Drohnenabwehr aus der Luft: US Army testet APEX-Munition für den Apache-Kampfhubschrauber
Ein Näherungszünder soll den AH-64 Apache zum Drohnenjäger machen: Bei scharfen Tests auf dem Yuma Proving Ground traf die neue XM1225 APEX erstmals UAS-Ziele im Luft-Luft-Einsatz. Die Drohnenabwehr kommt ohne Umbau von Bordkanone und Feuerleitung aus.

Ihren Kampfhubschrauber AH-64 Apache rüstet die US Army für die Drohnenabwehr auf: Auf dem Yuma Proving Ground in Arizona ist die neue 30×113 Millimeter XM1225 APEX-Munition (Aviation Proximity Explosive) kürzlich zum ersten Mal erfolgreich im scharfen Schuss erprobt worden. Mit der Näherungsmunition bekämpfte ein Apache dabei erstmals unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS) Luft-Luft und traf Ziele auf unterschiedliche Entfernungen.
Entwickelt hat die XM1225 APEX der Product Manager Medium Caliber Ammunition (PdM MCA) am Picatinny Arsenal. Bekämpfen soll sie Bedrohungen wie Drohnen, exponierte Infanterie oder kleine Boote, ohne dass das M230-Bordkanonensystem oder die Feuerleitanlage des Apache verändert werden müssen. Für einen zuverlässigen und sicheren Einsatz sollen umfangreiche Sicherheitstests sorgen.

Näherungszünder erweitert die Drohnenabwehr
Herzstück der Munition ist ein Näherungszünder: Er bringt das Geschoss unmittelbar am Ziel zur Detonation. Verglichen mit der bisherigen M789 HEDP (High Explosive Dual Purpose) wird der letale Wirkbereich so deutlich größer. Vor allem bei kleinen, agilen oder luftgestützten Zielen wie Drohnen steigt damit die Trefferwahrscheinlichkeit signifikant.
In erster Linie sollten die Tests zeigen, wie präzise die XM1225 ist, und ihre Leistung unter identischen Bedingungen unmittelbar jener der bisherigen M789 gegenüberstellen. Erprobt wurden außerdem gemischte Munitionsladungen gegen Ziele am Boden und in der Luft.

Laut US-Armee hat die XM1225 sämtliche Genauigkeitsanforderungen erfüllt und sich gegen Luft- wie Bodenziele als hoch wirksam erwiesen. Der Apache gewinnt so eine zusätzliche Fähigkeit für Einsätze Luft-Luft und Luft-Boden – angesichts der rasch zunehmenden Verbreitung unbemannter Systeme auf dem Gefechtsfeld ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Vorteilhaft ist zudem, dass sich die neue Munition ballistisch ähnlich verhält wie die bisherige HEDP-Munition. Das Ausbildungssystem muss deshalb nicht wesentlich angepasst werden, und für Piloten oder Wartungspersonal fällt kein zusätzlicher Schulungsaufwand an.
Die Technologie des Näherungszünders hat das Armaments Center gemeinsam mit PdM MCA entwickelt. Bei der Vorbereitung der Produktion und der beschleunigten Auslieferung im Rahmen einer „Urgent Materiel Release” unterstützt Northrop Grumman.
Fotocredits
© Boeing · © US ArmyWeiterlesen

Loitering Munition Virtus von Stark: Panzerbrigade 45 „Litauen“ erprobt das System bei „Freedom Shield 2026“

Drohnenstationen für die Seeüberwachung: Rift beginnt Tests vor der französischen Küste

Seedrohnen für die Ostsee: Schweden kauft Überwachung von Saildrone als Dienstleistung

Seedrohnen: Eviden stellt mit SMX einen elektromagnetischen Navigationssensor vor

