Bodendrohnen im Infanterieeinsatz: Belgisches Bataillon Bvr/5 Li erprobt Gnom und Unl in Leopoldsburg
Zwei bereits geplante Übungen dienten als Testfeld: Das belgische Bataillon Bvr/5 Li hat Bodendrohnen unter realistischen Bedingungen in den Infanterieeinsatz eingebunden. Eine Beschaffungsentscheidung ist damit nicht verbunden.

Wie sich Bodendrohnen direkt in den Infanterieeinsatz integrieren lassen, hat die belgische Armee in Leopoldsburg erprobt. Getestet wurden unbemannte Bodensysteme (unbemannte Landfahrzeuge, UGV) durch das Bataillon Bataljon Bevrijding – 5de Linie (Bvr/5 Li). Realistische Bedingungen prägten beide Übungen. Sie gehören zu einem Ansatz, mit dem die Infanterie ihre Einsatzverfahren schrittweise weiterentwickeln will, indem solche Systeme nach und nach eingebunden werden.
Eigene Szenarien entwarf Bvr/5 Li dafür nicht. Stattdessen flossen die UGV in Übungen ein, die ohnehin geplant waren – so sollte ihr Einsatz so nah wie möglich an der operativen Realität geprüft werden. Zwei Ziele standen dahinter: Zum einen wollte man bewerten, in welchen konkreten Lagen unbemannte Systeme bestehende Verfahren verstärken können. Zum anderen sollten sie Infanteriemissionen unterstützen und die direkte Gefährdung der Soldaten verringern.
Im Mittelpunkt standen zwei verschiedene Systeme. In der ersten Übung kam der Gnom zum Einsatz, in der zweiten das Unl-System. Für eine operative Evaluierung waren beide Plattformen der Verteidigung überlassen worden. Untersucht werden sollte eingehend, wie sie sich auf taktischer Ebene integrieren lassen – Entscheidungen über eine spätere Beschaffung sollten dabei ausdrücklich nicht vorweggenommen werden.

Zwei Bodendrohnen, zwei Profile
Entwickelt wurde der kompakte Gnom für Aufgaben, bei denen es in unmittelbarer Nähe zum Gegner auf Geschwindigkeit und Präzision ankommt. Vorgesehen ist er für den Einsatz vor oder während besonders exponierter Phasen. In engen Umgebungen kann er auf Distanz wirken oder aufklären und senkt so zugleich das Risiko für die eingesetzten Kräfte.
Einen ergänzenden Ansatz verfolgt das in der zweiten Übung bewertete Unl-System. Mobilität und Durchhaltefähigkeit stehen bei seiner Auslegung im Vordergrund, weshalb es sich vor allem für längere Einsätze eignet, in denen es Bewegungen und Aufträge der Einheit unterstützt. Infanteriekräfte lassen sich damit bei Aufgaben wie Aufklärung oder Unterstützung entlasten, während die Kontinuität des taktischen Vorgehens gewahrt bleibt.
Erfahrungsaustausch mit europäischen Partnern
Nicht nur operativ sind die Tests von Bedeutung. Nach Angaben der belgischen Streitkräfte sind sie auch „Teil einer verstärkten europäischen militärischen Zusammenarbeit”. Ziel dieser Kooperation sei es, Erfahrungen auszutauschen, die Interoperabilität zu stärken und landbasierte Fähigkeiten gemeinsam weiterzuentwickeln.
Aus Sicht des Bataillons sind die Übungen in erster Linie eine Lernphase und ein Beitrag zur weiteren Entwicklung der Einsatzdoktrin. Was dabei gelernt wurde, soll in eine breiter angelegte Analyse eingehen: Sie betrifft die schrittweise Integration unbemannter Systeme in die Infanterie und soll bewerten, welches Potenzial diese Systeme haben, Einheiten in einem sich ständig wandelnden operativen Umfeld zu unterstützen.
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