei Monaten von der Testphase in den operativen Einsatz überführt werden konnte”..
Das UK MoD weiter: „Im März erfolgte ein erfolgreicher Testangriff auf ein Bodenziel, und RAF-Typhoon-Piloten des 41. Test- und Evaluierungsgeschwaders führten im April erfolgreiche Luft-Luft-Schießübungen durch und demonstrierten damit die Fähigkeit des Systems, sich gegen Drohnenangriffe zu verteidigen”.
From trial to operations in under two months. Working in partnership with the @RoyalAirForce we have brought a game-changing new capability to the frontline at pace.
Typhoon pilots are now flying with APKWS, our precision, low-cost weapon helping to counter uncrewed air systems… pic.twitter.com/hM3b6a1Nm6— BAE Systems (@BAESystemsplc) May 17, 2026
Technisch beruht das APKWS auf einem Laserzielsystem. Es verwandelt ungelenkte Raketen in Präzisionswaffen, die wenig kosten und mit denen sich feindliche Drohnen ebenso wie weitere Bedrohungen abfangen lassen. Dass solche günstigen Systeme entwickelt werden, gilt als wirksamerer und nachhaltigerer Weg, um der wachsenden Gefahr zu begegnen, die Drohnen für die britischen Streitkräfte und ihre Partner darstellen.
Die RAF integriert die neue Rakete vom Typ APKWS in ihre Typhoon-Kampfjets. Damit lassen sich Ziele präzise bekämpfen, und zwar für einen Bruchteil der Kosten jener Raketen, die derzeit verwendet werden.
The RAF has deployed a new anti-drone weapon over the Middle East, built by BAE Systems and tested at QinetiQ ranges, going from development to combat operations in under two months. pic.twitter.com/RwRVwMVq6I— UK Defence Journal (@UKDefJournal) May 16, 2026
Luke Pollard, zuständiger Minister für Verteidigungsbereitschaft und Industrie, sagte: „Dies war eine hervorragende Leistung in Zusammenarbeit mit der Industrie, um dieses System innerhalb weniger Monate zu testen und einzusetzen. Dadurch kann die RAF deutlich mehr Drohnen zu wesentlich geringeren Kosten abschießen. Unsere Typhoon-Flotte ist das Rückgrat der britischen und NATO-Luftverteidigung. Die RAF schützt die Ostflanke Europas vor russischen Drohnenangriffen und verteidigt unsere Partner im gesamten Nahen Osten.”
Donal McGurk, Air Commodore und stellvertretender Einsatzleiter der Air 11 Group, ergänzte: „Wir begrüßen die zügige Entwicklung und die sorgfältigen Tests, die der Einführung dieser Raketensysteme für unsere Eurofighter vorausgehen. Sie stellen eine wertvolle Ergänzung unseres Luftverteidigungssystems dar, das wir bereits flexibel im Nahen Osten einsetzen.”
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