Rob Bauer: Niederländischer Admiral verabschiedet sich nach 43 Dienstjahren in den Ruhestand
Rob Bauer stand an der Spitze der niederländischen Streitkräfte und danach des NATO-Militärausschusses. Bei seinem Abschied in Amsterdam würdigten Verteidigungsminister Ruben Brekelmans und General Onno Eichelsheim den Marineoffizier.

Ein Empfang im Marine Etablissement Amsterdam bildete vor wenigen Tagen den Rahmen: Dort wurde Admiral Rob Bauer nach 43 Jahren im Dienst in den Ruhestand verabschiedet. Lobende Worte kamen von Ruben Brekelmans, dem Verteidigungsminister der Niederlande: „Vom jungen Offizier bis zum höchsten Militär des Landes haben Sie alles erlebt. Das Ende des Kalten Krieges, jahrelange Sparmaßnahmen und die Zeit, in der das Verteidigungsministerium wieder investieren und wachsen konnte. In all diesen Phasen sind Sie Ihrem Kurs treu geblieben.”
Seinen Weg als Soldat startete Bauer bei der Königlichen Marine, wo ihm im Lauf der Jahre zahlreiche Funktionen übertragen wurden. Das Kommando über die „Hr.Ms. De Ruyter” führte er von 2005 bis 2007, jenes über die „Hr.Ms. Johan de Witt” von 2010 bis 2011. Zwischen 2012 und 2015 war er im Verteidigungsstab als Direktor für Planung tätig. 2017 folgte die Ernennung zum Befehlshaber der Streitkräfte und damit zum höchsten Militär des Landes.
Den Schritt zur NATO vollzog der Marineoffizier 2021. Dreieinhalb Jahre lang hatte er dort den Vorsitz im Militärausschuss des Bündnisses inne und war so der wichtigste Berater des Generalsekretärs, ehe er diesen Posten im Jänner übergab. Unter ihm erhielt die politische Führung der NATO von der militärischen Führung ungefilterte Ratschläge – dafür sorgte Bauer.
Rob Bauer und der russische Angriff auf die Ukraine
Bauer bekleidete das höchste militärische Amt der NATO, als Russland in die Ukraine einmarschierte. Schon ab dem ersten Tag appellierte er an die Verbündeten, das Land gegen die Invasion zu unterstützen. Wachrütteln wollte er ebenso die Bevölkerung der Niederlande – etwa mit dem Aufruf, sich Notfallpakete zuzulegen.
Brekelmans hielt dazu fest: „Sie haben die Verteidigung und die NATO gestärkt und damit die Niederlande und Europa sicherer gemacht. Sie hinterlassen Organisationen, die wieder an sich glauben.” Möglicherweise liege genau darin sogar Bauers größter Verdienst, meinte der Verteidigungsminister.
General Onno Eichelsheim, heute Befehlshaber der Streitkräfte, beschrieb Bauer mit den Worten „Unermüdlich, mit einem aufrichtig warmen Herzen und eigenwillig”. Er fügte hinzu: „Expect the unexpected: Darüber hast du nachgedacht. Manchmal hast du bewusst das Unerwartete getan, um Dinge in Bewegung zu bringen.”
Aus Sicht von Bauer hat dieses Motto heute größeres Gewicht als je zuvor: „Wenn wir unsere Abschreckung und Widerstandsfähigkeit nicht drastisch erhöhen, können wir besser unsere russischen Übersetzungsmaschinen hervorholen.”
Eine Botschaft auf vielen Bühnen
Einen Satz habe Bauer immer wieder gesagt, berichtete Brekelmans: „Frieden bewahren bedeutet, sich auf den Krieg vorzubereiten.” Und weiter: „In vielen Sprachen, auf vielen Bühnen. In Den Haag, in Brüssel, in Washington. Du hast etwas in Worte gefasst, um das viele noch herumgeredet haben. Eine Botschaft, die du in den letzten Jahren mit unermüdlichem Einsatz verbreitet hast. Selbst als es noch unangenehm war, sie auszusprechen.”
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