Minenabwehr ohne Besatzung: Royal Navy stellt autonomes Minenräumsystem SWEEP in Dienst
Minenabwehr aus sicherer Entfernung: SWEEP besteht aus einem unbemannten Überwasserschiff samt modularer Einsatzlasten und ahmt Schiffssignaturen nach. Für die Royal Navy ist es die erste dedizierte Minenräumfähigkeit seit 2005.

Mit SWEEP verfügt die britische Royal Navy nun offiziell über ein Minenräumsystem, das zum ersten Mal komplett autonom arbeitet. Ein unbemanntes Überwasserschiff und modulare Einsatzlasten bilden das System, mit dem Minenräumoperationen künftig ohne Crew möglich sind. Für das britische Modernisierungsprogramm der Seeminenabwehr bedeutet das einen Meilenstein in der Minenabwehr.
Signaturen täuschen, Minen auslösen
Zweck von SWEEP (Combined Influence Minesweeping) ist es, Seewege aus sicherer Distanz von Minengefahren zu räumen – „ohne dabei Besatzungen einem Risiko auszusetzen”, so ein kürzlich erschienener Artikel im Desider Magazin von DE&S (Defence Equipment and Support), der Beschaffungsbehörde Großbritanniens. Demnach erzeugt das System verschiedene magnetische, akustische und elektrische Signaturen, die unterschiedliche Minentypen auslösen. Das gelingt selbst bei hochentwickelten, digital gesteuerten Seeminen, die auf Kriegsschiffe anhand von deren akustischem oder elektromagnetischem Profil reagieren.
Bedient wird das System über einen mobilen Leitstand, der an Land oder auf See stehen kann. So ahmt SWEEP die Schiffssignatur täuschend echt nach und bringt Minen kontrolliert zur Explosion – Personal und Plattform bleiben dabei außer Gefahr.
Minenabwehr im „Mine Hunting Capability“-Programm
Eingeführt wird SWEEP im Rahmen des Mine Hunting Capability-Programms unter Führung von DE&S. Über dieses Programm wechselt die britische Marine Schritt für Schritt von klassischer Minenjagd und dem Einsatz von Tauchern zu autonomen Systemen.
Andy Lapsley, bei DE&S Teamleiter des Programms, erklärt: „Diese drei SWEEP-Systeme ermöglichen es der Royal Navy, der globalen Bedrohung durch Seeminen effektiver und sicherer zu begegnen”. Und weiter: „Sie stärken die Bewegungsfreiheit britischer Schiffe und U-Boote – ganz im Sinne der strategischen Verteidigungsziele, die vermehrt auf autonome Technologien setzen.”
Von einem Wendepunkt spricht ebenso Jonathan Reed-Beviere, bei der Royal Navy Programmleiter Minenabwehr: „Mit SWEEP erhalten wir erstmals seit 2005 wieder eine dedizierte Minenräumfähigkeit – und das mit einem flexiblen, tragbaren System, das von Land oder See aus bedient werden kann. Es schützt unsere Schiffe vor modernen Minen und hält unsere Seeleute aus der Gefahrenzone.”
Entwickelt in Dorset
Hinter SWEEP steht das in Dorset ansässige Unternehmen TKMS Atlas UK Ltd, früher Atlas Elektronik UK. Deren Geschäftsführer Antoni Mazur wird im Desider Magazin mit den Worten „Ein stolzer Moment” zitiert. Außerdem: „Diese Systeme sind ein Beweis für die Innovationskraft und die industrielle Kompetenz Großbritanniens. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Royal Navy bei der Umstellung auf eine vollständig autonome Minenabwehr.”
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