Bodendrohnen: Ukrainischer Generalstab setzt auf Roboterstützpunkte zur Verteidigung
Ferngesteuerte Kampfmodule sollen die ukrainische Infanterie entlasten. Wie ein Droid TW 12.7 eine Kreuzung anderthalb Monate lang hielt und warum Bodendrohnen weiterhin auf menschliche Bediener angewiesen sind.

Roboterstützpunkte mit ferngesteuerten Kampfmodulen und Bodendrohnen sollen künftig Teil der Verteidigung der Ukraine sein. Bekanntgegeben hat das der Generalstab nach seiner monatlichen Besprechung, in der es um neue Entwicklungen bei unbemannten Fähigkeiten ging. Die ukrainischen Streitkräfte wollen mit diesen Drohnen die Verteidigung stärken und gleichzeitig die Infanterie entlasten.
Nach wie vor im Fokus steht die Schlagkraft unbemannter Luftfahrzeuge (UAV). Ausdrücklich genannt werden zudem Systeme zum Abfangen von Drohnen.
Bodendrohnen im Einsatz: Droid TW 12.7 hält eine Kreuzung
Lob gibt es außerdem für die Erfahrungen, die die Angriffskompanie NC13 der 3. Angriffsbrigade mit einem unbemannten Landfahrzeug (UGV) vom Typ Droid TW 12.7 gemacht hat. Mitte Oktober hieß es, die Kompanie habe dank des geschickt eingesetzten Roboters eine Stellung anderthalb Monate lang halten können. Bewaffnet mit einem 12,7-Millimeter-Maschinengewehr M2 Browning sicherte das UGV in einer Ortschaft eine Kreuzung, über die immer wieder feindliche Truppen vorrückten. Jeden Morgen fuhren die Bediener den Roboter an seinen Einsatzort, jeden Abend holten sie ihn zurück.

Hersteller des Droid TW 12.7 ist das ukrainische Unternehmen DevDroid. Gesteuert wird er per Tablet über Starlink oder LTE auf bis zu 5 Kilometer Entfernung, Ziele kann er bis auf 1.500 Meter bekämpfen. An Bord sind ein Wärmebildsystem und ein Vorhaltrechner. Mit der 12,7-Millimeter-Waffe führt er 300 Schuss mit, mit einem 7,62-Millimeter-MG sind es bis zu 1.000 Schuss.
Schon seit längerem entwickeln die Ukraine und Russland in Übungen wie an der Front ihre Taktiken für den Einsatz von UGV intensiv weiter. Dazu zählen Einsätze teilautonomer Schwärme ebenso wie das Steuern, Übersteuern und Übergeben eines Roboters zwischen mehreren Bedienern. Darüber hinaus besitzt die Ukraine stationäre, ferngesteuerte Kampfmodule der Typen Shablya und Wolly, die per Tablet aus gedeckten Stellungen heraus bedient werden.
Vollständig autonomen „stählernen Wachposten” erteilen ukrainische Quellen vorerst eine Absage: Robotische Systeme brauchen weiterhin Unterstützung durch Menschen. Klar erkennbar sei aber der Trend, immer mehr der gefährlichsten Aufgaben an der Front Maschinen zu überlassen. Auch der Droid TW 12.7 der Angriffskompanie NC13 musste täglich von der Kreuzung zurückgefahren, gewartet, geladen und mit neuer Munition versorgt werden, ehe er wieder eingesetzt werden konnte.
Aus der Logistik in der Ukraine sind UGV inzwischen nicht mehr wegzudenken.
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